Rhythmik – Musik, Spiel und Tanz

Rhythmik – Musik, Spiel und Tanz

Inhaltsverzeichnis

  1. Rhythmik – Musik, Spiel und Tanz
  2. Transfereffekte und Musik
  3. Wahrnehmungsförderung durch Rhythmik
  4. Sprachförderung durch Rhythmik
  5. Sozial-emotionale Entwicklungsförderung durch Rhythmik
  6. Die Rhythmisch-musikalische Arbeitsweise

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Musik ist ein Phänomen – ein universell verbindendes und kulturstiftendes Medium der Menschheit. Wie tief Musik und seine Ausprägungen wie Gesang, Tanz und Instrumentalspiel in der menschlichen Evolution verwurzelt sind, hat jeder Mensch schon an sich selbst erlebt. Musik beeinflusst nicht nur unsere Emotion und unser Verhalten, sondern auch physiologische Vorgänge wie Puls und Atmung.

Jedem Menschen eröffnet Musik eine kulturell-ästhetische Erfahrungswelt, die viele Chancen zur Förderung in sich birgt. Welchen Einfluss Musik auf unser Leben hat, ist stark davon abhängig, in welchen Lebensbezügen und in welchem emotionalen Kontext während unserer Kindheit Musik erlebt wurde. Gemeinschaftliche Erfahrungen beim Hören, Musizieren und körperliches Agieren zur Musik fördern die Offenheit für eine Vielfalt musikalischer Stile und Kulturen. Singen, Tanzen und Spiel mit Musik wie in der Rhythmisch-musikalischen Erziehung (Abk. Rhythmik) geben positive Impulse für die Entwicklung vielfältiger Fähigkeiten und Kompetenzen.

Musik und Gesang „ver-bindet“!

Gemeinsames Singen verbindet Menschen jeglichen Alters, sei es beim Fußballspiel oder im Gottesdienst. Besonders erleichtern Spiellieder und Bewegungsreime Eltern und Bezugspersonen die emotionale und soziale Kontaktaufnahme beim jüngeren Kind, da Kinder mit großem Interesse und augenblicklicher Aufmerksamkeit auf Musik und rhythmisierte Sprache reagieren. Schon die Allerkleinsten lachen, glucksen und strampeln, wenn mit ihnen Kniereiter und Krabbellieder gespielt werden. Bei Müdigkeit oder Schmerzen kann ein (Wiegen-) Lied Wunder wirken, indem das Baby sich beruhigt oder abgelenkt wird.

Interessanterweise ist die non-verbale Kommunikation zwischen Betreuungspersonen und dem Säugling durch zahlreiche rhythmische Handlungen bestimmt. Papoušek (1996) stellte in ihren Untersuchungen fest, dass Tätscheln, Streicheln, Kitzeln und Wiegen fünfzig Prozent der Interaktionen zwischen Müttern und ihren drei Monate alten Säuglingen ausmachen. Diese intuitive Kommunikation („intuitive parenting“ nach Papoušek & Papoušek 1981) zwischen Eltern oder anderen Bezugspersonen (z.B. Großeltern, pädagogische Fachkräfte) mit Babys und Kleinkindern ist geprägt von der Fürsorge für das Kind und einer Kommunikationsfähigkeit entsprechend dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes. Lieder, die den Inhalt durch Berührungen und Gesten spür- und sichtbar machen, wirken dabei wie ein emotionaler Botenstoff, der beiden Seiten – Kind und Eltern – Freude bereitet.

Der Einsatz altersentsprechender musikalisch-sprachlicher Aktivitäten wie Spiellieder und rhythmische Bewegungsreime bewirkt eine neuronale Erregung im gesamten Gehirn und stimuliert die Gehirnentwicklung durch Verknüpfungen und die daraus entstehenden Strukturen besonders nachhaltig. Voraussetzung für die Bezugspersonen ist die Freude an der Musik, am Singen und an der Bewegung.



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