Integration von Anfang an – das ist das Ziel einer neuen Fortbildung für ErzieherInnen, die Niedersachsens Sozial-Ministerin Aygül Özkan jetzt in der Hildesheimer KiTa „Blauer Elefant“ vorstellte. „Interkulturelle Kompetenz für ErzieherInnen“ heißt die vom nifbe in Kooperation mit der niedersächsischen Integrationsbeauftragten Honey Deihemi aufgelegte und an zehn Standorten in Niedersachsen kostenlos angebotene Fortbildung. Sie soll, so die Ministerin, „den Blick schärfen für kulturelle Unterschiede“ und sei daher ein „wichtiges Instrument für die Integration von Anfang an“. Denn in der KiTa gelte es, „Kinder in ihrer gesamten Vielfalt zusammen zu bringen und zu fördern.“

Diese Herausforderung gehört in der KiTa Blauer Elefant mit ihren Kindern aus 13 Nationalitäten und einem Migranten-Anteil von fast 70% schon lange zum Alltag. „Wir haben hier die Chance, alle voneinander und miteinander zu lernen“, betonte Leiterin Ilona Klein. „Und doch fehlte uns bisher noch Wissen über kulturelle Unterschiede und konkretes Handwerkszeug für die Praxis“. Dies können sie und ihre türkisch-stämmige Kollegin Derya Besler sich nun in der sehr praxisorientierten Fortbildung „Interkulturelle Kompetenz“ aneignen, die in Hildesheim seit Anfang September bei der Ländlichen Erwachsenenbildung läuft. Ihre bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv: „Schon in dem Moment, wo ich mehr über eine Kultur weiß“, so Derya Besler, „lösen sich die oftmals auch unbewussten Vorurteile auf“.

Möglichst früh in die KiTa


Für eine gelungene Integration unterstrich Aygul Özkan die „ganz entscheidende Bedeutung“ eines möglichst frühen Kita-Besuchs von Kindern mit Migrationshintergrund - gerade auch im Hinblick auf das Erlernen der deutschen Sprache. So sei ihr eigener Sohn mit zweieinhalb Jahren in die KiTa gekommen und hätte bis dahin nur türkisch gesprochen. Schnell und spielerisch habe er in der KiTa dann aber auch die deutsche Sprache erlernt. Daher gelte es In Zukunft, Eltern mit Migrationshintergrund noch gezielter für den KiTa-Besuch ihrer Kinder zu motivieren und zugleich mehr ErzieherInnen mit Migrationshintergrund zu gewinnen. „Wir müssen Vielfalt als Chance und nicht als Belastung“ begreifen, unterstrich sie abschließend.

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