A
Ambiguität
 
Wird auch als  Mehrdeutigkeit oder Doppeldeutigkeit verwendet, z.B. wenn ein  Bild oder Satz auf verschiedene Arten und Weisen verstanden werden kann. Dazu gehören unter anderem auch Anspielungen.
Anamnese

Anamnese "bedeutet Basiserfassung von Daten und Informationen. Das Wort Anamnese stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erinnerung, Wiedererinnerung und Gedächtnis. Ziel einer Anamnese ist es, Informationen zum biografischen Hintergrund des Kindes und seiner Familie zu erhalten." (Quelle: Schlösser, KiTa Fachtexte, 2011)

Anthropologisch

Als Anthropologie wird die Lehre bzw. Wissenschaft vom Menschen verstanden.

autonom Autonomes Handeln beinhaltet den Zustand der Selbstständigkeit, Unabhängigkeit Selbstbestimmung, Selbstverwaltung oder Entscheidungsfreiheit.
B
BAGLJÄ
 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter  ist der Zusammenschluss der 17 deutschen Landesjugendämter, die in der Jugendhilfe überörtliche Aufgaben wahrnehmen, z.B Verfahrensweisen entwickeln, Stellungnahme zu Gesetzesentwürfen und Erarbeitung von Empfehlungen und Arbeitshilfen.

 

behavioristisch

Unter Behaviorismus,  vom englischen Behavior (Verhalten) versteht man den wissenschaftstheoretische Versuch, Verhalten von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen und zu erklären. Bekannte Vertreter waren in den 1950er Jahren vor allem Skinner und Pawlow mit Theorien  und Tierexperimenten zur klassischen Konditionierung von Verhalten.

Betreuungsschlüssel

Der Betreuungsschlüssel gibt an wieviele Personen, für die Betreuung anderer Personen zur Verfügung stehen. Es wird meist in dem Format angegen 1:n, um zu verdeutlichen, dass eine Persone für eine bestimmte Anzahl n Personen zuständig ist. Der Betreuungsschlüssel wird auch als Personalschlüssel angegeben, oder im Bereich der Schule, als Klassengröße. Bei Vorgaben zu Betreuungsschlüssel spielen auch die Qualifikationen der betreuuenden Personen  eine Rolle.

Bildungsrat

Der Deutsche Bildungsrat wurde ab 1966 als eine Kommission für Bildungsplanung eingesetzt. Er wurde von Bund und Ländern gegründet. Aufgaben waren unter anderem: Strukturvorschläge zu machen, Bedarfs- und Entwicklungspläne für das deutsche Bildungswesen zu entwerfen, den Finanzrahmen zu berechnen und Empfehlungen für langfristige Planungen auszusprechen.

Blended Learning

Blendend Learning bedeutet integriertes Lernen und bezeichnet eine Lernform die auf der einen Seite  traditionelle Präsenzveranstaltungen umfasst, sowie auch die modernen Formen von E-Learning behinhaltet, also elektronische Lernformen übers Internet, die von zu Hause erledigt werden können. Beim Blended Learning findet so soziale Face-to Face-Kommunikation statt, kombiniert mit Lern- und Übungsphasen über das Internet.

 

Bologna Reform

Der Bologna Prozess beschreibt eine Hochschulreform, die von Bund, Länder und Hochschulen 1999 in der italiensischen Stadt Bologna initiert wurde. Ziel ist es international akzeptierte Abschlüsse zu schaffen, sowie die Qualität von Studienangeboten zu verbessern und mehr Beschäftigungsfähigkeit zu vermitteln.

Bottom up

Aus dem Englischen und bedeutet "von unten nach oben". Hierbei ist eine Vorgehensweise zu verstehen, die von etwas Untergeordnetem, Konkretem, Speziellem ausgeht und sich zu etwas Übergeordnetem, Abstraktem, Allgemeinem hin bewegt. Bezogen auf sozialpädagogische Handlungsfelder geht man von Entwicklungen aus, die von den konkreten AkteurInnen im Feld ( z.B. von ErzieherInnen) angestoßen werden und Veränderungsprozesse in weiteren übergeordneten Bereichen auslösen (z.B Vorgaben, Gesetze, Rahmenbedingungen).

