Landesjugendhilfeausschuss bezieht Stellung


Der Niedersächsische Landesjugendhilfeausschuss als das Fachgremium der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen hat sich vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Reform der Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher mit einem unten zum Download angebotenen Papier positioniert.

Der Landesjugendhilfeausschuss spricht sich hier für den Erhalt der jetzigen Regelausbildung aus und befürwortet Maßnahmen, die geeignet sind, zusätzliche Personengruppen für den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen, diese hochwertig auszubilden und damit auch langfristig in den Feldern der Kinder- und Jugendhilfe zu halten. In der Verbesserung der Rahmenbedingungen in Kitas und einer besseren Vergütung sieht der NLJHA weitere wichtige Möglichkeiten zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Die Positionen

Grundsätzlich hält der Jugendhilfeausschuss es für erforderlich, die Qualität der Ausbildung und der Abschlüsse auf dem jetzigen Niveau zu erhalten. Rückschritte in der Ausbildung, Absenkungen des Qualifikationsniveaus oder ein Verzicht auf fachliche Qualifikationen seien mit den Anforderungen an die hohe Fachlichkeit in der Kinder- und Jugendhilfe nicht vereinbar. Dies gelte umso mehr vor dem Hintergrund, dass die qualitativen Ansprüche an angehende Erzieherinnen und Erzieher u.a. aufgrund von InklusionInklusion|||||Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen., Migration, Sprachförderung, der Debatte um den Kinderschutz, Partizipation und diversen Förderbedarfen in den letzten Jahren und in der jüngsten Zeit massiv gestiegen sind.

Seine Positionen führt der Jugendhilfeausschuss unter den folgenden Überschriften aus:

1. Die Ausbildung zum Erzieher/zur Erzieherin muss auf lange Sicht in der jetzigen Qualität beibehalten werden.

2. Um mehr ausbilden zu können, müssen die Kapazitäten an den Ausbildungsstätten ausgeweitet werden.

3. Wir begrüßen zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten (berufsbegleitende Ausbildungswege und Quereinstiegsmöglichkeiten). Die Praxis braucht jedoch Ressourcen für das Praxismentoring.

4. Die fehlende Vergütung in der Ausbildung und die geringe Vergütung im Beruf benachteiligt diese Berufsgruppe.

5. Gute Arbeitsbedingungen tragen erheblich zur Bekämpfung des Fachkräftemangels bei.

Angesichts des akuten Handlungsbedarfs erkennt der Landesjugendhilfeausschuss aber auch an, dass der Situation zum derzeitigen Zeitpunkt nicht allein mit den vorstehend geforderten Maßnahmen begegnet werden kann, da diese ihre Wirkung erst im Verlauf einiger Jahre entfalten. Daher kann sich der Landesjugendhilfeausschuss vorstellen, dass es vorübergehend zusätzlicher Optionen bedarf. Mögliche Handlungserfordernisse sollten jedoch befristet und im Rahmen einer Einzelfallregelung umgesetzt werden.

Abschließend resümiert der Jugendhilfeausschuss, dass es eines Maßnahmenbündels bedürfe, das der Gewinnung neuer Fachkräfte ebenso dient, wie der Sicherung der Qualität in der Kinder- und Jugendhilfe.


Hintergrund:

Der Landesjugendhilfeausschuss ist mit Mitgliedern besetzt aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Die stimmberechtigten Mitglieder wurden benannt von den in Niedersachsen wirkenden und anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe, der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, dem Katholischen Büro, den kommunalen Spitzenverbänden sowie den für Integration, für Tageseinrichtungen für Kinder und Tagespflege für Kinder und für Kinder- und Jugendschutz zuständigen Ministerien.


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