Gleichwertiges Zusammenwirken von Forschung und Praxis

In einem Positionspapier setzt sich die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ mit dem Ansatz der partizipativen Forschung auseinander und diskutiert, warum partizipative Forschungsprojekte in der Kinder- und Jugendhilfe an Popularität und Relevanz gewinnen sollten. Trotz des Beteiligungsparadigmas und vielfältiger Partizipationsansätze in der Kinder- und Jugendhilfe sind Forschungsprojekte mit einem dezidiert partizipativen Ansatz hier bislang nur vereinzelt erkennbar. Partizipative Forschung benötigt nach Ansicht der AGJ u. a. flexiblere Förderkonditionen, um die erforderliche Offenheit partizipativer Projekte zu unterstützen, sichere soziale Räume, in denen Forscher*innen und Co-Forscher*innen einen Austauschprozess auf Augenhöhe gestalten können, sowie ein verändertes wissenschaftliches Rollenverständnis im Sinne eines gleichwertigen Zusammenwirkens verschiedener Perspektiven.

Waltraud Weegmann: „Wir benötigen gute Lösungen, um Kita-Qualität zu sichern.“


Fachkräftealarm im Kita-System: Bundesweit fehlen über 100.000 Erzieher*innen. Durch die Corona-Pandemie hat sich das Fachkräfte-Problem weiter zugespitzt: Viele Erzieher*innen, die zur Risikogruppe gehören, können derzeit nicht arbeiten. Der eklatante Fachkräftemangel ist einer Träger-Befragung des Deutschen Kitaverbands zufolge die derzeit dringendste Herausforderung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Denn die Auswirkungen sind für alle Beteiligten deutlich spürbar: Träger können den Familien nicht ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung stellen. Die vorhandene Kita-Teams arbeiten an der Belastungsgrenze. Es kommt zu Beeinträchtigungen der Kita-Qualität.
Familienzentren in ihrer Vielfalt und Pluralität sind bundesweit eine wichtige Form der Familienförderung. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. will mit seinen aktuellen Empfehlungen die erfolgreiche Arbeit von Familienzentren stärken. Dazu braucht es weiterentwickelte strukturelle Rahmenbedingungen.
Die Kindheitspädagogin Lea Wedewardt bietet seit Anfang des Jahres einen kostenlosen Podcast zu einer achtsamen, gewaltfreien und bedürfnisorientierten Kinderbetreuung an. Im Zentrum des Podcasts stehen immer wieder die drei Dimensionen einer bedürfnisorientierten Kinderbetreuung: die Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen aller Beteiligten der Kinderbetreuung (der Kinder, Eltern und Fachkräfte).
"Praxisanleitung digital" ist Teil des Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“ und wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Es umfasst die Themenfelder Handlungskompetenzen für die Praxisanleitung, Aufgaben für Anzuleitende, Pädagogische Inhalte und Inhalte für die Kita-Leitung. Hierbei führt pädquis als Kooperationsinstitut der Karl-Franzens-Universität zu Graz unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Catherine Walter-Laager ein digitales Vertiefungsangebot mit dem Schwerpunkt Praxisanleitung durch.

Appell der niedersächsischen Fachschulen Sozialpädagogik und Berufsfachschulen Sozialpädagogische Assistenz

Angesichts der schwelenden Diskussion um Reformbestrebungen in den Ausbildungen Sozialpädagogische*r Assistent*in und staatlich anerkennte*r Erzieher*in in Niedersachsen hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen Niedersachsen den Appell „Keine Mogelpackung in der Erzieher*innenausbildung!“ verfasst.

Sie weist darauf hin, dass die Ausbildung zur staatlich anerkennten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher in Niedersachsen ein auf Durchlässigkeit ausgelegtes Ausbildungssystem ist, welches Ausbildungsqualität auf DQR 6 gewährleistet. Die 65 Mitgliedschulen der Landesarbeitsgemeinschaft betrachten die Reformbestrebungen, die eine Absenkung der Ausbildungsqualität und somit den Verlust des DQR 6 bedeuten, eher als einen bedenklichen Rückschritt als einen Fortschritt.

Zentrale Anlaufstelle rund um die KiTa-Verpflegung und Ernährung

Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung geht in Niedersachsen an den Start. Als zentrale Anlaufstelle für alle Akteure und Interessierte im Umfeld von Kindertageseinrichtungen bietet sie landesweit fachliche Unterstützung bei der Gestaltung einer gesundheitsfördernden Verpflegung und der dazugehörigen Ernährungsbildung. Träger ist die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Schirmherrschaft hat Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast übernommen.
Auf einer ver.di Online-Veranstaltung wurden jetzt 15.000 Unterschriften an Kultusminister Grant-Hendrik Tonne für bessere Rahmenbedingungen übergeben und gemeinsam mit Erzieher*innen und den bildungspolitischen Sprecher*innen der Landtagsfraktionen über die Qualität in KiTas diskutiert. Forderungen von ver.di waren u.a. „Nie allein in der Gruppe“, „Bessere Personalschlüssel“, „Mehr Zeit für unmittelbare pädagogische Arbeit“, „Vorbereitungszeit für Leitungstätigkeit“ und „Bezahlte Ausbildung“.

Ministerin Giffey: Aufwertung sozialer Berufe findet statt und muss weiter vorangetrieben werden

Soziale Berufe sind für Jugendliche grundsätzlich attraktiv. Knapp ein Viertel kann sich vorstellen, in der Kindertagesbetreuung (24 Prozent) bzw. Pflege (21 Prozent) zu arbeiten. Beide Berufe werden als anspruchsvoll und abwechslungsreich betrachtet. Die wichtigsten Kriterien der Jugendlichen für die Berufswahl werden allerdings nur teilweise erfüllt: sie bewerten die Weiterentwicklungs- und Karrierechancen kritisch und nehmen das Gehalt als zu gering wahr. Das sind die Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung „Kindertagesbetreuung und Pflege – attraktive Berufe?“. Die Zahlen wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom SINUS-Institut erhoben.
Auf www.mika-erleben.de finden Erzieher und Eltern vielfältige Anregungen für die frühkindliche musikalische Bildung. Dabei erfahren sie, wie viele Berührungspunkte mit Musik ein Alltag mit Kindern bieten kann und wie sich daraus gemeinsame musikalische Erlebnisse schaffen lassen.