9783779939764 175Gerd E. Schäfer ist in der Frühpädagogik ein Mann der ersten Stunde und hat die Diskussion über frühkindliche (Selbst-) Bildungsprozesse über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitgeprägt. Mit 77 Jahren hat er jetzt ein voluminöses Alterswerk vorgelegt, in dem er seine bisherigen Ansätze weiterdenkt und ergänzt.

Seinen „Entwurf einer Praxis und Theorie der frühen Kindheit“ stellt er unter den besonderen Fokus der zunehmenden individuellen, sozialen und kulturellen Vielfalt in der KiTa. Grundsätzlich zielt er auf ein Bildungsverständnis ab, „das nicht von vornherein auf einem Widerspruch aufbaut“ – nämlich einerseits die Selbstständigkeit der Kinder zu propagieren, sie aber andererseits fördern und bestimmte Kompetenzen vermitteln zu wollen und letztlich ihr Lernen „auf einem Nachdenken dessen au[zu]fbauen, was Erwachsene gedacht haben.“ Bildung versteht der Erziehungswissenschaftler dabei weder als einen rein individuellen Prozess des Kindes noch als einen rein sozialen Konstruktionsprozess, sondern „als Interaktionsprozess zwischen Kind, sozialen Beziehungen und kulturellen Bedingungen“.
978 3 525 70274 1 600x600Unterschiedlichste Formen von Elterngesprächen gehören zum pädagogischen Alltag. Je mehr Zeit die Kinder in Institutionen wie Kita und Schule verbringen, desto mehr gibt es in der Regel zu besprechen. Dass dabei häufig nicht nur eine Meinung vertreten wird und Einigkeit herrscht, versteht sich von selber.

„Elterngespräche konstruktiv führen“ von Kathi Ahl ist 2019 im Verlag Vandenhoek und Ruprecht erschienen und möchte einladen, die eigene Handlungskompetenz zu erweitern. Die Autorin ist langjährige Grundschullehrerin und Leiterin einer Frankfurter Grundschule. Zudem hat sie sich kontinuierlich weitergebildet und ist u.a. als systemische Beraterin und Coach freiberuflich tätig.
519zNx3DLKinder wachsen heute in einer Welt der digitalen Medien und man könnte sogar sagen in einer digitalen Kultur auf. In vielen Familien bestimmen und strukturieren digitale Medien den Lebensalltag und machen einen großen Teil der Freizeitbeschäftigung aus. In diesem Sinne erscheint ein medienfreier Raum für Kinder sowohl in der familialen Lebenswelt wie auch in der KiTa weitestgehend illusionär und unter dem Aspekt einer kritischen Medienkompetenz auch kontraproduktiv.

Ein praxisnahes Buch zur KiTa-Qualität aus Kindersicht


147Mit ihrem Buch "Was Kinder wollen und warum wir darauf hören sollten", fügen die Autorinnen dem Diskurs um die Qualität in der frühkindlichen Bildung einen wichtigen – häufig vernachlässigten – Blickwinkel hinzu: Die Sicht der Kinder. Deutlich wird die Überzeugung, dass die Interessen und Bedürfnisse derjenigen in den Blick genommen werden müssen, für die die Angebote sind, um eine gute Qualität von Betreuungs- und Bildungsangeboten zu garantieren. Valeska Pannier und Sophia Karwinkel ist es gelungen, namenhafte WissenschaftlerInnen sowie erfahrene PraktikerInnen als AutorInnen zu gewinnen. Ihrem Anspruch gemäß und besonders bereichernd ist es, dass zudem Kinder und ihre Meinungen durch Originalzitate oder Schilderungen von Beobachtungen sichtbar werden.