Brückenjahr

Das vom Niedersächsischen Kultusministerium aufgelegte Programm "Das letzte Kindergartenjahr als Brückenjahr zur Grundschule" beinhaltet ein Übergangsmanagement von der Bildungs- und Erziehungsarbeit in Kindestageseinrichtungen zu Grundschulen und leistet einen Beitrag zur Anschlussfähigkeit der beiden Bildungsbereiche. Es werden 50 Beratungsteams eingesetzt und zwei mal 250 Modellprojekte gestartet. In den Beratungsteams und Modellprojekten arbeiten Fachkräfte aus Kindergarten und Schule gemeinsam an einem für alle Kinder gelingenden Übergang in die Grundschule. Damit diese Aufgabe geleistet werden kann, werden die Fachkräfte aus dem Elementar- und dem Primarbereich gemeinsam fortgebildet.

 

C
Curricula
 
Ein Curriculum ist ein Lehrplan, Modulplan oder Lehrprogramm, das Aussagen über Lehrziele und Ablauf des Lehr- Lern – Arrangement gibt und auf einer Didaktik aufbaut.
D
Desiderate
 

Ein Desiderat wird auch als ein Wunschgegenstand bezeichnet. Oftmals ist es ein Objekt oder abstraktes Ding, das mehr oder weniger dringend gewünscht wird und in der Umgebung fehlt.

Diskurs

Der Begriff Diskurs kann verschiedene Bedeutungen haben, wurde ursprünglich jedoch als  „hin und her gehendes Gespräch“ verwendet. Weitere Bedeutungen sind: theoretische Erörterung, systematische, methodische Abhandlung, gesellschaftliche Auseinandersetzung, Erörterung. Sinnverwandt sind auch Debatte, Diskussion, Disput. 

Disposition

Wörtlich gemeint ist damit sowohl eine Anordnung von Material, als auch die  physische und psychische Verfassung, Anlage, Empfänglichkeit zum Beispiel zum Lernen.

 

Diversität

siehe Diversity

Diversity

Im Deutschen wird der Begriff auch auch als Vielfalt benutzt und meint besonders, dass soziale Vielfalt konstruktiv genutzt wird. Im Diversity Management wird besonders auf eine positive Wertschätzung der individuellen Verschiedenheit eingegangen, um eine produktive Gesamtatmosphäre zu erreichen.

dogmatisch Unter einem Dogma versteht man eine (Lehr-)Meinung, die als unumstößlich oder unveränderbar gilt, und dessen Wahrheitsanspruche als gegeben gesehen wird. Dieser Begriff wurde oftmals in der christlichen Theologie verwendet.

DQR

Der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen soll umfassende, bildungsbereichsübergreifende Kompetenzen, die in Deutschland erworbenen wurden, erfassen. Als nationale Realisierung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) soll er die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems berücksichtigen und zur angemessenen Bewertung und Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen. Zunächst sollen formale Qualifikationen des deutschen Bildungssystems in den Bereichen Schule, Berufliche Bildung, Hochschulbildung und Weiterbildung einbezogen werden. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. In weiteren Schritten werden die informellen und nonformalen Kompetenzen ebenfalls berücksichtigt.

E
E-Learning
 

E-Learning wird als elektronisch unterstütztes Lernen übersetzt und wird auch als E-Lernen oder E-Didaktik bezeichnet. Nach einer Definition von Michael Kerres werden darunter Lernformen verstanden, bei denen digitale Medien verwendet werden um Lernmaterialien bereitzustellen, zu präsentieren oder zum zwischenmenschlichem Austausch genutzt werden.

 

Early Excellence Centren

Early Excellence Centren wurden ab 1997 in Großbritanien entwickelt im Rahmen des Sure-Start Progrogramms und beinhalten eine integrierte Leistung für Kinder- und Familienbetreuung. Der Name bezieht sich auf das Verständnis, dass jedes Kind das Potenzial zu excellenten Leistungen hat, wenn es frühzeitig, positiv und zusammen mit den Bezugspersonen begleitet wird.

