Bundesjugendministerin Manuela Schwesig eröffnet den 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag in Düsseldorf


„Die Zeit ist reif für Kinderrechte ins Grundgesetz. Das wäre eine Verbesserung, die ganz konkret die Rechte von Kindern stärkt und ihren Schutz verbessert,“ machte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zum Auftakt des 16. Kinder- und Jugendhilfetages deutlich. „Bisher spielen Kinder im Grundgesetz nur eine Nebenrolle. Als Hauptpersonen treten sie in unserer Verfassung nicht auf. Das müssen wir ändern. Kinder haben eigene Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse. Wir müssen ihre Rechte da festschreiben, wo die Pfeiler unseres Zusammenlebens geregelt sind: Bei den Grundrechten im Grundgesetz.“

Stellungnahme der BAG-BEK zum Zwischenbericht


Hintergrund:

Im November 2016 wurde der Zwischenbericht „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ von Bund und Ländern vorgestellt. Erarbeitet wurde der Zwischenbericht von einer Arbeitsgruppe, die aus Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden besteht. Vertreterinnen und Vertretern aus den in der Kindertagesbetreuung verantwortlichen Verbänden und Organisationen sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis unterstützten die Arbeitsgruppe dabei im Rahmen eines Expertendialogs. (s.a. hier: Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung)


Die AG Fachberatung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung (BAG-BEK) begrüßt den Dialog zum quantitativen und qualitativen Ausbau der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung und die Hervorhebung der Bedeutung der Fachberatung und des Unterstützungssystems.

Doch „obwohl die Kommission die Fachberatung durchgängig in ihrer Bedeutung, Möglichkeiten und Chancen darstellt und den Anspruch erhebt die Rahmenbedingungen für Fachberatung zu verbessern, wird die Fachberatung im Zwischenbericht nicht als eigenes Handlungsfeld aufgeführt und ausformuliert, sondern nur als Querschnittsthematik berücksichtigt.“

Dies entspreche nicht ihrer zunehmenden Bedeutung innerhalb des Feldes. Die Ausdifferenzierung der Landschaft der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, erfordere neben dem sachgerechten Ausbau „auch den Aufbau eines von hoher Qualität geprägten Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungssystems unter Begleitung und Unterstützung durch Fachberatung“.

Um die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an das Feld maßgeblich von einer Metaebene heraus zu unterstützen seien vielfältige Aufgaben zu nennen:
  • praxisbegleitende, prozessorientierte und kontinuierliche Qualitätsentwicklung,
  • Beratung von Trägern und Diskussion hinsichtlich anstehender Handlungsbedarfe bezogen auf die
  • einzelnen Einrichtungen und die Region (Jugendhilfeplanung),
  • Realisierung und Verstetigung der Bildungspläne und –programme in den Einrichtungsteams,
  • Zeitnahe strukturelle und konzeptionelle Anpassungen der Kindertageseinrichtungen an
  • gesellschaftliche Entwicklungen (z.B. Zuzug von Migrant*innen),
  • Ausbau von Ganztageseinrichtungen für alle Altersgruppen
  • Realisierung von Inklusion,
  • Zusammenarbeit mit Grundschulen,
  • Orientierung an den spezifischen Bedarfen des Sozialraumes,
  • Vernetzung zwischen Einrichtungen der Jugendhilfe und sozialen Arbeit, der Kommunen und den
  • spezifischen Fachkräften,
  • Realisierung der SGB VIII Reform und ihrer Ansprüche an die Kindertageseinrichtungen,
  • Inhaltliche Begleitung und Unterstützung der Einrichtungsteams in Zeiten des Fachkräftemangels, der
  • Ausbildung von Hilfskräften und des Generationenwechsels,
  • Alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung,
  • Unterstützung bei spezifischen Aufgaben, wie der Realisierung UN-Kinderrechtskonvention und der
  • alltagsintegrierten Sprachbegleitung,
  • Begleitung bei der Weiterentwicklung von Partizipation der Kindern, Eltern und Mitarbeiter/innen,
  • Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Ausbildungsinstitutionen,
  • Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie Praxis-Wissenschaftstransfer.


Fachberatung als Qualitätsentwicklungsmotor

Die BAG-BEK hält daher eine Berücksichtigung der Fachberatung innerhalb eines eigenständigen Handlungsfeldes für unabdingbar. Nur durch die Betonung der Fachberatung als Qualitätsentwicklungsmotor dieses Arbeitsfeldes und ihrer Bedeutung könne den Entscheidungsträgern in den Ländern und bei den kommunalen und freien Trägern verständlich werden, dass sie die Verantwortung dafür tragen ein konsistentes Fachberatungssystem zu entwickeln und aufzubauen, welches den aktuellen Anforderungen und den zukünftigen Herausforderungen gerecht wird.

Die Arbeitsgruppe Fachberatung der BAG-BEK, bestehend aus Fachberater*innen, Wissenschaftler*innen, Multiplikator*innen und Trägervertreter*innen, hat sich den Auftrag gegeben das Praxisfeld der Fachberatung im System der Kindertagesbetreuung diskursiv zu begleiten. Damit möchte sie zu einem Professionalisierungsprozess sowohl des Feldes als auch der Akteur*innen durch Vernetzung, Austausch, Forschung und Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft beitragen.