Wissenschaftlerinnen der Universitäten Heidelberg und Hildesheim veröffentlichen mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung kostenloses Handbuch für frühpädagogische Einrichtungen


Handbuch 175Der massive Ausbau von Betreuungsplätzen, ein bundesweiter Personalnotstand und gestiegene pädagogische Ansprüche stellen Kindertageseinrichtungen aktuell vor große Herausforderungen. Im Unterschied zu Schule, Hochschule und Weiterbildung existieren jedoch kaum Konzepte, die den Einrichtungen bei einer systematischen Weiterentwicklung ihrer Organisation helfen. Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung GmbH haben Wissenschaftlerinnen der Universitäten Heidelberg und Hildesheim über zwei Jahre vorbildliche Beispiele aus der Praxis untersucht und aufbereitet, wie Veränderungsprozesse in der Kita angestoßen werden können. Das jetzt erschienene Handbuch "Organisationsentwicklung in Kitas – Beispiele gelungener Praxis" bündelt die Ergebnisse und bietet Fachkräften und Leitungsteams erstmals konkrete Ansätze und neue Impulse zur eigenen Weiterentwicklung.
714 9M6oYdL 175Immer häufiger berichten Fachkräfte aus den KiTas über die deutliche Zunahme von herausfordernden Kindern auch in ihren Regelgruppen – Kinder, die sich nicht konzentrieren können, die keine Regeln einhalten, Kinder, die schlagen, treten beißen oder sich komplett entziehen. Darüber hinaus stellt die Umsetzung der Inklusion KiTas und Schulen grundsätzlich vor die Herausforderung, Kinder mit seelischen, körperlichen oder geistigen Behinderungen aufzunehmen und entsprechend die Bildungskonzepte und Rahmenbedingungen auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder auszurichten.
Betz et alBildungschancen in Deutschland sind nach wie vor recht unterschiedlich – abhängig von der sozialen Herkunft. Um für mehr Chancengerechtigkeit zu sorgen, wird seit geraumer Zeit das Konzept der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft hoch gehandelt. Was sich dahinter verbirgt und ob eine Zusammenarbeit zwischen Familien und Kindertageseinrichtung beziehungsweise Grundschule unter diesem Fokus die großen Erwartungen erfüllt, die damit verbunden werden, untersuchen Tanja Betz, Stefanie Bischoff, Nicoletta Eunicke, Laura B. Kayser und Katharina Zink (2017) in ihrem Buch: "Partner auf Augenhöhe? Forschungsbefunde zur Zusammenarbeit von Familien, Kitas und Schulen mit Blick auf Bildungschancen".

Wie können ErzieherInnen im Alltag lange fit und gesund bleiben?


9783779933137Dass „Kinderlärm“ so laut wie ein Rasenmäher ist, hat im Volksmund inzwischen die Runde gemacht. Nicht selten klagen Anwohner von Kitas und Spielplätzen gegen diese vor Gericht auf Grund von Lautstärke. Wie hoch die psychischen und physischen Belastungen am Arbeitsplatz Kita wirklich sind und wie Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten aktiv ihre Gesundheit fördern können untersuchten von 2010 bis 2012 MitarbeiterInnen der Alice –Salomon-Hochschule Berlin in nordrhein-westfälischen Kitas (STEGE-Studie).

imagesDie Interaktionsqualität in der KiTa gilt als ein entscheidender Faktor für eine gute und nachhaltige Bildung und Entwicklung der Kinder. Wie Interaktionen gelingen, wie sie gefördert und unterstützt werden können und welche Rahmenbedingungen dafür auch notwendig sind, beleuchtet nun näher ein aus dem Kontext des Bayrischen Instituts für Staatspädagogik (Monika Wertfein, Andreas Wildgruber, Claudia Wirts und Fabienne Becker-Stoll) herausgegebener Band.
media 41849514Die kindliche Entwicklung ist in den ersten Jahren von einer ungeheuren Geschwindigkeit und auch von komplexen, sich wechselseitig bedingenden Prozessen bestimmt. Neben der Familie spielt bei der kindlichen Entwicklung heute auch die institutionelle Kindertagesbetreuung eine immer größere Rolle. In dem von Franz Petermann und Silvia Wiedebusch herausgegebenem „Praxishandbuch Kindergarten“ bekommen frühpädagogische Fachkräfte nun einen umfangreichen Einblick in die entwicklungspsychologischen Grundlagen der Frühen Kindheit und die sich daraus ableitenden praxis- und anwendungsbezogenen Fragestellungen. Erklärtes Ziel des Handbuchs ist es in diesem Sinne die „Entwicklung von Kindern besser verstehen und damit auch angemessener fördern zu können“.