Empathiefähigkeit Der Begriff bezeichnet die Fähigkeit empathisch auf andere Menschen oder Tiere einzugehen. Dazu gehört es Gedanken, Emotionen, Absichten und Persönlichkeitsmerkmale zu erkennen oder zu verstehen. Auch eigene Reaktionen auf Gefühle, wie Mitleid, Trauer und Schmerz gehören dazu.

empirisch

Empirie bezeichnet wissenschaftlich durchgeführte Untersuchungen und Erhebung, die gezielt und systematisch im Forschungsfeld oder im Labor durchgeführt werden. Empirische Forschungen können durch verschiedene Methoden praktisch angewendet werden.

Enkulturation

Unter Enkulturation versteht man  das automatische Verinnerlichen und Hereinwachsen in die eigene Kultur. Dies beginnt als Sozialisationsprozess vom neugeborenen Säugling zum kulturell integrierten Erwachsenen.

EQR

Der Europäische Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (EQR) soll berufliche Qualifikationen und Kompetenzen in Europa vergleichbarer machen und als Übersetzunghilfe dienen. Die verschiedenen Qualifikationssystemen der Mitgliedstaaten und damit Bildungsabschlüsse sollen für Arbeitgeber, Bürger und Einrichtungen vergleichbarer und verständlicher gemacht werden.

Ethologie

Der Begriff bezeichnet die klassische vergleichende Verhaltensforschung oder Verhaltensbiologie. Sie entstammt einem Teilgebiet der Zoologie und ist verwandt mit der Disziplin der Psychologie.

 

F
Föderalismus-Prinzip
 

Im Föderalismus besteht die Bundesrepublik aus kleinen eigenständigen Einheiten, den Ländern, wobei die staatlichen Aufgaben zwischen dem Bund und diesen Gliedstaaten aufgeteilt sind. Dabei haben die Gliedstaaten eigene Recht und Kompetenzen, sowie eine eigene Landesverfassung.

 

Formale Bildung

Formale Bildung findet in Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen statt und führt zu anerkannten Abschlüssen 

G
Gender-Mainstreaming
 

Gender-Mainstreaming beleuchtet die Aspekte der erworbenen Geschlechtsidentität im Hinblick auf Chancengleichheit. Gender-Mainstreaming fungiert als Strategie um auf verschiedenen Ebenen, wie Politik, Administration und  in gesellschaftlichen Prozesse  Chancengleichheit für die Geschlechter zu erreichen. 

H
Head Start Programm
 

Head Start wurde 1965 im Rahmen des „Krieges gegen die Armut“ von der Regierung von Lyndon B. Johnson in den USA entwickelt. Es ist ein Programm für kompensatorische Erziehung  und sollte vor allem die Bildungschancen für Kinder aus sozial schwachen Familien verbessern und ihre Resilienz steigern. Head Start ist eines der ältesten und teuersten Programme dieser Art.

I
IGLU-Studie
 

In dieser Studie werden Lesefähigkeit bzw. das Leseverständnis von Viertklässlern verglichen. IGLU ist die deutsche Abkürzung für Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung.

2003 lagen deutsche Grundschüler bei der Auswertung im vorderen Mittelfeld, während die 15 Jährigen in der PISA- Studie wesentlich schlechter abschnitten. Dies gab Anlass zur Diskussion, ob in den Jahren dazwischen, besonders auch die Aufteilung in das selektive Schulsystem, eine Ursache dafür sein könnte. 

Inklusion

Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen.

interdisziplinär

Unter Interdisziplinarität versteht man das Zusammenwirken von verschiedenen Fachdisziplinen. Dies kann auch als „fächerübergreifende Arbeitsweise“ verstanden werden, z.B wenn Psychologen, KinderärztInnen, ErzieherInnen und Lehrende zusammen an einer Fragestellung arbeiten.

