Der für den Schulbereich schon seit längerem hoch gehandelte Begriff der individuellen Förderung bekommt im Zuge der aktuellen Diskussion um Bildungsteilhabe und Chancengerechtigkeit auch in der Elementarpädagogik zunehmende Bedeutung. Trotz der Aktualität bleibt oftmals unklar, was genau mit „individueller Förderung“ gemeint ist und wie diese in den Kindertageseinrichtungen umgesetzt wird. Die Forschungsstelle Begabungsförderung des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) hat sich dieser Frage in einer umfangreichen Studie gewidmet, die unter Beteiligung eines repräsentativen Querschnitts niedersächsischer Kindertagesstätten (Kitas) durchgeführt wurde. Neben einigen theoretischen und praxisorientierten Beiträgen zum Thema lassen sich die Ergebnisse dieser Studie in dem aktuell erschienen Buch des nifbe nachlesen. Damit leistet das Institut einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion, der erstmalig in dieser Form im deutschsprachigen Raum zu finden ist.

Das Buch „Kinderalltag. Kulturen der Kindheit und ihre Bedeutung für Bindung, Bildung und Erziehung“ gibt einen Einblick in kulturelle Muster, die die sozialen Erfahrungen der ersten Lebensjahre prägen. Dabei wird vor allem auf zwei Prototypen fokussiert, deren Gegenüberstellung hilft, „Kultur überhaupt zu erkennen, denn normalerweise fällt uns das Vertraute, das „Normale“ nicht auf.“ (S. V), Diese Gegenüberstellung soll als Grundlage für weitere interdisziplinäre Fachdiskussionen dienen.

Das vorliegende Buch gliedert sich in vier Kapitel, die jeweils eine Erweiterung durch ergänzende Unterpunkte erfahren. Im ersten Kapitel steht die Beziehung von Entwicklung und Kultur im Vordergrund. Neben einer Einführung wird der Begriff der Kultur definiert und in den Zusammenhang mit Erziehungsstrategien gestellt. Die Autorin stellt dabei „die Alltagskultur, die Traditionen und die Weitergabe von Generation zu Generation beim Menschen, insbesondere die alltägliche Kultur des Erziehens kleiner Kinder“ in den Mittelpunkt. „Diese Kultur ist offensichtlich in unserem evolutionären Erbe verankert“.

Als eine besondere Form der Bewegungserziehung und als integratives bzw. präventives Förderangebot hält die Psychomotorik zunehmend Einzug in die KiTas und Krippen. Psychomotorik kann dabei als Konzept einer ganzheitlichen Entwicklungsförderung verstanden werden, in dem die Bewegung eine wesentliche Rolle spielt.
In dem von Renate Zimmer herausgegebenen Band „Psychomotorik für Kinder unter 3 Jahren“ geben die AutorInnen neben einer fundierten Einführung in die Psychomotorik viele Anregungen und Beispiele für eine lustvolle und motivierende psychomotorische Praxis. „Ziel psychomotorischer Förderung ist es“, so Zimmer, „die Eigentätigkeit des Kindes zu fördern, ihm Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln und damit zum Aufbau eines positiven Bildes der eigenen Person beizutragen.“


Elternratgeber gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Sie suggerieren gerne den Eltern, nur einem bestimmten Konzept konsequent folgen zu müssen, und schon schreit ihr Baby nicht mehr, schläft wunderbar durch und gedeiht prächtig. Wenn das Erfolgsrezept nicht aufgeht, suchen die Eltern die Schuld oft bei sich selbst oder versuchen ihr Glück mit dem nächsten Erfolgsrezept sprich Ratgeber.

Allein aus diesem Grund sticht der neue Ratgeber „Babysprechstunde“ wohltuend bescheiden aus der Ratgeberfülle hervor. Er gestattet der mündigen Leserin, dem mündigen Leser – bereits im Vorwort –, beschriebene Aspekte durchaus anders zu sehen und zu bewerten und ermutigt Eltern, auch auf ihre eigenen Ideen zu hören.
Die Bildung von Anfang an ist in aller Munde und droht dabei immer öfter bedenkliche Blüten zu treiben und über das Ziel hinaus zu schießen.

 

Armin Krenz unternimmt es daher in dem von ihm herausgegebenen und eingeleiteten Buch „Kindorientierte Elementarpädagogik“ das „Wesentliche … in Augenschein zu nehmen, das Unwesentliche bewusst zu vernachlässigen und das Notwendige zu unternehmen“.

 
Vorliegendes Buch richtet sich an LeiterInnen von Kindertagesstätten und FachberaterInnen, die vor der Aufgabe stehen einerseits eine professionelle Eingewöhnung von jungen Kindern zu gewährleisten und andererseits daran interessiert sind, Erkenntnisse zu sichern und nachhaltig im Team lebendig zu erhalten. Die AutorInnen zeigen somit auch Wege auf, wie die Eingewöhnung jüngster Kinder mit einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung eines Teams verbunden werden kann.

 
Jedes der 16 Bundesländer in Deutschland hat mittlerweile einen eigenen Bildungsplan für die (früh-) kindliche Bildung und Erziehung vorgelegt. Doch welche Intentionen stecken hinter den alleine schon in Namensgebung und Umfang so unterschiedlichen Bildungsplänen? Wie werden sie in die Praxis umgesetzt und welche Verbindlichkeit kommt ihnen dabei zu? Taugen die Bildungspläne tatsächlich als Reform-Motoren für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung?


Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des vom nifbe herausgegebenen und von Prof. Dr. Renate Zimmer eingeleiteten Bandes „Starke Kitas – starke Kinder“. Aus verschiedenen Perspektiven und im Wechsel von wissenschaftlichen Beiträgen und Best Practice-Beispielen werden hier die Bedingungen einer erfolgreichen Umsetzung der Bildungspläne in den Blick genommen und Miss-Erfolgsfaktoren identifiziert.

 
Die Autorin beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie pädagogisch-ethische Aspekte im professionellen Umgang mit GrundschülerInnen bei der Unterrichtsgestaltung, der Weiterentwicklung von Schulkultur und Schulqualität im schulischen Alltag berücksichtigt werden. Sie beschreibt in ihrem Buch „Ethos und Schulqualität“ die Ergebnisse aus ihrer empirischen Untersuchung, in der sie zu dieser Thematik in drei europäischen Ländern - in Dänemark, Finnland und Deutschland - umfangreiches qualitatives Datenmaterial in mehreren Schulen erhoben und ausgewertet hat.
In keiner Lebensphase lernen Kinder mehr als in den ersten Jahren und hier werden die wichtigsten Grundlagen für ihr Selbst- und Weltbild gelegt. Der Körper und seine Sinne spielen dabei als Instrumente des Forschens, Entdeckens, Erfahrens und Lernens eine zentrale Rolle. Nach ihren Bestsellern „Schafft die Stühle ab“ und „Toben macht schlau“ zeigt Prof. Dr. Renate Zimmer dies nun auch in „Kinder unter 3 – von Anfang an selbstbewusst und kompetent“ ganz praxisnah für die Kleinsten auf.

Das vorliegende Buch bietet einen fundierten Überblick über verschiedene theoretische Hintergründe von Familienberatung im Zeitraum der frühen Kindheit und unterschiedliche ressourcenorientierte Beratungskonzepte werden präsentiert. Der Blick geht auch über Deutschland hinaus, wenn beispielsweise frühkindliche Selbstregulationsprozesse in einer kulturvergleichenden Perspektive betrachtet werden.