Das vorliegende Buch bietet einen fundierten Überblick über verschiedene theoretische Hintergründe von Familienberatung im Zeitraum der frühen Kindheit und unterschiedliche ressourcenorientierte Beratungskonzepte werden präsentiert. Der Blick geht auch über Deutschland hinaus, wenn beispielsweise frühkindliche Selbstregulationsprozesse in einer kulturvergleichenden Perspektive betrachtet werden.

 
Sinnliche Einblicke in die Welt der Kinder gibt der vom nifbe heraus gegebene Bild- und Text-Band „Auf die ersten Jahre kommt es an“. Auf 32 großformatigen Bildern und einem Begleittext wird gezeigt, wie Kinder die Welt entdecken, sich entwickeln und zentrale Kompetenzen und Fertigkeiten erlangen. In den ästhetisch anspruchsvollen Schwarz-Weiß-Bildern von Bettina Meckel spiegeln sich so auf unmittelbare Weise Neugierde und Forschergeist, Herausforderung und Selbstwirksamkeit, Kreativität und Begabungsentfaltung wider.
 
Allein schon der Titel macht deutlich, dass hier wirkliche Fachleute ihr Wissen und ihre Erfahrungen eingebracht haben, um das systemische Arbeiten in Kindergärten nahe zu bringen. Ob nun für KinderpflegerInnen, ErzieherInnen, SozialpädagogInnen im Gruppendienst oder in Leitungsfunktion: für sozialpädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen aller Couleur bietet dieses Buch hervorragende Hilfestellung, um den „bunten Obstsalat systemischer Möglichkeiten“ schmackhaft zu finden – und andererseits auch auf dem „Teppich der Realität“ zu bleiben (daher vielleicht auch der hervorragende Titel). Die Lebensanschauung der Kinder wird genauso thematisiert wie auch die Kollegenschaft, die Eltern, das soziale Umfeld, die Verwaltung und die gesamtgesellschaftlichen Einflüsse. Dabei wird hier nicht sprunghaft von einem Thema zu nächsten gehüpft, sondern wohlsortiert aus dem "Obstladen Kindergarten" das jeweils hilfreiche "Obst" ausgewählt, um eine gute Basis und differenzierte Geschmäcker für einen wohltuenden Gesamtobstsalat zu erhalten.

Wie lernen Kinder heute und wie können Sie dabei optimal begleitet werden? Dieser Frage widmet sich der Braunschweiger Neurobiologe Martin Korte und greift dabei insbesondere auf neue Erkenntnisse der Hirnforschung, aber auch der (Motivations-) Psychologie und Pädagogik zurück. Ziel des Buches ist es, insbesondere Eltern, aber auch Pädagogischen Fachkräften Rüstzeug für die emotionale, soziale und geistige Bildung der Kinder zu bieten.

 Ohne Zweifel: Kinder sind geborene Lerner und der Schmierstoff des Lernens ist ihre Lust auf Neues, ihre unstillbare Neugierde: „Das kindliche Gehirn lernt immer – nur nicht immer das, von dem andere möchten, dass Kinder es lernen.“ Daher, so Martin Korte, komme es darauf an spielerisch der Neugierde des Kindes zu folgen und dabei die richtige Balance zwischen Anregung, Herausforderung und Erfolgserlebnis zu finden.

 
In ihrem Buch „Bildung und Erziehung in Deutschland“ nimmt das Autorenteam rund um Fabienne Becker-Stoll und Bernard Nagel sowohl die rahmengebenden Bildungs- und Orientierungspläne der Länder als auch zentrale Inhalte und neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Elementarpädagogik in den Blick.

Mit den flächendeckend eingeführten Bildungs- und Orientierungsplänen sieht Bernard Nagel zunächst einmal den Bildungsauftrag von Kindertagesstätten eindeutig formuliert und in diesem Sinne die frühe Bildung als Fundament für das Bildungssystem.

 
Nichts weniger als eine grundlegende Reform – oder besser: Revolution – des Systems der frühkindlichen Bildung und Entwicklung fordert Ilse Wehrmann auf ebenso überzeugende wie inspirierende Weise in ihrem Buch “Deutschlands Zukunft: Bildung von Anfang an“.

Seit die PISA- und OECD-Studien erwiesen haben, dass Bildungschancen im hohen Maße von den sprachlichen Fähigkeiten der Kinder abhängen, ist die Sprachförderung in den Fokus der hiesigen Bildungspolitik gerückt. So gibt es mittlerweile in allen Bundesländern regelmäßige Sprachstands-Erhebungen in den Kindertageseinrichtungen und erhebliche Fördermittel und personelle Ressourcen werden in Sprachfördermaßnahmen investiert.

Kinder durchlaufen in den ersten drei Jahren eine rasante motorische, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung. In seinem Buch „0- 3 Jahre“ betrachtet der Frühpädagoge und Familienforscher Hartmut Kasten diese Zeit aus entwicklungspsychologischer Sicht und geht dabei auch auf neueste Erkenntnisse aus Hirnforschung und Genetik ein.
Kasten, der am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München tätig ist, definiert die Entwicklungspsychologie zunächst als eine erfahrungswissenschaftlich orientierte Disziplin und grenzt sie so von der Pädagogik als praxisorientierter Wissenschaft ab. Kritisch schreibt er der Entwicklungspsychologie dabei in das Stammbuch, das „ein insgesamt stärkere Anwendungsorientierung der entwicklungspsychologischen Forschung“ anzustreben wäre.

 
Die deutsche Kindergartenlandschaft ist durch eine ungeheure Vielfalt in Hinblick auf Trägerschaft, Organisationsform und pädagogische Konzepte geprägt. Da erscheint die Verständigung auf einheitliche und überprüfbare Qualitätsstandards zunächst fast wie ein aussichtsloses Unterfangen.

Prof. Wolfgang Tietze hat sich zwischen 1999 und 2006 dieser Herausforderung im Rahmen einer „Nationalen Qualitätsinitiative“ von Bund und Ländern zusammen mit einem MitarbeiterInnen-Team gestellt.

 
Einen kompakten und gelungenen Überblick über Geschichte, aktuellen Stand und die Spannungsfelder der Frühpädagogik in Deutschland liefern Dagmar Kasüschke und Klaus Fröhlich-Gildhoff in „Frühpädagogik heute“. Sie zeigen dabei zugleich, vor welchen gewaltigen Herausforderungen dieser Bereich in den nächsten Jahren von der Forschung und Didaktik bis zur Ausbildung des pädagogischen Fachpersonals noch steht.

Angelehnt an das „Profis in Kitas“-Programm der Robert Bosch-Stiftung formulieren die beiden AutorInnen zunächst ihr Bild vom Kind: Kinder lernen demnach in „Interaktion mit ihrer Umwelt und insbesondere mit den erwachsenen Bezugspersonen“ und sind dabei „Subjekte ihres eigenen Bildungsprozesses […] In einem ko-konstruktiven Prozess produzieren sie Wissen über die Welt und damit auch ein Bild von sich selbst und ein Bewusstsein über die eigene Persönlichkeit“.