K
Kinder-und Jugendberichte
 

Der Kinder- und Jugendbericht, der alle 4 Jahre erscheint wurde erstmals 1965 veröffentlicht, seitdem gibt es 13 der Berichte. Der Kinder- und Jugendbericht wird von einer beauftragten ExpertInnenkommission verfasst und von der Bundesregierung schriftlich herausgegeben. Ziel ist es auf der Basis des Wissens- und Erkenntnisstandes zukunftsweisende und realistische Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft zu erarbeiten, die in den politischen Gestaltung miteinbezogen werden kann. Der 13. Kinder- und Jugendbericht trug als Titel: Bericht über gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe. 

Kinderförderungsgesetz

 

Das Kinderförderungsgesetz wurde vom Deutschen Bundestag erlassen und bietet den Ausbau der Betreuungsangebote für Kleinkinder einen rechtlichen Rahmen.

Das Gesetz sieht vor, bis zum Jahr 2013 das Angebot an Betreuungsplätzen für Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren so auszubauen, dass ab dem 1. August 2013 ein Rechtsanspruch für alle Kinder in dem betreffenden Alter eingeführt werden kann. (siehe Kinderförderungsgesetz erlassen)

Kinderläden

Die Kinderladenbewegung entstand in den 1986 in Frankfurt mit ersten selbstverwalteten Kindergärten, oftmals Elterninitiativen, in denen Kinder verschiedenster Alter  betreuut wurden. Es wurde die Maxime eines antiautoritären Erziehungsstil vertreten, um neue Erfahrungen für Kinder zu ermöglichen, sowie die Ansicht, dass Regeln von "Autoritäten" nicht blind verinnerlicht werden dürften. Dies führte und führt noch heute zu Diskussionen und fälschlichen Verwechslungen mit dem Laissez-Faire Erziehungsstil.

 

Kindertagespflege

Kindertagespflege oder Tagespflege umfasst eine zeitweilige Betreuung von Jungen und Mädchen bei Tagesmüttern oder Tagesvätern. Nach dem Tagesbetreuungsausbaugesetz von 2004 ist die Tagespflege neben der Tagesbetreuung in Kindertageseinrichtungen eine gleichwertige Form der Kindertagesbetreuung. 

KiTa Fachtexte

Das Portal “KiTa Fachtexte” (www.kita-fachtexte.de) ist eine Kooperation der Alice Salomon Hochschule, der FRÖBEL-Gruppe und der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). KiTa Fachtexte unterstützt Lehrende und Studierende an Hochschulen, Fachschulen und in der Weiterbildung und Fachkräfte in Krippen und Kitas in ihrer Arbeit. Hier finden Sie wissenschaftliche Fachtexte zur Arbeit mit Kindern in den ersten drei Lebensjahren, die in frühpädagogischen Studiengängen eingesetzt werden können und einen Praxistransfer ermöglichen.

KJHG

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz umfasst die bundesgesetzlichen Regelungen, die die Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland betreffen. Das SGBVIII (Achte Buch Sozialgesetzbuch) ist der Artikel 1 des KJHG. Es umfasst ein Angebote- und Leistungsgesetz für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern, welches der früheren Kontroll- und Eingriffsorientierung entgegensteht. Daher steht das Inkrafttreten  (Januar 1991) auch für einen Paradigmenwechsel in der Kinder-und Jugendhilfe.

Konstruktivismus

Stark vereinfacht wird mit dem Begriff Konstruktivismus verbunden, dass menschliches Erleben und Lernen individuellen Konstruktions-Prozessen unterworfen sind. Aus lernpsychologischer Hinsicht wird angenommen, dass unterschiedliche sinnesphysiologische, neuronale, kognitive aber auch soziale Prozesse diesen Lernprozess beeinflussen. Somit hängt ein Lernprozess sehr stark von den individuellen Erfahrungen des Lernende ab, der sich eine individuelle Representation der Welt aneignet.

 

Konsultations-KiTa

Konsultations-Kindertagesstätten in Niedersachsen arbeiten seit mehreren Jahren  nach dem Modell „Praxis berät Praxis“. Dabei hat jede Konsultationskita einen besonderen Schwerpunkt in ihrer Arbeit und bietet z.B. Beratung, Unterstützung, Workshops und Austausch für andere Einrichtungen an (siehe Konsultations -KiTas in Niedersachsen)

Konsultations-KiTas

Konsultations-KiTas, initiert vom Niedersächsischen Kultusministerium,  sind Elemente der praxisunterstützenden Weiterbildung und Qualifizierung. Fachkräfte bieten zu einem Schwerpunktthema Beratungsangebote an (z.B. Konsultationen, Workshops, Arbeitsgespräche), um die in der Praxis gemachten Erfahrungen an Interessierte weiterzugeben. Als Vorraussetzung für eine Bewerbung gelten sowohl allgemeingütige wie auch individuelle Kriterien. 