Download Stellungnahme


Familienzentren gelten als adäquate Antwort auf rasante gesellschaftliche Entwicklungen wie die Veränderung der Familienmodelle und eine grundsätzlich zunehmende individuelle, soziale und kulturelle Vielfalt. Sie sind Orte der Begegnung, Bildung und Beratung für Familien, sind dem kulturellen und sozialen Umfeld geöffnet und stehen somit allen Familien in der Umgebung offen. Familien finden hier wohnortnah vielfältige, unterstützende Angebote, die an ihren jeweiligen Bedürfnissen und Bedarfen ansetzen und an deren Entwicklung sie beteiligt sind. Ein Familienzentrum ist ein Netzwerk, das Kinder individuell fördert und Familien berät, unterstützt und begleitet. So können die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern mit Beratungs- und Hilfsangeboten für Familien sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Wie entsteht Sprache, welche Zugänge haben Kinder zu ihr und wie können pädagogische Fachkräfte die Sprachbildung in der KiTa alltagsintegriert begleiten und fördern? Diese Fragen standen im Zentrum einer frühzeitig ausgebuchten Kooperationstagung der Universität Osnabrück und des nifbe im Osnabrücker Schloss.

zimmer 150Zur Begrüßung wies nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer auf die Bedeutung von Bewegung in Bildungsprozessen und auf entsprechende alltagsintegrierte Zugänge zur Sprache hin, „die für Kinder bedeutsam und lustvoll sind“.

Sie stellte die gemeinsam mit ihrem Team im nifbe entwickelten Konzepte zur bewegten Sprachförderung und zur Sprachbeobachtung (BaSiK) vor und wies auf deren zunehmende Verbreitung in den Bundesländern und insbesondere in Nordrhein-Westfalen hin.

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) führt im Rahmen einer Studie eine Online-Befragung für das Weiterbildungspersonal für frühpädagogische Fachkräfte durch. Noch bis zum 30. Juni 2017 können Weiterbildnerinnen und Weiterbildner daran teilnehmen.

Gesundheitsministerin Cornelia Rundt: „Jedes Kind ist uns wichtig und hat ein Recht darauf, geliebt und geschützt aufzuwachsen!"


Anlässlich der 10-jährigen Landesförderung der Koordinierungszentren Kinderschutz in Niedersachsen hat die diesjährige Niedersächsische Kinderschutzkonferenz im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover getagt. Hier hat das Koordinierungszentrum Kinderschutz von Stadt und Region Hannover seinen Sitz und hat stellvertretend sein Fazit im Rahmen der diesjährigen Niedersächsischen Kinderschutzkonferenz vorgestellt.

Neuer nifbe-Film zum Experimentieren, Forschen und Gestalten in Lernwerkstätten


Lernwerkstätten bieten Pädagogischen Fachkräften und Kindern anregungsreiche Räume zum Experimentieren, Entdecken und kreativen Gestalten. Sie können dabei sowohl auf die freie Arbeit mit bedeutungsoffenen Materialien wie auch auf ästhetische Bildungsprozesse oder Erfahrungen mit Mathematik, Naturwissenschaften und Technik ausgerichtet sein. Sie knüpfen an die natürliche Neugierde, die kreative Lust und den Forschergeist der Kinder an.

9783525701911Martin Kühn und Julia Bialek gelingt es in ihrem Buch zugleich wissenschaftlich-theoretisches Wissen und praktische Tipps für die Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zu liefern sowie diese mit gesellschaftskritischen oder (bildungs-)politischen Aspekten zu verknüpfen. Ausgehend von aktuellen Zahlen und Daten zum Thema Flucht und Vertreibung, bereiten sie die Themen Trauma, Gewalt und Fremdheit vielschichtig auf. In einem zweiten Schritt werden Konzepte und Methoden der Traumapädagogik dargestellt. Anschließend geben Kühn und Bialek für die Praxisfelder Kindertagesstätte, Schule und Jugendhilfe Anregungen und Tipps. Abgerundet wird das Buch mit Ausführungen zum Thema Selbstfürsorge für traumapädagogische Fachkräfte. Zu den verschiedenen Bereichen sind jeweils Praxistipps, Link- und Literatursammlungen sowie veranschaulichende Grafiken und Tabellen beigefügt.

Ergebnisse der Online-Befragung im Programm Qualität vor Ort

Die Fachkräfte in Kitas und der Kindertagespflege setzen sich mit ganzer Kraft für ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot ein. Eine Online-Umfrage des Bundeprogramms Qualität vor Ort zeigt jetzt, dass dieser Einsatz auch bei den Eltern ankommt: 93 Prozent der befragten Mütter und Väter merken, dass die Betreuungsprofis hoch engagiert sind und häufig bis zur Belastungsgrenze arbeiten. Die Qualität der Angebote in ihrer Region bewerteten die Umfrageteilnehmer übrigens überwiegend positiv. Doch 16 Prozent der Eltern und 15 Prozent der Kinderbetreuer erleben die Situation in ihrem Umfeld als schlecht.

Unter dem Titel „KiTa-Leitung unter Druck“ stellte die Bertelsmann-Stiftung auf einer Tagung in Berlin jetzt „Strukturen und Strategien für das professionelle Führen und Leiten von Kindertageseinrichtungen“ vor.

stein 150Grundlage dafür bildeten, wie Annette Stein, Direktorin für wirksame Bildungsinvestitionen bei der Bertelsmann-Stiftung, zur Begrüßung erläuterte, detaillierte statistische Erhebungen sowie vier Forschungsprojekte. Ziel sei es, die Position von Kita-Leitung als Schlüssel zur Qualitätsentwicklung zu stärken und allen Kindern gute Entwicklungschancen zu bieten. Bis zu diesem Ziel, so räumt Annette Stein ein, „brauchen wir aber noch viel Bewegung und viele Reformen“.