Das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf (PSZ) bietet umfangreiche Print- und Audio-Informationen und Übungen zu Arbeit mit traumatisierten Menschen, die auch für Pädagogische Fachkräfte in KiTa und Grundschule wertvolle Einblicke und Ansätze bieten. Sie helfen zu verstehen, was bei einem Psychotrauma passiert und welches Verhalten hilfreich ist. Die CDs wurden 2006 im PSZ unter Leitung von Prof. Dr. Cinur Ghaderi erarbeitet und berücksichtigen kulturelle und sprachliche Besonderheiten. Sie wurden auch in Muttersprachen produziert, in denen es kaum Zugang zu diesen Informationen gibt. Zur Zeit liegen die Materialien neben Deutsch in folgenden Sprachen vor: Englisch, Französisch, Kurmanci, Sorani, Farsi, Russisch, Tamil, und Türkisch.

Begleituntersuchungen des Projektes "lOSlesen" belegen die Effekte einer frühen, bewegten Vorlesekultur bereits bei Kleinkindern


IMG 0404 250Zahlreiche Studien und aktuelle Ergebnisse der Neurowissenschaften belegen, wie sinnvoll die Sprachförderung bereits im frühen Kindesalter für eine positive Sprachentwicklung und Lesesozialisation ist. Trotz dieser Befunde wird allerdings immer weniger vorgelesen. Die Vorlesestudie der Stiftung Lesen 2014 ergab, dass fast ein Drittel aller Eltern selten bis nie vorlesen. Um dem entgegen zu wirken, wurde 2008 das Projekt „lOSlesen – Leseförderung von Anfang an“ ins Leben gerufen, initiiert von den sechs hauptamtlich geleiteten Bibliotheken der Region Osnabrück (Bersenbrück, Bramsche, Fürstenau, Georgsmarienhütte, Melle, Osnabrück) in Kooperation mit dem Verein für Sprach- und Leseförderung Fantasiemobil e.V., der Beratungsstelle für öffentliche Bibliotheken Weser-Ems, dem Projekt „Lesestart“ und den ansässigen KinderärztInnen.
Jungen sind weniger motiviert, Lesen zu lernen, wenn sie von Erzieherinnen betreut werden, die sehr traditionell gegenüber Geschlechterrollen eingestellt sind. Das zeigt eine aktuelle Studie von Psychologinnen der Freien Universität Berlin und der Universität Kassel. Die Autorinnen befragten 135 Erzieherinnen zu ihren Einstellungen gegenüber Geschlechterrollen und untersuchten parallel bei den von ihnen betreuten Jungen und Mädchen die Lesemotivation im Vorschulalter und ihre Lesefähigkeiten ein Jahr nach Schuleintritt. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ veröffentlicht.
Brauchen wir  Masterstudiengänge in der Kindheitspädagogik? Das Projekt PRAWIMA untersucht Sichtweisen auf Professionalisierung und Qualifizierungsbedarfe, um Grundlagen für berufsbegleitende Studiengänge in diesem Feld zu schaffen. Ziel dieser bundesweiten Online-Befragung ist es, relevante Daten zur Bildungs- und Berufssituation von Akteur_innen in der Kinder- und Jugendhilfe, zu aktuellen Themen und Herausforderungen im Berufsfeld, zur Stellensituation akademisierter Fachkräfte, zu individuellen Studieninteressen und -erfahrungen sowie zu Unterstützungsbedarfen für berufsbegleitende Studiengänge zu gewinnen.
 
sliwka 150Die aktuelle Situation sowie die Perspektiven der Fachberatung in Deutschland standen im Fokus einer gemeinsam von der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Entwicklung in der Kindheit (BAG BEK) und dem nifbe durchgeführten Fachtagung auf der didacta in Köln. In seinem Grußwort hob nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka die „zentrale Rolle" der Fachberatung bei der weiteren qualitativen Entwicklung der frühkindlichen Bildung heraus. Zugleich sei sie aber derzeit „eine Art Blackbox, bei der man nicht genau weiß, was drin ist und was drin sein sollte." Daher sei „eine Diskussion und Verständigung über das Professionsverständnis der Fachberatung, über trägerübergreifende Standards und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen dringend an der Zeit."

Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und Bundespräsident a.D. Christian Wulff als Ehrengäste


Zum 10. Mal findet vom 3. - 5. März 2016 der Kongress „Bewegte Kindheit“ in Osnabrück statt. Bereits drei Monate vor Beginn war der bundesweit größte Kongress zur frühkindlichen Bildung mit 3.000 TeilnehmerInnen bereits restlos ausgebucht. 22 Hauptvorträge und über 150 Seminare, Workshops und Foren warten auf die Pädägogischen Fachkräfte aus KiTa, Grundschule, Tagespflege sowie Aus- und Weiterbildung.
Children‘s World-Studie befragte erstmals in 16 Ländern Achtjährige zu ihrem Wohlbefinden.

Mehr als 17.000 achtjährige Kinder in 16 Ländern auf vier Kontinenten wurden zu ihren Erfahrungen und Ansichten über ihr Leben befragt. Studien über diese Altersgruppe liegen bislang nicht vor. Der jetzt veröffentlichte zweite Bericht der „Children's World“-Studie zeigt wichtige Ergebnisse auf, die verwendet werden können, um das Leben von Kindern auf der ganzen Welt zu verbessern. Die in Zürich ansässige Jacobs Foundation hat die Forschungsarbeit, die diesem Bericht zugrunde liegt, finanziert und angekündigt, dass sie eine Fortsetzung der Studie unterstützt. Die erneute Erhebung bei acht bis zwölfjährigen Kindern wird 2017 beginnen und wird erneut eine größere Anzahl an Ländern umfassen.
Eine gute Lernatmosphäre ist das A und O für effektives Lernen, weiß Prof. Dr. mult. Wassilios E. Fthenakis. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind und warum die Ausgestaltung der Lernorte für die kindliche Entwicklung eine wichtige Rolle spielt, erklärt der Präsident des Didacta Verbandes im Interview mit www.bildungsklick.de.

Die wachsende Zahl an Flüchtlingen stellt Kindertagesstätten vor große Herausforderungen. Im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sprach sich nun Marlis Tepe, die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dafür aus, dass neben ErzieherInnen auch fachfremde Personen in Kindertagesstätten eingesetzt werden sollten, um die Betreuung der wachsenden Zahl von Flüchtlingskindern zu ermöglichen. „Man kann Nicht-Erzieher einstellen. Diese brauchen dann eine berufsbegleitende Ausbildung.“ Sagte sie. Gewisse Voraussetzungen müssten die Nicht-Erzieher aber mitbringen. Dazu zählen laut Tepe die Mittlere Reife, eine dreijährige Ausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung.
Frühere Studien haben bei Erwachsenen einen positiven Effekt von Prüfungen belegt. Aufgrund der Tests können sich Erwachsene im Anschluss besser auf das Erlernen neuer Informationen konzentrieren, denn die Tests verringern mögliche Störungen durch die bereits abgefragten Informationen. Dieser Effekt von Prüfungen zeigt sich auch bei älteren, aber nicht bei jüngeren Grundschülern, wie Forscher der Universität Regensburg nachweisen konnten. Die Ergebnisse des Forscherteams um Dr. Alp Aslan und Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml (Lehrstuhl für Experimentelle und Angewandte Entwicklungspsychologie) sind in der renommierten Fachzeitschrift „Developmental Science“ erschienen (DOI: 10.1111/desc.12340).