Inklusive Pädagogik in Corona-Zeiten

Wie kann man auch in Corona-Zeiten einen sowohl für das Kind wie für die Fachkraft sicheren Rahmen für eine inklusive Pädagogik schaffen? Diese Frage stand im Zentrum eines Vortrags von Klaus Kokemoor im Rahmen der nifbe-Reihe "KiTas in Corona-Zeiten", der in Hannover als Inklusionsfachberater tätig ist und dabei insbesondere mit der Marte Meo-Interaktionsanalyse arbeitet. Moderiert wurde der Vortrag von den nifbe-Transfermanager*innen Jörg Hartwig und Gisela Röhling.
Der Deutsche Bildungsserver hat ein umfangreiches Dossier zur Gesundheitsschutz, Arbeitssschutz und allgemeinen Hygienempfehlungen in Corona-Zeiten zusammen gestellt. In diesem Dossier finden Sie so zum einen eine Zusammenstellung der Hygiene-Leitlinien und -Empfehlungen der Bundesländer für die Corona-Zeit in der Kita. Zum andern gibt es hilfreiche Hygieneleitfäden und Hygienetipps, die sowohl in der momentanen Situation als auch ganz generell im Umgang mit kleinen Kindern vor der Ausbreitung von Atemwegsinfektionen, Grippe usw. schützen.

Zum Hygiene-Dossier
Schon während der stärksten Beschränkungen im ersten Lockdown haben Christina Buschle und Nikolaus Meyer knapp 2.000 Beschäftigte der Sozialen Arbeit und damit auch Erzieher*innen zu ihrer damaligen Arbeitssituation befragt. Hier zeigte sich, dass die weitreichenden Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus auch zu zum Teil erheblichen Veränderungen im Handeln der Berufstätigen geführt haben.

Ein Gastkommentar von Prof. Dr. Anke König zur Rede über die Fachkräftekrise in Kita, Schule und Jugendhilfe

csm Anke Koenig WiFF 90b72bc483Anke König ist Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Frühpädagogik an der Universität Vechta und war langjährige WiFF-Leiterin (Foto: DJI)Die Rede über den Fachkräftemangel in Kita, Schule und Jugendhilfe ist nicht neu. Seit Jahren wird das Thema diskutiert und darüber gern der Kern des Problems vergessen: die fehlende Innovation. Denn wenn Arbeitsfelder zu schnell wachsen, ist Modernisierung gefragt.

Bekanntlich steigt die Bedeutung der Dienstleistungsberufe, und dies gilt auch für den pädagogischen Bereich, seit Jahrzehnten. Der Mangel an pädagogischen Fachkräften heißt dabei aber nicht, dass weniger Menschen entsprechende Berufe ergreifen wollen – das Gegenteil ist der Fall: Diese Arbeitsfelder verzeichnen auffallend hohen und weiter wachsenden Zulauf – aber auch viel Abwanderung. Der Mangel ist vielfach selbstgemacht und berührt wesentliche strukturelle Fragen. Fehlende Innovation auf Seiten der Steuerung erweist sich im Feld der Erziehungs- und Bildungsberufe als ein entscheidendes Hemmnis.
Der Paritätische Gesamtverband hat an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und an die Ministerpräsidenten der Länder einen offenen Brandbrief aufgrund der aktuellen Corona-Situation in der Kindertagesbetreuung auf den Weg gebracht. Er beklagt hier eine zunehmende Verunsicherung und Belastung von Fachkräften, Kindern und Eltern und unterstreicht: Wenn die Kindertagesbetreuung für die Kinder da sein soll, muss die Politik für die Kindertagesbetreuung da sein!

Studie untersucht Auswirkungen der durch Covid-19 bedingten Kita Schließungen auf die sprachliche Entwicklung 3-6-jähriger Kinder


In einer gemeinsamen Studie möchten die Hochschule Emden/Leer und die HAWK Hildesheim die Auswirkungen der durch Covid-19 bedingten KiTa Schließungen auf die sprachliche Entwicklung von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren in den Blick nehmen. Die Aktualität der Forschungsfrage und die Gesamtsituation der sprachlichen Auffälligkeiten von Kindern erfordern schnelle und konkrete Antworten aus der Praxis, um Fachkräfte in Kindertagesstätten und somit die betroffenen Kinder gezielt unterstützen zu können.
Im Rahmen der nifbe-Vortragsreihe „KiTa in Corona-Zeiten“ stellte Prof. Dr. Yvonne Anders von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg eine groß angelegte Studie zur Kindertagesbetreuung und zu Familien mit KiTa-Kindern in der Corona-Pandemie vor. Ziel der im April und Mai 2020 mit über 10.000 Eltern und über 5.000 Fachkräften durchgeführten Studie war dabei „die Erfassung und ein besseres Verständnis der Herausforderungen und Auswirkungen der Corona-Krise auf die (Arbeits-)Situation der jeweiligen Zielgruppe“. Bei den Familien standen so Fragen zur aktuellen Belastung, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Mediennutzung der Kinder und zur Zusammenarbeit mit der KiTa im Fokus. Bei den Fachkräften wurde der Umgang mit der aktuellen Situation und insbesondere auch die Gestaltung der (digitalen) Zusammenarbeit mit Eltern erfasst.
Anlässlich eines jetzt vorliegenden Regierungsentwurfes zur Novellierung des Niedersächsischen KitaG hat die Landesarbeitsgemeinschaft der Elterninitiativen (LAG) einen offenen Brief an die politischen Vertreter*innen des Landes Niedersachsen verfasst. Eindringlich wird hier auf die notwendige Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels und auf den akuten Fachkräftemangel als derzeit drängendste Probleme hingewiesen.
Die aktuellen Auswirkungen und Herausforderungen der Corona-Pandemie auf die Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung standen im Fokus der digitalen Herbsttagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit (BAG-BEK). Die BAG-BEK-Vorsitzende Prof. Dr. Tina Friedrich freute sich zur Begrüßung über die „tolle Resonanz“ auf die digitale Premiere mit fast 200 Anmeldungen aus allen Bereichen der frühkindlichen Bildung – von der KiTa-Praxis über Fachberatungen, Träger-Vertreter*innen, Aus- und Weiterbildner*innen bis zur Hochschule und Forschung. Exemplarisch funktionierte somit der interdisziplinäre Vernetzungsansatz der BAK-BEK.
Rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor – diese Zahl ist seit Jahren konstant. Erstmalig geht die Vorlesestudie 2020 der Frage nach, welche Gründe dahinterstecken. Dazu wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.