Interdisziplinäre Projekte führen öffentliche und wissenschaftliche Diskurse zusammen

Heute wird das Zentrum für Inklusionsforschung Berlin (ZfIB) an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) gegründet. Die Einrichtung bezieht Inklusion nicht nur auf die derzeit im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs dominierende Heterogenitätsdimension Behinderung/Befähigung, sondern auf sämtliche soziale Ungleichheitslagen und führt die daran anknüpfenden Diskurse zu (Anti-)Diskriminierung, Teilhabe, Anerkennung und Demokratieentwicklung zusammen.

Mehrsprachiges Minibuch der Akademie für Leseförderung


Eltern sind die wichtigste Instanz bei der Lesesozialisation von Kindern. Schon bei Babys und Kleinkindern wird das Lesenlernen vorbereitet. Dafür hat die Akademie für Leseförderung Niedersachsen die wichtigsten Tipps für Eltern in einem Minibuch zusammengefasst.

Eine neue, frei verfügbare Broschüre soll dazu beitragen, Kinder mit Lese-, Rechtschreib- und/oder Rechenstörungen besser erkennen und unterstützen zu können. Sie zieht eine Zwischenbilanz des seit 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsschwerpunkts „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“. Die Ergebnisse der beteiligten Projekte – darunter viele Förderprogramme und empirisch überprüfte Diagnoseverfahren – werden knapp und verständlich dargelegt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Nutzungsmöglichkeiten für Kitas, Schulen und Eltern.

Trophäen überreichen kann jeder. Für Andreas Knoke, Leiter Programme der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, ist der Deutsche Kita-Preis mehr als ein Wettbewerb: Er soll fachliche Orientierung bieten und die Qualitätsdebatte rund um Kitas befördern.

  • Herr Knoke, was macht Ihrer Meinung nach eine gute Kita aus?
knokeEine gute Kita bietet vor allem erst einmal allen Kindern die besten Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote. Für den Kita-Preis haben wir dieses Verständnis gemeinsam mit unseren Partnern in vier Qualitätsdimensionen übersetzt: Kindorientierung, Sozialraumorientierung, Partizipation und Lernende Organisation. Über diese fachlichen Aspekte hinaus nehmen wir zwei Dinge in den Fokus. Erstens schauen wir auf die Entwicklungsprozesse. Eine gute Kita in diesem Sinne setzt sich kontinuierlich mit der Qualität ihrer Arbeit auseinander. Das heißt, sie prüft ihre Angebote, sie weiß, was sie gut kann und wo sie besser werden will, sie setzt sich Ziele und prüft diese regelmäßig. Eine gute Kita hat Qualitätsprozesse im Blick. Zweitens ist Qualität auch immer von Rahmenbedingungen abhängig, und die sind zwischen den Bundesländern, innerhalb der Bundesländer, im Dorf oder in der Stadt grundverschieden. Gute Qualität misst sich auch immer daran, wie gut es einer Kita gelingt, die jeweiligen Rahmenbedingungen so zu nutzen, dass die Qualität bei ihr stimmt. Also Kindorientierung, Entwicklungsorientierung und Kontextbezug – das macht eine gute Kita aus.

  • Brauchen wir ein Bundesqualitätsgesetz für Kitas?

Wir würden es sehr begrüßen, wenn Bund und Länder das geplante Bundesqualitätsentwicklungsgesetz umsetzen. Wir glauben, dass eine gemeinsame Orientierung, vor allem aber auch ausreichende Ressourcen und gute Strukturrahmenbedingungen wichtige und notwendige Voraussetzungen für eine hohe Qualität sind. Es sind aber gleichzeitig keine hinreichenden Voraussetzungen, weil die Qualität selbst auf dieser Grundlage natürlich vor Ort von den Fachkräften und ihren Partnern hergestellt werden muss.

  • Was sind zurzeit die größten Herausforderungen für Kitas?