 

Kulturhoheit

Als Kulturhoheit der Länder wird die vorrangige Zuständigkeit der deutschen Bundesländer bezeichnet, wenn es um Gesetzgebung, Verwaltung auf dem Gebiet der Kultur, also besonders auch  der Zuständigkeit für Schulwesen und  Bildung geht. Kulturhoheit der Länder bedeuted somit, dass die Bundesländer die primäre Zuständigkeit für Schulwesen und Bildung des eigenen Bundeslands inne haben (siehe auch Förderalismus-Prinzip).

 

 

Kultusministerkonferenz

Die KMK  ist die ständige Konferenz der Länder in der BRD, wurde 1948 gegründet und ging aus der "Konferenz der deutschen Erziehungsminister" hervor. Sie basiert auf dem freiwilligen Zusammenschluss der zuständigen Minister/Senatoren der Länder für Bildung, Erziehung und Forschung. Da nach dem Grundgesetzt und sog." Kulturhoheit der Länder" die Zuständigkeiten für das Bildungswesen bei den einzelnen Ländern liegt, behandelt die KMK Angelegenheiten von  überregionaler Bedeutung mit dem Ziel einer "gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung, sowie der Vertretung gemeinsamer Anliegen".

 

L
Labeling Approach
 

Mit dem Labeling Approach oder deutsch Etikettierungsansatz wird abweichendes Verhalten dadurch erklärt, dass es als sozial zugeschrieben gilt. Im Sinne einer self-filfilling prophecy ( Selbsterfüllende Prophezeiung) wird das Verhalten erwartet, das als abweichend formuliert ist, und vom Individuum dann vermehrt ausgeführt wird. Beispiel dafür ist, dass einem Kind regelmäßig gesagt wird, dass es ungezogen sei, und das Kind mit diesem Etikett, das es von da an trägt "ungezogene" Handlungsweisen vermehrt zeigt.

Linguistik

Linguistik ist die Bezeichnung der Sprachwissenschaft,  die in verschiedenen Ansätzen die menschliche Sprache als System untersucht, sowie deren Bestandteile, Einheiten und Bedeutungen.

Literacy Literacy in der frühen Kindheit und im Übergang zur Schule ist ein
Sammelbegriff für kindliche Erfahrungen und Kompetenzen rund um Buch-,
Erzähl-, Reim-und Schriftkultur
M
Montessoripädagogik
 

Montessoripädagogik wurde von Maria Montessori ab 1907 als pädagogisches Bildungskonzept vom Kleinkind bis zum jungen Heranwachsenden entwickelt. Leitspruch der Pädagogik ist "Hilf mir es selbst zu tun" und arbeitet mit offenem Unterricht und freien Verfügungsphasen, in dem der Lehrende dazu angehalten ist die Lernprozesse angemessen anzuregen.

 

N
normativ
 

Normativ  bedeutet normgebend, somit wird etwas vorgeschrieben, dass Normen, Regeln oder ein „Sollen“ beinhaltet.

O
OECD
 

OECD beinhaltet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und besteht aus 34 Mitgliedsstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen. Die Organisation wurde 1961 gegründet und hatte den Wiederaufbau Europas als Ziel. 

olfaktorisch

Der olfaktorische Sinn bescheibt den Geruchssinn oder Riechwahrnehmung.

P
Pathologisierung
 

Pathologisierung beinhaltelt die Deutung von Verhaltensweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken, sozialen Verhältnissen oder zwischenmenschlichen Beziehungen als etwas Krankhaftes und somit Unerwünschtes. Im herrschenden Verständnis unterliegen solche Zustände oder Prozesse Veränderungen; findet eine Pathologisierung statt wird dies nicht als solche zur Sprache gebracht, sondern als medizinische Festellung behauptet. 

