Ein Gastkommentar von Prof. Dr. Anke König zur Rede über die Fachkräftekrise in Kita, Schule und Jugendhilfe

csm Anke Koenig WiFF 90b72bc483Anke König ist Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Frühpädagogik an der Universität Vechta und war langjährige WiFF-Leiterin (Foto: DJI)Die Rede über den Fachkräftemangel in Kita, Schule und Jugendhilfe ist nicht neu. Seit Jahren wird das Thema diskutiert und darüber gern der Kern des Problems vergessen: die fehlende Innovation. Denn wenn Arbeitsfelder zu schnell wachsen, ist Modernisierung gefragt.

Bekanntlich steigt die Bedeutung der Dienstleistungsberufe, und dies gilt auch für den pädagogischen Bereich, seit Jahrzehnten. Der Mangel an pädagogischen Fachkräften heißt dabei aber nicht, dass weniger Menschen entsprechende Berufe ergreifen wollen – das Gegenteil ist der Fall: Diese Arbeitsfelder verzeichnen auffallend hohen und weiter wachsenden Zulauf – aber auch viel Abwanderung. Der Mangel ist vielfach selbstgemacht und berührt wesentliche strukturelle Fragen. Fehlende Innovation auf Seiten der Steuerung erweist sich im Feld der Erziehungs- und Bildungsberufe als ein entscheidendes Hemmnis.
Der Paritätische Gesamtverband hat an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und an die Ministerpräsidenten der Länder einen offenen Brandbrief aufgrund der aktuellen Corona-Situation in der Kindertagesbetreuung auf den Weg gebracht. Er beklagt hier eine zunehmende Verunsicherung und Belastung von Fachkräften, Kindern und Eltern und unterstreicht: Wenn die Kindertagesbetreuung für die Kinder da sein soll, muss die Politik für die Kindertagesbetreuung da sein!

Studie untersucht Auswirkungen der durch Covid-19 bedingten Kita Schließungen auf die sprachliche Entwicklung 3-6-jähriger Kinder


In einer gemeinsamen Studie möchten die Hochschule Emden/Leer und die HAWK Hildesheim die Auswirkungen der durch Covid-19 bedingten KiTa Schließungen auf die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren in den Blick nehmen. Die Aktualität der Forschungsfrage und die Gesamtsituation der sprachlichen Auffälligkeiten von Kindern erfordern schnelle und konkrete Antworten aus der Praxis, um Fachkräfte in Kindertagesstätten und somit die betroffenen Kinder gezielt unterstützen zu können.
Im Rahmen der nifbe-Vortragsreihe „KiTa in Corona-Zeiten“ stellte Prof. Dr. Yvonne Anders von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg eine groß angelegte Studie zur Kindertagesbetreuung und zu Familien mit KiTa-Kindern in der Corona-Pandemie vor. Ziel der im April und Mai 2020 mit über 10.000 Eltern und über 5.000 Fachkräften durchgeführten Studie war dabei „die Erfassung und ein besseres Verständnis der Herausforderungen und Auswirkungen der Corona-Krise auf die (Arbeits-)Situation der jeweiligen Zielgruppe“. Bei den Familien standen so Fragen zur aktuellen Belastung, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Mediennutzung der Kinder und zur Zusammenarbeit mit der KiTa im Fokus. Bei den Fachkräften wurde der Umgang mit der aktuellen Situation und insbesondere auch die Gestaltung der (digitalen) Zusammenarbeit mit Eltern erfasst.
Anlässlich eines jetzt vorliegenden Regierungsentwurfes zur Novellierung des Niedersächsischen KitaG hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Elterninitiativen (LAG) einen offenen Brief an die politischen Vertreter*innen des Landes Niedersachsen verfasst. Eindringlich wird hier auf die notwendige Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels und auf den akuten Fachkräftemangel als derzeit drängendste Probleme hingewiesen.
Die aktuellen Auswirkungen und Herausforderungen der Corona-Pandemie auf die Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung standen im Fokus der digitalen Herbsttagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit (BAG-BEK). Die BAG-BEK-Vorsitzende Prof. Dr. Tina Friedrich freute sich zur Begrüßung über die „tolle Resonanz“ auf die digitale Premiere mit fast 200 Anmeldungen aus allen Bereichen der frühkindlichen Bildung – von der KiTa-Praxis über Fachberatungen, Träger-Vertreter*innen, Aus- und Weiterbildner*innen bis zur Hochschule und Forschung. Exemplarisch funktionierte somit der interdisziplinäre Vernetzungsansatz der BAK-BEK.
Rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor – diese Zahl ist seit Jahren konstant. Erstmalig geht die Vorlesestudie 2020 der Frage nach, welche Gründe dahinterstecken. Dazu wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.

Tag der Kitaverpflegung am 28. Oktober 2020 in Niedersachsen


Am heutigen Tag der Kitaverpflegung probieren 7.724 niedersächsische Kitakinder einen besonderen Snack: Die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Niedersachsen hatte alle Kindertagesstätten im Land aufgerufen, ihre Lieblingsrezepte einzusenden. Das von einer Fachjury ausgewählte Snack-Rezept „Knusperbrot“ wird heute in 125 Einrichtungen zubereitet. Eine Auswahl der eingereichten Rezepte und Tischsprüche ist auf der Website der Vernetzungsstelle abrufbar. Ziel des Aktionstags ist es, die Kitaverpflegung zu verbessern sowie kulturelle und kulinarische Vielfalt gemeinsam zu erleben.

Kostenloser Online-Kurs zum Adultismus


„Weil ich das so sage“, „Das kannst du noch nicht“, „Das verstehst du noch nicht“ – immer wieder wird Kindern von Erwachsenen auf drastische Weise das Machtungleichgewicht vor Augen geführt und der oft geforderte Dialog auf Augenhöhe in der KiTa konterkariert. Diese Diskriminierung aufgrund des Altersunterschiedes nennt man etwas sperrig „Adultismus“.

Bedeutung und Veränderung der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen in Zeiten der COVID-19-Pandemie


Angesichts der zum Teil gravierenden Veränderungen für den Arbeitsalltag von Fachberater*innen hat die AG Fachberatung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Frühen Kindheit (BAG-BEK) eine Stellungnahme verfasst. Beleuchtet wird hier die aktuelle Arbeitssituation der Fachberater*innen sowie die Auswirkungen der Corona-Situation auf ihr professionelles Handeln und entsprechende Formen und Inhalte.

Im Fokus steht dabei einerseits die Frage, welchen Beitrag Fachberater*innen für die Aufrechterhaltung des Angebotes in der aktuellen Situation geleistet haben und was sie dabei wiederum gestützt hat. Andererseits wird gefragt, wie gleichzeitig die Sicherstellung des originären Erziehungs-, Bildungs- und Schutzauftrages von Kindertageseinrichtungen geleistet werden kann.