kuhlsolo 250Mit einem Festakt in der Schlossaula der Universität Osnabrück ist jetzt Prof. Dr. Julius Kuhl in den universitären Ruhestand verabschiedet worden. Die Ko-Leitung der nifbe-Forschungsstelle Begabungsförderung wird er allerdings noch bis zum Jahresende weiter führen. Prof. Dr. Julius Kuhl gilt als international renommierter Pionier der Persönlichkeitspsychologie und hat insbesondere zur „Motivation" und „Selbststeuerung" bzw. „Selbstkompetenz" geforscht. Seine Ergebnisse kumulierten in der Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI), einer integrativen und einer der derzeit wohl umfassendsten Persönlichkeitstheorien weltweit. Mit ihr zeigte der Persönlichkeitspsychologe auch die Entwicklung von Selbstkompetenzen wie Selbstmotivation und Frustrationstolerenz als Grundlage des Lernens und damit auch als Grundlage einer gelungenen frühkindlichen Bildung und Entwicklung auf.

Begabungsförderungs-Konzepte im Spiegel der Inklusion


9783407257192In dem jetzt neu erschienenen und von nifbe-Forschungsstellenleiterin Prof. Dr. Claudia Solzbacher mit herausgegebenem Buch „Begabungsförderung kontrovers?" wird aufgezeigt, dass (Hoch-) Begabungsförderung und Inklusion kein Widerspruch ist. Aus dem Blickwinkel der Begabtenförderung werden dabei segregative und integrative Modelle aus den Bereichen Schule, Kindertagesstätten und Erwachsenenbildung aufgezeigt, im Spiegel der Inklusionsdebatte analysiert und wechselseitige Impulse aus den scheinbar widersprüchlichen Konzepten praxisnah hervorgehoben. Dieses Buch liefert so einen wichtigen Beitrag zur Positionierung pädagogischer Fachkräfte in der Diskussion um Inklusion.

 

TitelDie Umsetzung der individuellen Förderung in den Fachdidaktiken der Grundschule steht im Fokus eines neuen Sammelbandes, den Dr. Birgit Behrensen und Prof. Dr. Claudia Solzbacher aus der nifbe-Forschungsstelle Begabungsförderung (mit) herausgegeben haben.

 

Individuelle Förderung ist ein grundsätzlicher bildungspolitischer Auftrag, der mit zunehmender Inklusion an Bedeutung gewinnen wird. Hinter der Etablierung individueller Förderung steht die Idee einer möglichst optimalen Lernbegleitung eines jeden Kindes entsprechend seiner individuellen Lernausgangslange, seinen individuellen Begabungen, Fähigkeiten und Kompetenzen. Das ist zweifellos eine sehr herausfordernde Aufgabe - besonders für die Fachdidaktiken.

logo bildungskongress rgbIn Kooperation mit dem nifbe / Forschungsstelle Begabungsförderung veranstaltet das Internationale Centrum für Begabungsforschung (ICBF) unter dem Titel „Potenzialentwicklung. Begabungsförderung. Bildung der Vielfalt." vom 9. – 12.09. 2015 den 5. Münsterschen Bildungskongress.

 

Auszug:

"Individuelle Förderung, Inklusion und der Umgang mit Heterogenität gehören zu den großen bildungspolitischen Herausforderungen. Talente zu erkennen und individuell zu fördern ist jedoch keine einfache Aufgabe für Lehrkräfte. Es gibt aber eine Reihe von Qualifizierungsmöglichkeiten. Wir stellen sie Ihnen in loser Folge vor. Diesmal: Das E-Learning-Programm „Bildungsbewegung von Kindern entdecken und begleiten“ (BEB) des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). ... "

Link zum Interview

 

Vom 20.-22.10.2014 wird an der Evangelischen Akademie Loccum die von der Forschungsstelle Begabungsförderung, der Universität Osnabrück und der Evangelischen Akademie Loccum organisierte Tagung „individuelle Förderung als Weg zur inklusiven Schule“ stattfinden. An den drei Tagungstagen sollen Wege diskutiert werden, wie individuelle Förderung durch die Orientierung an Ressourcen und Begabungen der Kinder gelingen kann. Die Tagung hat zum einen das Ziel, Lehrkräften Handlungswissen und Impulse für einen produktiven Umgang mit Heterogenität zu vermitteln, zum anderen soll ein Raum für Reflektion und Austausch geschaffen werden, an der eigenen Haltung gegenüber individueller Förderung zu arbeiten und damit einen Beitrag für die Umsetzung von Inklusion zu fördern.

 

Download Tagungsprogramm

Anmeldung über Homepage der Evangelischen Akademie Loccum.

Weitere Förderung durch die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung

Zum Ende der ersten Hauptphase des gemeinsam von Universität Osnabrück und nifbe durchgeführten Projektes „(Selbst)kompetent bilden – Kinder nachhaltig stärken“ werden bis zum Sommer 2014 über 120 pädagogische Fachkräfte an der Fortbildung zum Thema teilgenommen haben. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Selbstkompetenzen eine unabdingbare Voraussetzung für das Lernen von und mit Kindern sind.

Um Lernen zu können, benötigen Kinder „Selbstkompetenzen“, zu denen u.a. auch die Fähigkeiten gehören, sich selbst zu motivieren, sich zu beruhigen oder Rückschläge zu verkraften. In diesem Sinne können Selbstkompetenzen als unabdingbare Basiskompetenzen für nachhaltige Bildungsprozesse in KiTa und Schule angesehen werden.

Neu erschienen sind jetzt die Jahresberichte der nifbe-Forschungsstellen Begabungsförderung, Bewegung und Psychomotorik, Entwicklung und Kultur sowie Elementar- und Primarpädagogik. Sie geben detailliert Auskunft über Forschungsansätze, -ergebnisse und insbesondere auch über die zahlreichen Transferaktivitäten der nifbe-Forschungsstellen.

Die gemeinsame Strategie der Forschungsstellen besteht darin Indikatoren und Merkmale zu identifizieren und zu analysieren, wie frühkindliche Bildungs-und Entwicklungsprozesse  begleitet und unterstützt werden können und wie auf der Grundlage welcher Gelingensbedingungen sich die Erkenntnisse in die pädagogische Praxis umsetzen lassen - und zwar qualitativ hochwertig und u.a. auf anstehende (bildungspolitische) Herausforderungen bezogen. Hierbei wird auch versucht, bisher zu wenig strukturell verankerte  Basiskompetenzen zu identifizieren, die Kinder und PädagogInnen haben müssen, um z.B. Bildungsbiografien erfolgreich durchlaufen zu können (wie z.B. Selbstkompetenzen oder interkulturelle Sensitivität).

solzbacher 150Prof. Dr. Claudia Solzbacher, die Leiterin der nifbe-Forschungsstelle Begabungsförderung, ist jetzt in die Jury des Programms „Talent im Land“  berufen worden. Das Programm Talent im Land   wird in Baden-Württemberg von der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Baden-Württemberg Stiftung durchgeführt. Schirmherr des Programms ist der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Mit dem Schülerstipendienprogramm „Talent im Land“ werden begabte, engagierte und leistungsbereite Jugendliche gefördert, die auf ihrem Bildungsweg zum Abitur Hürden zu überwinden haben. Bis zu 50 Stipendiaten werden jährlich von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Die Stipendiaten erhalten eine monatliche finanzielle Förderung, ein vielfältiges Seminar- und Workshopangebot  sowie individuelle Beratung und Begleitung durch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sowie einem Netzwerk aus Stipendiaten und Alumni. Die Stiftungen möchten mit dem Programm ein Zeichen setzen für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.