Leitfaden für inklusive KiTas

WiFF-Expertise Nr. 51

Mit dem Inkrafttreten der UN-Konventionen in Deutschland – 1992 die der Rechte der Kinder und 2009 die der Menschen mit Behinderung – ist die Entwicklung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern generell und mit Behinderung und / oder Migrationshintergrund in ein neues Entwicklungsstadium eingetreten. Deutschland hat sich insbesondere mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Schaffung eines inklusiven Bildungssystems auf allen Ebenen verpflichtet. Die UN-Konventionen sind verbindliches Völkerrecht und müssen in einer „völkerrechtsfreundlichen“ Weise umgesetzt werden.

Für die Kindertageseinrichtungen (Kitas) kann davon ausgegangen werden, dass das Leitbild der InklusionInklusion|||||Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen. im Sinne einer umfassenden und selbstbestimmten Teilhabe nicht mehr prinzipiell infrage gestellt wird. Dies belegen die Bildungspläne der Bundesländer auf eindrückliche Weise. Es geht folglich nicht mehr um die Frage, ob Inklusion in Kitas sinnvoll ist, sondern vielmehr um die Frage, wie die Inklusion in Kitas in einer möglichst qualitätsvollen Weise in die Praxis umgesetzt werden kann. Kindertageseinrichtungen als Teil eines inklusiven Bildungssystems, wie es die UN-Konvention fordert, stehen überdies vor der Aufgabe, Inklusion als Regelangebot für alle Kinder zu begreifen und ein flächendeckendes Angebot zur Verfügung zu stellen.

Im Mittelpunkt des vorliegenden WiFFWiFF|||||WiFF ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. Die drei Partner setzen sich dafür ein, im frühpädagogischen Weiterbildungssystem in Deutschland mehr Transparenz herzustellen, die Qualität der Angebote zu sichern und anschlussfähige Bildungswege zu fördern.-Leitfadens von Ulrich Heimlich und Claudia M. Ueffing stehen die Qualitätsstandards und Leitfragen für inklusive Kitas. Sie sollen Arbeitsgrundlage und Anregungen für die konkrete Entwicklung in den jeweiligen Kitas sein. Eingeleitet wird der Leitfaden durch eine kurze Verständigung über das Leitbild der Inklusion, wie es die UN-Konvention der Rechte der Kinder und die UN-Behindertenrechtskonvention enthalten. Sodann wird das Mehrebenenmodell der inklusiven Kindertageseinrichtung vorgestellt. Die AutorInnen unterscheiden dabei fünf Ebenen der Entwicklung zu einer inklusiven Organisation:

1. die Kinder und ihre individuellen Bedürfnisse,
2. die gemeinsamen inklusiven Spiel- und Lernsituationen der Kinder,
3. das Team und die professionelle Performanz der Fachkräfte,
4. die Kindertageseinrichtung als Ganzes und ihre Außenwirkung
sowie
5. die Vernetzung der Kindertageseinrichtung.


Abgerundet wird der Leitfaden durch konkrete Anregungen zur Arbeit mit den Qualitätsstandards und den Leitfragen. Im Serviceteil sind Literatur- und Materialempfehlungen für die praktische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen enthalten. Der Anhang bietet eine Kurzfassung des Leitfadens und eine Vorlage für die Erstellung von eigenen Qualitätsstandards. Außerdem sind hier einige Materialien für die praktische Arbeit in inklusiven Kitas aus der Erprobungsphase des Leitfadens dokumentiert.

Hervorgegangen ist der Leitfaden aus einer Zusammenarbeit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Die Qualitätsstandards und Leitfragen wurden in Kooperation mit inklusiven Kitas entwickelt und erprobt.

Ergänzung zu weiteren WiFF-Publikationen zur Inklusion

In zahlreichen Expertisen und Wegweisern des WiFF für die Weiterbildung wurde das Thema Inklusion bereits aufgegriffen und in mehreren Expertenkreisen intensiv bearbeitet. Der vorliegende Leitfaden für inklusive Kindertageseinrichtungen versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zu den Materialien der WiFF und hat ebenfalls die frühpädagogischen Fachkräfte in Schlüsselfunktionen als Zielgruppe im Blick. Dabei teilt der Leitfaden das weite Verständnis von Inklusion, wie es auch von der WiFF vertreten wird, in dem nicht nur die Dimension Behinderung thematisiert wird, sondern ebenso die weitere Heterogenitätsdimension der kulturellen Vielfalt. Für einige Wegweiser der WiFF und hier insbesondere für die Wegweiser Inklusion – Kulturelle Heterogenität in Kindertageseinrichtungen sowie Inklusion – Kinder mit Behinderung stellt der Leitfaden für inklusive Kitas eine Ergänzung bezogen auf den Theorie-Praxis-Transfer dar. Hiermit wird den Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern eine Handreichung vorgelegt, mittels derer die Kita-Teams eigenständig an den Themen weiterarbeiten können und die Fortbildungen nachhaltig in den Kitas wirken können.

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