Gerade in unseren westlichen Kulturen ist seit Jahren eine zunehmende Verunsicherung bei vielen Eltern festzustellen. Auf der einen Seite bestehen immer weniger großfamiliäre bzw. nachbarschaftliche Strukturen, innerhalb derer Hilfe und Unterstützung angeboten werden oder durch die schon vor der Geburt eigener Kinder viel praktischer Umgang mit Säuglingen weitergegebnen und erprobt werden kann. Auf der anderen Seite wächst vielfach der Druck dadurch, dass von Anfang an optimale Umgebungen und Förderungen für das Kind geboten werden sollen, damit es sich an eine sich ständig verändernde Wissensgesellschaft anpassen und erfolgreich in ihr groß werden kann. Zwangsläufig kann es in einer solchen Umgebung immer weniger Eltern gelingen, selbstbewusst, intuitiv und unbeschwert auf die Zeit mit dem Säugling zuzugehen.

Der vorliegende Band schließt eine Lücke in der Literatur zur Fort- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften. Der Text stammt aus den USA, wo seit Jahrzehnten Erfahrungen in diesem Bereich vorliegen. Die hier vorliegende Fassung ist aber sorgfältig auf die Bedingungen der vorschulischen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in Deutschland ausgerichtet. Einen so guten Text für die Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern hat es meiner Kenntnis nach im deutschen Sprachraum bisher noch nicht gegeben. Ich bin beeindruckt von der klaren Sprache, den anschaulichen Beispielen und der guten Strukturierung des Textes.

 
Bereits seit dem März 2003 ist das von Heidi Keller herausgegebene Handbuch der Kleinkindforschung nun in der dritten , verjüngten und ergänzten Auflage auf dem Markt. In einzigartiger Weise konnte dieses Handbuch in den ersten zwei Auflagen (1989, 1997) vielfältige Perspektiven und Ansätze der empirischen Arbeit im Zusammenhang mit diesem Lebensabschnitt bündeln und entwickelte sich darum schnell zum Standardwerk.