 

 

Pestalozzi

Johann Heinrich Pestalozzi`s (1746 - 1827) pädagogisches Ziel war es eine ganzheitliche Volksbildung zu erreichen, und die Menschen in ihrem selbstständigen und kooperativen Wirken in einem demokratischen Gemeinwesen zu stärken. Er legte Wert auf eine harmonische und ganzheitliche Förderung von Kindern in Bezug auf intellektulle, sittlich-religiöse und handwerkliche Fähigkeiten. Grundidee ist dabei, ähnlich wie in der Montessori-Pädagogik, dass die Menschen die Fähigkeit entwickeln, sich selbst zu helfen.

 

Pestalozzi - Fröbel - Haus Das Pestalozzi-Fröbel-Haus (PFH) ist ein Träger von Kindertagesstätten und anderen sozialpädagogischen Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe und gilt als sehr alte Ausbildungsstätte. Das PFH hatte einen großen Einfluss auf die Professionalisierung von Frauenerwerbsarbeit im Sozialen Bereich durch die Ausbildung für soziale Berufe.
Philanthropismus .

Unter Philanthropismus versteht an auch die Lehre von der Erziehung zur Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundschaft. Die größte reformpädagogische Bewegung in Deutschland fand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts statt und ist der Zeit der Aufklärung zuzuordnen.

PISA-Studie

In der PISA- Studie der OECD werden alle drei Jahre seit 2000 in den Mitgliedsstaaten der OECD die alltags- und berufsrelevanten Fähigkeiten von 15- Jährigen durch Testfragen gemessen. Die mittelmäßigen bis schlechten Ergebnisse 2001 in Deutschland führten dazu, dass vielfach von einem PISA-Schock geredet wurde. 

Pluralität Pluralität bezeichnet die Koexistenz von Vielfalt. In der heutigen Gesellschaft bedeutet das, dass es häufig  vielfältige, individuelle  Interessen und Lebensstile, Bildungswege, Familienkonstellationen etc. in der Gesellschaft geben kann.
Portfolio

Ein Portfolio bezeichnet ursprünglich  eine Sammlung von Objekten eines bestimmten Typs. Im  Handlungsfeld frühkindliche Bildung werden Portfolios beispielsweise wie "Ich- .Mappen" für Kinder genutzt um eigene Fortschritte zu dokumentieren. Auch in Studiengängen gibt es Beispiele, wo Portfolios als Prüfungsleistung oder Dokumentation von Entwicklungen zählen können.

Professionalisierung

Eine Professionalisierung findet im weiteren Sinne statt wenn die Entwicklung einer privat oder ehrenamtlich ausgeübten Tätigkeit zu einem  Beruf wird. Im Rahmen der Professionalisierung werden häufig Qualitätsverbesserungen und Standardisierungen erreicht. Professionalisierung bedeutet auch die Entwicklung eines Berufs zu einer Profession, darunter wird meist ein akademischer Beruf mit hohem Prestige und Anerkennung verstanden.

 

ProReKo

Berufsbildende Schulen in Niedersachsen als Pro regionale Kompetenzzentren. Seit dem 01.01.2011 werden die öffentlichen berufsbildenden Schulen in Niedersachsen zu regionalen Kompetenzzentren weiterentwickelt. Damit werden die wesentlichen Ergebnisse des fünfjährigen Modellversuchs „Berufsbildende Schulen in Niedersachsen als regionale Kompetenzzentren“ flächendeckend auf alle BBS übertragen. Der Niedersächsische Landtag hatte mit einer Entschließung 18.02.2010 den Auftrag zur Weiterentwicklung erteilt. 

R
ratifiziert
 

Die Ratifikation, auch Ratifizierung ist eine verbindliche Erklärung des Abschlusses eines Vertrages durch  Vertragsparteien.

Reggio-Pädagogik

Die Reggio-Pädagogik ist ein reformpädagogisches  Gesamtkonzept von Ideen und Praxisstrukturen, die seit den 1960 er Jahren in der Norditalienischen Stadt Reggionell`Emilia in Krippen und Kindergärten entwickelt wurde. Dem Konzept liegt ein humanistisches Menschenbild und eine demokratische Gesellschaftsvorstellung inne.