Wir haben 2016 fünfzig bundesweite Dialoge zu diesem Thema durchgeführt, mit zweieinhalbtausend Teilnehmenden. Wir haben gefragt: Was ist für euch Qualität, was befördert und was behindert sie? Das Ergebnis fiel ziemlich klar aus. Die Fachkräfte aus den Kitas sagen: „Wir brauchen mehr Zeit.“ Und zwar nicht nur pauschal, sondern sie brauchen mehr Zeit für die Kinder, also einen guten Betreuungsschlüssel, und mehr Zeit für die Arbeit mit den Eltern. Sie brauchen Zeit für die Qualitätsentwicklung im Team und vor allem auch für Leitungsaufgaben. Und die vierte große Aussage war: „Wir brauchen mehr Zeit für Kooperationen und Vernetzungen im sozialen Raum.“ Das waren sehr eindeutige Rückmeldungen. Aktuell benennen Kitas natürlich auch ganz konkrete Herausforderungen: Die Integration geflüchteter Kinder, Inklusion oder Sprachförderung – da gibt es sehr viele Aufgaben, aber im Grunde haben wir gehört, dass es vor allem an der Zeit hängt.

  • Wie kann der Kita-Preis dazu beitragen, die Qualität von Kitas in Deutschland flächendeckend zu verbessern?

Der Kita-Preis ist mehr als ein reiner Wettbewerb, bei dem am Ende fünf Einrichtungen und fünf lokale Bündnisse gewinnen und alle anderen leer ausgehen. Unsere Partner und wir verbinden drei Anliegen mit dem Kita-Preis. Erstens: Wir wollen ganz klar gutes Engagement und gute Praxis würdigen. Also allein die Nachricht, dass es nicht nur einen Schulpreis gibt, sondern auch einen Kita-Preis, soll zeigen: Frühe Bildung ist mindestens genauso wichtig wie schulische Bildung. Das zweite Anliegen ist: Wir wollen Impulse für Qualität geben. Schon durch die Teilnahme am Bewerbungsverfahren wollen wir Kitas herausfordern, sich mit ihrer Qualität auseinanderzusetzen. Wir glauben, dass die Kriterien ihnen Orientierung bieten können und wir damit eine Form von Qualitätsverständnis in die Praxis transportieren. Wir wollen anhand der Bewerbungen ganz praktisch zeigen, wie vielfältig gute Qualität aussehen kann. Und das Dritte ist: Wir wollen mithilfe der Partner öffentlich sichtbar machen, wie wichtig das Thema Qualität ist. Hier kann der Kita-Preis mehr erreichen, als einzelne Einrichtungen auszuzeichnen.


Hintergrund: Deutscher Kita-Preis
Die neue Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Karg-Stiftung und dem Didacta Verband. Medienpartner sind das Magazin MeineKita und das Eltern-Magazin, Kooperationspartner ist der KiKA von ARD und ZDF. Rund 1.270 Kitas und über 170 Sozialbündnisse haben sich für die Auszeichnung beworben. Die Preisverleihung findet am 3. Mai 2018 in Berlin statt. Mit ihren Programmen verfolgt die DKJS das Ziel, praktische Antworten auf bildungspolitische Fragen zu entwickeln und Verbesserungen im Bildungssystem anzustoßen. Mehr unter: www.deutscher-kita-preis.de


Vom 20. bis 24. Februar 2018 führt die didacta als weltweit größte und Deutschlands wichtigste Bildungsmesse wieder Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Hannover zusammen.

