Inklusion in KiTas: Eigentlich ganz normal

Inhaltsverzeichnis

  1. Inklusion in KiTas: Eigentlich ganz normal
  2. Inklusion als Menschenrecht
  3. Menschenrecht
  4. Bildungs- und Entwicklungsbegleitung
  5. Zusammenarbeit
  6. Ausblick
  7. Literatur

Gesamten Beitrag zeigen


Ko-Autorin:
Nina Kathrin Finnern

Inklusion ist eigentlich ganz normal – das können wir am einfachsten von Kindern in Kindertagesstätten lernen. Denn für sie ist die Vielfalt, der sie dort begegnen, der Normalfall. In allen Krippen und Kindergärten haben Kinder Kontakte mit einer Vielzahl von Jungen und Mädchen verschiedenen Alters und aus soziokulturell unterschiedlichen Lebenszusammenhängen. Sie erfahren, dass Kinder unterschiedliche und veränderliche Befähigungen, Lebensbedingungen und Entwicklungswege haben können. Besuchen sie eine inklusive Einrichtung, so ist die dort erlebte Verschiedenheit unter den Kindern für sie selbstverständlich. Geht die Einrichtung reflektiert mit Vielfalt um, erhalten Kinder gutes Rüstzeug, um auch im Erwachsenenalter in einer vielfältigen demokratischen Gesellschaft bestehen und verantwortlich handeln zu können.

Wenn jungen Kindern ein anderes Kind auffällt, dann suchen sie aus ihrem Erfahrungshorizont heraus nach Erklärungen. So sagt Cem über seinen Freund Joel: „Der muss noch lernen“, denn „der ist noch klein, der ist erst drei Jahre.“ Daran erinnert, dass Joel vier Jahre alt sei, erklärt er: „Ach, das habe ich vergessen … der muss trotzdem noch lernen“.[1] Für junge Kinder sind Unterschiede im Lernen und der Entwicklung ganz normal, wenn wir sie Erfahrungen hiermit machen lassen. Das Recht auf gemeinsames Spielen und Lernen mit anderen Kindern würden sie von sich aus wohl nicht in Frage stellen. Und doch ist gerade dieses in Deutschland erst seit kurzer Zeit als Menschenrecht für alle Kinder anerkannt worden.