Sozialdidaktik und Lehrplanentwicklung - ein Vortrag

Inhaltsverzeichnis

  1. Sozialdidaktik und Lehrplanentwicklung - ein Vortrag
  2. Was ist gemeint, wenn von Sozialdidaktik die Rede ist?
  3. Rückblick in Niedersachsen
  4. Schlussfolgerungen
  5. Was können Schulen beitragen?
  6. Ausblick
  7. Literatur

Gesamten Beitrag zeigen

 

Was kommt an in den Schulen und was tragen diese zur Didaktikdiskussion bei?

Der vorliegende Beitrag beruht auf einem Vortrag gehalten auf der Tagung „SozialdidaktikSozialdidaktik|||||Sozialdidaktik  ist eine eigenständige Didaktik zur professionelle Ausgestaltung von Lehr- und Lernzusammenhängen in sozialpädagogischen Ausbildungsberufen,  die auf dem Kontext von sozialem und pädagogischen Denken, Konzipieren und Handeln basieren.: Lehren und Lernen in der Elementar- und Sozialpädagogik“ vom 17.09.2010 an der Leuphana Universität Lüneburg

 

Jetzt wird es schulisch… nicht nur, aber mit Schwerpunkt -  es geht um die Ausbildung der elementar- und sozialpädagogischen Fachkräfte an sozialpädagogischen Berufsfach- und Fachschulen. Von der Terminologie her bleiben die nun folgenden Ausführungen eher traditionell, d.h. es wird von Ausbildung, Unterricht, Fachdidaktik gesprochen. Die Perspektive ist dabei niedersächsisch, d.h. es werden Lehrpläne und Bildungsgänge dieses nordwestlichen Bundeslandes in den Blick genommen, die die genannten Ausbildungsgänge regeln sollen

Die Überschrift dieses Beitrags lautet: „Sozialdidaktik und Lehrplanentwicklung“. Ein hilfreiches Verständnis dessen, was Didaktik ist oder sein kann, findet sich bei Werner Jank und Hilbert Meyer in ihrem Klassiker „Didaktische Modelle“. Danach definiert sich Didaktik wie folgt: „Didaktik ist die Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens“ (Jank/Meyer, 2002, S.14). Auch in dieser knappen Definition wird deutlich, dass eine Didaktik für Lehrerinnen und Lehrer zu den wichtigen Werkzeugen gehört, stellt sie doch deren eigentliche Berufswissenschaft dar. Vielleicht ist dies im sozialpädagogischen Bereich etwas aus dem Blick geraten, vermutlich wegen der mitunter etwas größeren Distanz von Sozialpädagogen und  Sozialpädagoginnen zu Schlüsselbegriffen der Schulpädagogik - zu Unrecht, wie diese Definition andeutet.

In einer guten Ausbildung muss das Lernen und Lehren in guter Weise gelingen – und dies bedarf eben einer guten Didaktik. Und gute Ausbildung für soziale Berufe bedarf einer guten Didaktik für soziale Berufe. Nach Möglichkeit soll ein guter Lehrplan diese gute Didaktik widerspiegeln. Er soll ihre Realisierung in der Ausbildung unterstützen und befördern. Lehrpläne sind dabei ein zentrales Mittel der Orientierung und der jeweils aktuelle Lehrplan gibt in aller Regel Aufschluss darüber, welche Grundrichtung in der Didaktik momentan verfolgt wird.

„Was kommt an in den Schulen und was tragen diese zur Didaktikdiskussion bei“ – das ist der Untertitel diese Beitrags, die Blickrichtung, aus der sich dem Thema genähert werden soll. Dass Schulen, Studienseminare und Fachberatung einen Beitrag zur Didaktikdiskussion leisten und auch zu leisten haben, leitet sich ebenfalls aus der Definition von Jank und Meyer ab. Sie lautet fortgesetzt: „Die didaktische Theorie schließt die Praxis ein, so wie die Praxis von der Theorie durchdrungen ist.“ (Jank/Meyer, 2002, S.15). Didaktik wird nicht im Elfenbeinturm betrieben. Die Grundidee der Tagung der „Sozialdidaktik: Lehren und Lernen in der Elementar- und Sozialpädagogik“ (Leuphana, am 17. September 2010) spiegelt genau dieses Verständnis  wieder. Auf der Tagung treffen Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis und der Theorie der Didaktik aufeinander - aus den Schulen und den Hochschulen, Studierende, Lehrende, Unterrichtende, Praktikerinnen und Praktiker aus der Elementar- und Sozialpädagogik.

Schaut man sich den Titel des Beitrags noch einmal genauer an, lassen sich daraus vier zentrale Fragen ableiten, auf die in den folgenden Ausführungen eine Antwort versucht werden soll.

1. Als erstes gilt es zu klären: was ist eigentlich gemeint, wenn hier von Sozialdidaktik die Rede ist. Der Klärungsprozess beginnt dabei schon mit den vorangehenden Ausführungen.

2. Die zweite Leitfrage bezieht sich auf die Lehrplanentwicklung: Wie verlief die didaktische Entwicklung bezogen auf Lehrpläne bisher? Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für eine Sozialdidaktik? Dazu sollen anhand der Rahmenrichtlinien der Erzieherinnenausbildung in Niedersachsen einige Entwicklungslinien kurz skizziert werden. Die erfahreneren Lehrkräfte werden sich sicherlich an die turbulenten 90er Jahre erinnern, in denen ein Lehrplan den nächsten jagte.

3.  Die dritte Frage lautet: Was kommt an in den Schulen und da schwingt natürlich auch mit: Was brauchen die Schulen bzw. was braucht die Ausbildung und welche didaktische Aufgabe ergibt sich daraus?

4.  Und dann wird es in einem vierten Schritt darum gehen, was die Schulen zur Erfüllung dieser Aufgabe beitragen können. Was können die Schulen tun, um eine Sozialdidaktik als Fachdidaktik sozialpädagogischer Bildungsgänge voranzubringen?