Resilienz

Resilienz kann als "seelische Widerstandsfähigkeit" verstanden werden mit der Fähigkeit Krisen zu meistern und diese als Anlass für Selbstentwicklungen zu nutzen. In der Resilienzförderung geht es speziell darum die Widerstandsfähigkeit von Kindern und Erwachsenen in belasteten und risikobehafteten Lebenssituationen durch schützende Faktoren zu entwicklen, zu ermutigen und zu stärken. Ein verwandter Begriff ist der der Salutogenese.

 

S
Säkularisierung
 

Im engeren Sinn sind damit Prozesse gemeint, die bewirken, dass von einer engen Bindung an die Religion zunehmend  Prozesse auf der Basis menschlicher Vernunft betrachtet werden. Diese Betrachtungsweise begann in der Zeit der Aufklärung und wird soziologisch auch als „sozialer Bedeutungsverlust von Religion“ genannt.

Salutogenese

Salutogenese beinhaltet die Wissenschaft von der Entstehung von Gesundheit und zielt darauf ab allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen. Während ein pathogenetischer Blickwinkel auf Krankheiten, ihre Ursachen und Gefahren blickt, orientiert sich ein solutogenetischer Blickwinkel unter anderem auf attraktive Gesundheitsziele.

Seldak

Systematisches Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren zur Sprachentwicklung  und  Literacy  bei  deutschsprachig aufwachsenden Kindern. Umfasst vielfältige  Bereiche von Lernmotivation  bis zu pädagogischen Konsequenzen.

Selektives Schulsystem

Deutschland besteht aus einem mehrgliedrige Schulsystem, das Jungen und Mädchen ab einem Alter von 10 Jahren  auf verschiedenen Schulformen aufteilt (z.B Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Sonderschule, Gesamtschule). Studien wie PISA und IGLU weisen darauf hin, dass vor allem Mädchen und Jungen aus finanziell schwächer gestellten Familien, mit Migrationshintergrund oder mit Beeinträchtigung dadurch benachteiligt werden. Im internationalen Vergleich wird deutlich, dass diese Art der Selektion nur in Deutschland und Österreich praktiziert wird.

Sismik

Systematisches Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren zur Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in der Kindertageseinrichtung. Der Bogen umfasst vielfältige Bereiche von Lernmotivation  bis zu pädagogischen Konsequenzen.

Sozialdidaktik

Sozialdidaktik  ist eine eigenständige Didaktik zur professionelle Ausgestaltung von Lehr- und Lernzusammenhängen in sozialpädagogischen Ausbildungsberufen,  die auf dem Kontext von sozialem und pädagogischen Denken, Konzipieren und Handeln basieren.

Soziodemographie

Soziodemographische Daten werden häufig in Sozialforschungen erhoben. Der Begriff, der Bevölkerungsmerkmale beschreibt, umfasst häufig Kategorien wie: Geschlecht, Alter, Familienstand, Religion, Schulabschluss, Nationalität, Haushaltsgröße etc.

SpielkreisleiterIn

Der Begriff des Spielkreises wird sehr unterschiedlich verwendet. Einige  Anbieter vermischen Begriffe wie Spielkreise und Krabbelgruppen, so dass dort auch Babys ab der 4. Lebenswoche teilnehmen dürfen. In Spielkreisen findet häufig eine Kinderbetreuung zwischen zwei und sechs Stunden statt - ein oder mehrmals in der Woche. Spielreise können auf privater Basis organisiert sein, in Vereinen oder auch von Gemeinden. Die Qualifizierung zur Spielkreisleiterin kann in eingen Gemeinden durch eine Fortbildung erlangt werden, die 4 Wochenendtermine umfasst.

Synergien

Synergien beschreiben das Zusammenwirken von Faktoren, z.B. Menschen, Stoffe, Umfelder, die sich gegenseitig fördern, sich  positiv voran bringen und einen gemeinsamen Nutzen haben.

