Seiten aus 106 BK Extra Ankommen 1 11 14Ankommen ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Wer angekommen und angenommen ist, wird auch ein tolerantes, freundliches Miteinander gestalten können. Nach den Vorstellungen der UNESCO und den Maßgaben der UN-Kinderrechtskonvention ist deshalb das Erlernen der Kompetenzen für ein friedliches Zusammenleben eine vorrangige Aufgabe nachhaltiger Pädagogik des 21. Jahrhunderts.

In einer Sonderausgabe von Betrifft KINDER beschreiben ErzieherInnen, WissenschaftlerInnen sowie Verantwortliche von Stiftungen und der Gewerkschaft, wie von veränderten Lebenssituationen betroffene Kinder und deren Bezugspersonen in der Kita unterstützt werden können.

Ostdeutsche Länder verzeichnen den stärksten Zuwachs


26.749 Personen haben im Schuljahr 2013/14 eine Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher abgeschlossen. Damit ist die Zahl der Absolventinnen und Absolventen dieser Ausbildung seit dem Schuljahr 2007/08 um 51% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 15% gestiegen (von 23.212 auf 26.749). Das zeigen aktuelle Auswertungen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF).

Heiligenstadt: „Mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung erreicht"

87 Prozent der niedersächsischen Krippengruppen verfügen bereits über eine dritte Fachkraft. Dies geht aus einer Auswertung der Anträge auf Finanzhilfe hervor, die im jetzt endenden Kindergartenjahr 2015/2016 (01.08.2015 - 31.07.2016) bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde gestellt wurden. Dieser Anteil ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: Im Kindergartenjahr 2014/2015 hatte das Land Niedersachsen rund 78 Prozent der Krippengruppen eine Finanzhilfe für eine dritte Fachkraft gewährt. Hintergrund: Seit dem 1. Januar 2015 finanziert das Land Niedersachsen neben der Finanzhilfe für zwei Fachkräfte auch eine dritte Fach- oder Betreuungskraft in Krippengruppen mit mindestens elf belegten Plätzen. Damit wird der Personalschlüssel von vormals 1:7,5 bei einer maximalen Gruppengröße von 15 Kindern unter drei Jahren auf 1:5 spürbar verbessert.

"Stuttgarter Erklärung" verabschiedet

Auf der von der Baden-Württemberg Stiftung veranstalteten internationalen Fachtagung „Frühe Mehrsprachigkeit – Chancen und Perspektiven im Blick“ diskutierten Vertreter aus Forschung und Praxis in Stuttgart über bereits erreichte Ziele sowie neue Herausforderungen im Themenfeld Mehrsprachigkeit. Als Ergebnis wurde die „Stuttgarter Erklärung“ zur frühen Mehrsprachigkeit formuliert.

Zum Stichtag 1. März 2016 wurden 721.000 Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen oder in der öffentlichen Kindertagespflege betreut. Das meldet das Statistische Bundesamt. Dies waren 26 000 Kinder (3,7 Prozent) mehr als im Vorjahr 2015. Blickt man zurück auf die vergangenen zehn Jahre, ist ein enormer Anstieg zu verzeichnen: Im März 2006, belief sich die Zahl auf 286.017 betreute Kinder.
Vier Fünftel der Tagesmütter und -väter verfügen über eine Grundqualifizierung von mindestens 160 Stunden oder über eine fachpädagogische Ausbildung

In der Kindertagespflege nimmt der Anteil der tätigen Personen zu, die mindestens eine einschlägige Weiterbildung absolviert haben: 79% der insgesamt 44.107 Tagesmütter und -väter verfügten im Jahr 2015 über eine Grundqualifizierung von mindestens 160 Stunden oder über eine fachpädagogische Ausbildung. Der Anteil der Betreuungspersonen mit Ausbildung, etwa zur Erzieherin bzw. zum Erzieher, ist zwischen 2006 und 2015 relativ stabil bei einem knappen Drittel geblieben. Angestiegen ist vor allem der Anteil der Tagesmütter und -väter mit Basisqualifikation von 160 oder mehr Stunden: Im Jahr 2006 verfügten nur 5% über eine solche Qualifikation, 2015 fast jede zweite Tagespflegeperson. Eine Qualifizierung in Lehrgängen schreibt das Sozialgesetzbuch (SGB VIII) seit dem 2005 in Kraft getretenen Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) vor, nicht jedoch deren Umfang.

i Kind apps Nif 1000Bei allen neuen Herausforderungen und stetigen Belastungen in der KiTa sowie kontrovers geführten bildungspolitischen Diskussionen geht manchmal all zu leicht das Lachen und die Leichtigkeit verloren. Mit einem „Cartoon der Woche" möchten wir daher zentrale Themen der Frühkindlichen Bildung nebst ihren verblüffenden Verirrungen und Auswüchsen mit leichter Feder aufs Korn nehmen – und so zum Schmunzeln, Lachen (auch über sich selber) und zum genauen Hinschauen im alltäglichen Trubel anregen. Die Cartoons der Berliner Zeichnerin Tasche werden Ihnen in Kooperation mit „Betrifft Kinder" präsentiert.

Unter dem Titel „WIR SIND DA! Kinder aus Krisenregionen. Eine Herausforderung für unsere Gesellschaft“ veranstaltet die Deutsche Liga für das Kind in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland ihre diesjährige öffentliche Jahrestagung am 7./8. Oktober 2016 in Oberhausen. Schirmherrin der Tagung ist Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen.
„Dass der Geburtsort eines Kindes über dessen Bildungsweg entscheidet, ist ein Skandal. Der Bund muss jetzt handeln und ein Kita-Qualitätsgesetz auf den Weg bringen. Es soll einen Beitrag dazu leisten, für Kinder bundesweit vergleichbare Lebensverhältnisse zu schaffen“, sagte Norbert Hocke, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für Jugendhilfe und Sozialarbeit, mit Blick auf den aktuellen Kita-Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung (s.a. hier: Kita-Qualität steigt bei großen bundeweiten Unterschieden). Die Studie mache noch einmal deutlich, dass die Bildungschancen der Kinder bereits in der Kita durch die Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse in den Bundesländern geprägt würden.
Ein Drittel aller nach Deutschland einreisender Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Dort, wo Kinder mit Fluchterfahrung in der Kindertagesbetreuung aufgenom¬men werden, stehen die pädagogischen Fachkräfte vor vielfältigen Herausforderungen. Neben der interkulturellen Kompetenz als Grundlage sind hier insbesondere die Zusammenarbeit mit den Eltern, die alltagsintegrierte Sprachförderung und der Umgang mit möglicherweise traumatisierten Kindern zu nennen. Grundsätzlich gilt es, den Kindern und Familien mit Fluchterfahrungen ein sicheres Ankommen in der Kindertagesbetreuung zu ermöglichen.