Ist eine Bildungs- und Erziehungspartnerschaft realistisch?


Was bedeutet die allerorten beschworene Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften in der KiTa eigentlich bei genauerem Hinblicken? Ist eine Kooperation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe überhaupt realistisch bei der großen individuellen, sozialen und kulturellen Vielfalt von Familien und ihren jeweiligen Erziehungsvorstellungen? Diese Frage stand im Fokus der Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind und fand einige doch überraschende Antworten.

Gute Kitas nur mit dauerhafter Unterstützung durch den Bund

Der Bundesrat fordert, dass sich die Bundesregierung finanziell über das Jahr 2020 hinaus dauerhaft an der Verbesserung der Kinderbetreuung beteiligt. Nur so könne die Qualität in den Kitas bundesweit tatsächlich verbessert werden, erklären die Länder in ihrer Stellungnahme vom 19. Oktober 2018 zum Regierungsentwurf des Guten-Kita-Gesetzes.
 

Deutsche Liga: Mehr Ressourcen und bessere Qualität in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft notwendig

Kinder verbringen zunehmend mehr Zeit in Tagesbetreuung. Das Eintrittsalter rückt nach vorne und die wöchentliche Betreuungszeit nimmt zu. Vor diesem Hintergrund wird eine gut funktionierende Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindertageseinrichtungen bzw. Kindertagespflegestellen immer wichtiger. Die Deutsche Liga für das Kind fordert die Politik in Bund, Ländern und Kommunen auf, einen angemessenen Teil der in den kommenden Jahren im Rahmen des Gute-Kita-Gesetzes vorgesehenen zusätzlichen Mittel für eine bessere Qualität in der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft einzusetzen.

"Qualitätsversprechen einlösen!"


Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und die Gewerkschaften sehen Nachbesserungsbedarf im Entwurf des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung.

Die größer werdende Bedeutung frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung machen einen Ausbau der Kindertagesbetreuung und langfristige Investitionen des Bundes, auch in die Qualität der Angebote, notwendig. Die Investitionen sollten über 2022 hinausgehen, unterstreicht Caritas-Präsident Peter Neher, der auch die Präsidentschaft der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) innehat. Nur bei einer dauerhaften Beteiligung des Bundes an der Finanzierung sei davon auszugehen, dass die Länder die Qualität der Kindertagesbetreuung konsequent weiterentwickeln.

Tonne: „Frühe Förderung der Kinder und haben für das Land hohe Priorität"

In Niedersachsen werden immer mehr Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut: 68.176 Kinder dieser Altersgruppe waren es zum Stichtag 1. März 2018, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am (heutigen) Mittwoch mitteilte. Das ist ein Aufwuchs um rund 3.800 Kinder oder sechs Prozent im Vergleich zum Stichtag 2017 (64.400). Die Betreuungsquote im U3-Bereich stieg damit auf 30,9 Prozent (2017: 29,6 Prozent).

Wer soll die fehlenden Fachkräfte in KiTas ausbilden?


Der gravierende Fachkräftemangel in den KiTas ist mittlerweile bei allen relevanten Akteuren im Feld sowie in der Politik als zentrale Herausforderung erkannt worden. Rund 330.000 Fachkräfte werden aktuellen Prognosen zufolge bei einem bedarfsgerechten Ausbau bis zum Jahr 2025 zusätzlich gebraucht. Doch wer soll diese immense Anzahl fehlender Fachkräfte ausbilden und wie kann auch hier die Qualität gesichert werden?

Land unterstützt innovative Projekte der Zusammenarbeit von Kita und Grundschule

Um Kindern eine kindgerechte Bildung ohne Brüche zu ermöglichen, bedarf es einer engen Kooperation zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule. Basis dafür ist ein gemeinsames Bildungsverständnis und eine zwischen beiden Institutionen abgestimmte Gestaltung von anschlussfähigen Bildungsprozessen im Übergang vom Elementar- in den Primarbereich.

Wie Kleinkinder auf dornige Pflanzen reagieren


Der Mensch hat sich während seiner Evolution Wissen über den Umgang mit Pflanzen angeeignet. Bisherige Forschung zeigte, dass die meisten Kinder zögern, bevor sie harmlos aussehende Pflanzen berühren. In einer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftlerinnen am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung nun, wie Kleinkinder im Alter von 8 bis 18 Monaten auf Pflanzen reagieren, die Dornen haben und somit anzeigen, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Evolution and Human Behavior erschienen.

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Die Aufnahme von Kindern in Begleitung eines Elternteils ist seit den 1990er Jahren zu einem Qualitätsstandard in Kindertageseinrichtungen geworden. Insbesondere für Kinder unter drei Jahren ermöglicht eine sorgfältige Gestaltung des Aufnahmeprozesses in Begleitung eines Elternteils einen Übergang in die neue Umgebung, der eine Überforderung der Kinder und die damit verbundenen Risiken vermeiden hilft.

Unter dem Motto "Lesen bringt uns weiter. Lesestart für Flüchtlingskinder" hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit der Stiftung Lesen das Leseförderprogramm für geflüchtete Kinder weiterentwickelt.