Weitere Veranstaltungen zum Thema:

Forum didacta aktuell
Qualität hat viele Gesichter – Wege zur guten Reflexion

Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis Pädagoge, Anthropologe, Genetiker und Psychologe. Weitere Informationen unter: www.deutscher-kita-preis.de
Dr. Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi)
Dr. Isabel Creuznacher, Coach und Motivationstrainerin
Franziska Larrá - pädagogische Geschäftsführerin Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH
Julia Zdrenka, Kita Colorito, Kitaleitung
Moderation Jan Hofer (ZDF)

Mittwoch, 21. Februar 2018
15:00 - 15:45 Uhr
Veranstalter: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und Partner

Fachforum „Der Deutsche Kita-Preis – Qualität hat viele Gesichter – Beteiligung – als Voraussetzung für Qualitätsentwicklung!“

Grußwort Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Frau Prof. Dr. Nentwig-Gesemann, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin
Katrin Molkentin, Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagesbetreuung (BEVKi)
Dr. Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi). Weitere Informationen unter: www.deutscher-kita-preis.de
Janina Seifert, Elbkindergarten Hamburg, Kitaleitung

Dienstag, 20. Februar 2018
14:00 - 16:00 Uhr
Convention Center (CC), Saal 1A
Veranstalter: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und Partner

Kita-Seminare
Qualität in Kitas – wer bestimmt, was gut ist?
Auftaktvortrag: Qualität ist ein Konstrukt
Dr. Christa Preissing, Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi)
Dienstag, 20. Februar 2018
10:30 bis 12:00 Uhr
Convention Center: Saal 1A
Veranstalter: Didacta Verband e.V. Verband der Bildungswirtschaft

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen der didacta 2018 finden Sie unter www.didacta-hannover.de und www.facebook.com/didacta.bildungsmesse.

Quelle: www.bildungsklick.de
Foto: © DKJS

Verhandlungen über Beitragsfreiheit in Niedersachsen


Die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände haben heute ein erstes Gespräch über die Beitragsfreiheit im Kindergarten geführt. Dabei ist deutlich geworden, dass Land und Kommunen der frühkindlichen Bildung einen hohen Stellenwert beimessen.

nifbe feiert mit illustren Gästen den zehnten Geburtstag

„Das nifbe ist etwas ganz Besonderes und bundesweit eine einmalige Perle“ – mit diesen Worten gratulierte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler dem nifbe zu seinem zehnten Geburtstag und unterstrich das politische Ziel, dem nifbe in Zukunft größere Planungssicherheit durch eine „Verstetigung und langfristige Finanzierung“ zu verschaffen.

Plakat Begrüßung 535

Zahl der Tagesmütter und -väter stagniert


Im Jahr 2017 wurden 162.395 Kinder in Tagespflege betreut. Das sind fast 10.000 Kinder mehr als im Vorjahr (+6%). Damit steigt ihre Zahl seit Jahren kontinuierlich und hat sich im Vergleich zu 2006 fast verdreifacht. Dagegen bleibt die Anzahl der Tagesmütter und -väter seit etwa fünf Jahren stabil bei zuletzt knapp 44.000 Personen, was einem Plus von 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ihre Zahl ist damit seit 2006 nur um knapp 50 % gestiegen, so dass im Schnitt mehr Kinder auf eine Tagespflegeperson kommen: Im Jahr 2017 war eine Tagesmutter oder ein Tagesvater durchschnittlich für 3,7 Kinder zuständig. 2006 waren es lediglich 2,0 Kinder. Das zeigen Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung.

75 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher befürworten den verantwortungsvollen Umgang mit Computern in Kitas. Die technische Ausstattung der Einrichtungen ist mangelhaft, fast die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte zeigt sich unzufrieden.

Der Fachkräftebedarf im Kita-Bereich ist hoch und wird noch steigen. Vincent Hochhausen von "Meine Kita" sprach mit Nina Weimann-Sandig darüber, was getan werden muss, um diesen Bedarf zu decken – und gleichzeitig Qualität sicherzustellen.

Kostenfreie MultiplikatorInnen-Qualifizierung für das Fortbildungsprogramm "EmMa - ErzieherInnen machen Mathematik"

 
Sie haben Erfahrungen in der Erwachsenenbildung? Sie interessieren sich für Mathematik? Sie kommen aus dem Bereich der Frühpädagogik? Dann könnte die kostenfreie Qualifizierung zum/zur Multiplikator/in zur frühen mathematischen Bildung des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) für Sie von Interesse sein.