T
Tabula Rasa
 

Wörtlich ist mit Tabula Rasa, eine unbeschriebene Tafel gemeint. Im Übertragenen Sinne wurde damit aber eine Menschenseele gemeint, die noch völlig unbeeinflusst  und im ursprünglichen Zustand ist, ohne Eindrücke von der Außenwelt.

Theorem

Bezeichnung von einem Lehrsatz, Lehrmeinung oder auch einem Bestandteil einer wissenschaftlichen Theorie.

Top down

Stammt aus dem Englischen und bedeutet "von oben herab". Hierbei werden Vorgehensweisen beschrieben, die von etwas Abstraktem, Allgemeinen und Übergeordneten ausgehen und sich schrittweise hin zum Konkreten, Speziellen oder Untergeordneten bewegen. In sozialpädagogischen Handlungsfelder sind das unter anderem Prozesse, bei denen ausgehend von Handlungsvorgaben,Verordnungen oder Gesetze etc., diese "von oben herab" für die konkret Tätigen im sozialpädagogischen Feld erlassen oder geschrieben werden.

 

Transitionsforschung

Der Begriff Transition wird generell für Übergange des menschlichen Lebens zum Wechsel eines sozialen Statuses in einen anderen verwendet. In der frühkindlichen Bildung wird von Transition hauptsächlich gesprochen beim Übergang von Krippe in die KiTa oder von KiTa in die Grundschule. Transitionsforschung beschäftigt sich mit den zu erforschenden Gegebenheiten dieser individuellen Übergänge.

Tripple P

Positive Parenting Program

Triple P wurde von Matt Sanders und seinem Team an der Universität von Queensland in den 1980 entwickelt. In dem Erziehungsprogramm wird sehr viel Wert darauf gelegt Mütter und Väter positiv stärkend in die Arbeit mit Jungen und Mädchen zu integrieren. Das Programm hat einen präventiven Charakter und geht besonders auf eine liebevolle Beziehung zwischen Mädchen und Jungen und deren Mütter und Väter ein, sowie auf eine angemessene Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

TVöD

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst umfasst mehrere Tarifverträge für Beschäftigte bei Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung. Seit Oktober 2005 gilt in jedem TVöD eine einheitliche Entgelttabelle für alle ArbeiterInnen, Angestellte und Pflegebeschäftigte . Diese besteht aus 15 Entgeltgruppen sowie 2 Grundstufen und 4 Entwicklungsstufen. In der Regel erfolgt ein Aufstieg in eine höhere Gruppe nach der Dauer der Berufserfahrung beim gleichen Arbeitgebenden.

 

V
Vorlesung im Schloss
 

Im Wintersemester 2011 und Sommersemester 2012 findet an der Universität Osnabrück eine Ringvorlesung mit 22 interdisziplinär ausgewählten ReferentInnen statt, die in das Pädagogische Handeln im Kontext Früher Kindheit einführt. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Forschungsstelle Elementarpädagogik des Niedersächsischen Institutes für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) durchgeführt und durch die Robert Bosch Stiftung gefördert. Alle Einzelveranstaltungen können auf der nifbe-Homepage und auf "KiTa & Co" in Form von Videostream, PowerPoint-Präsentation und Skript nachträglich dokumentiert und für Auszubildende der Fachschulen / Fachakademien, Studierenden und Lehrenden sowie für die interessierte Fachöffentlichkeit kostenlos abgerufen werden.

W
Waldorfpädagogik
 

Die Waldorfpädagogik wird der Reformpädagogik zugeordnet und wurde von Rudolf Steiner begründet (1861–1925). Seine Pädagogik basiert auf einer von ihm entwickelten Menschenkunde, die spirituelle Weltanschauung, fernöstlicher Lehren sowie naturwissenschaftlichen Erkenntnisse benhaltet. In Waldorfkindergärten sollen ErzieherInnen den Kindern durch Tun und schaffen ein Vorbild geben. Naturmaterialien sind häufig Bestandteil der Einrichtung und dienen als Lern- und Spielanreiz.

WiFF - Weiterbildungsinitiative frühpädagogische Fachkräfte WiFF ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern.