Erste Evaluationsergebnisse zum Bundesprogramm "Kita-Einstieg"


Das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in die frühe Bildung" schafft – wie der Name es sagt – Brücken, mit denen Kinder und Familien in besonderen Lebenslagen an frühkindliche Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungseinrichtungen herangeführt werden sollen (BMFSFJ, 2020b). Mit Stand Ende 2020 wurden im Bundesprogramm 150 Standorte mit entsprechenden Angeboten gefördert.

Erziehungswissenschaftlerin und Kinderpsychiater schlagen Alarm


Gestiegene Arbeitsbelastung, verschlechterte Rahmenbedingungen, mangelhafte Ausstattung sowie anhaltend eklatanter Personalmangel: Es braucht politische Lösungen.

– Professionalisierung im Projektmodus


Ein Kommentar von Prof. Dr. Anke König


Zwischenablage01 copy copy copy copy copy copy copy copy copyEs ist immer zu beklagen, wenn Fördermittel gestrichen werden und Anschlussfinanzierungen fehlen, um die guten Ideen und Impulse, die in einer Projektarbeit entstanden sind, nachhaltig weiter zu verfolgen. In der Bundeskabinettsitzung am 01. Juli 2022 wurde nun das Aus des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ beschlossen – diese Initiative wurde vom Bundesfamilienministerium mit unterschiedlichen Programmen (zuvor „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“) seit 2011 gefördert. Diese Entwicklung ist weder im Sinne der Kinder, die nur mit guter Sprachbildung erfolgreich weitere Bildungswege beschreiten können noch der Erzieher*innen/pädagogischen Fachkräfte, die mit diesem Programm ihre Professionalisierung vorangetrieben haben.
Das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist!“ soll nach den Haushaltsplänen der Bundesregierung beendet werden. Damit steht eines der erfolgreichsten Bundesprogramme für frühkindliche Bildung vor dem Aus. Die Sprach-Kitas werden wie kein anderes Sprachförderprogramm von Politik und Praxis geschätzt, die aus dem Bundesprogramm finanzierten Sprachfachkräfte leisten seit Jahren herausragende Arbeit.
Die Maßnahmen zum flexiblen Umgang der Träger von Kindertageseinrichtungen mit der Aufnahme geflüchteter Kinder in Kindertagesstätten werden bis Ende des Jahres verlängert. Damit bleiben unter anderem die Ausnahmen bei Anforderungen an Räume und Außengelände, die beschleunigte Erteilung von Betriebserlaubnissen für neue Gruppen und Einrichtungen sowie die Möglichkeit, pro Betreuungsgruppe ein Kind mehr als üblich aufzunehmen (‚+1-Kind-Regelung'), bis zum 31.12.2022 bestehen, jedoch nicht darüber hinaus.
Die Bundesländer sind sehr unterschiedlich darauf vorbereitet, den Rechtsanspruch zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter umzusetzen. Neue Berechnungen zeigen, dass die ostdeutschen Länder bis 2030 jedem Kind einen Ganztagsplatz bieten können und sich daher auf Qualitätsverbesserungen konzentrieren sollten. Im Westen müssen mehr als eine Million Plätze geschaffen werden, um den Rechtsanspruch flächendeckend zu erfüllen.

nifbe-Arbeitsgruppe als Prozessbegleitung mit dabei

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ seit 2017 niedrigschwellige Angebote, die den Zugang zur Kindertagesbetreuung vorbereiten, begleiten und Hürden abbauen. Die gelungenen Ansätze und Strukturen im „Kita-Einstieg“ sollen auch über die Programmlaufzeit hinaus erhalten bleiben. Aus diesem Anlass hat das Bundesfamilienministerium alle Koordinierungs- und Netzwerkkräfte, kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der teilnehmenden Kommunen wie auch Ländervertretungen und Verbände nach Berlin zu einer Verstetigungskonferenz eingeladen.
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Familienzentren im Landkreis Osnabrück feierten rund 120 Gäste aus den kreisangehörigen Kommunen, der Politik sowie Träger und Fachkräfte der Familienzentren mit ihren Kooperationspartnern im Forum Melle. Moderiert wurde die
Veranstaltung von nifbe-Transfermanagerin Sandra Köper-Jocksch.

Seit 2012 fördert der Landkreis Osnabrück den Auf- und Ausbau von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren. Zusätzlich zur Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder bieten Familienzentren auch Eltern Beratung, Begegnung, Information und Unterstützung an.

Für eine Kita, in der sich alle willkommen und gehört fühlen sollen, ist die Partizipation das A und O und zieht sich durch alle Bereiche und Altersgruppen: Sowohl Kinder als auch Eltern und Fachkräfte können teilhaben und den Einrichtungsalltag selbstbestimmt und aktiv mitgestalten. Um Beteiligung und Mitwirkung in der Kita bewusst zu leben und zu fördern, kommen Leitung und Fachkräfte nicht umhin, mögliche Vorbehalte oder Gewohnheiten abzulegen und Neues auszuprobieren – denn Partizipation ist eine Frage der Haltung.

Es geht darum, Kindern deutlich mehr zuzutrauen, als sich nur ein Lied im Morgenkreis zu wünschen oder die Essensbeilage auszuwählen. Es geht um die Erkenntnis, dass schon die Jüngsten wissen, was sie brauchen und was den Kita-Tag besser machen könnte. Und es geht darum, die Eltern niedrigschwellig über wichtige Abläufe zu informieren, vertrauensvolle Erziehungspartnerschaften aufzubauen und deren Engagement jeglicher Art zu fördern und wertzuschätzen. Nicht zuletzt bedeutet Partizipation auch, dass die Leitung alle Fachkräfte mit ins Boot holt, Entscheidungen im Team trifft, Kolleg:innen die Möglichkeit gibt, Wünsche und Kritik zu äußern und ihnen auch stärkeorientiert wichtige Aufgaben überträgt.

Für all das brauchen Leitungskräfte Geduld, Offenheit und Mut. Denn so unterschiedlich Beteiligung in der Kita aussehen kann, so müssen neue Prinzipien und Prozesse zunächst verinnerlicht werden. Doch wer sich erst einmal auf diesen Weg macht, erkennt früh, dass Partizipation nicht nur für Kinder, Eltern und Fachkräfte eine bereichernde Erfahrung ist, sondern auch zur Weiterentwicklung der Einrichtung beiträgt.

Um die Teilhabe in der KiTa zu stärken, hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung eine Toolbox mit Themenblöcken, Methoden, Reflexionsfragen und Best Practice-Beispielen zusammengestellt. Zur Toolbox geht es hier
Das Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen spricht sich gegen eine Verlängerung der Not-Verordnung aus zur Aufnahme von aus der Ukraine geflüchteten Kindern aus:

Es besteht Konsens, dass das Kita-System Kindern aus belasteten Lebenssituationen (wie z.B. einer Flucht) zur Seite steht und ihnen den Zugang zur frühkindlichen Bildung ermöglichen möchte. Und es besteht ebenso Konsens, dass das Kita-System bereits seit Jahren über die Maße belastet ist und durch Corona sowie den Fachkräftemangel das Limit der Kapazitäten erreicht ist.