Fröbel, Friedrich Wilhelm August (1782-1852)

IMG 20160609 0001Friedrich Fröbel (Quelle: Ida-Seele-Archiv)Nach Besuch der Elementarschule, Ausbildung als Feldmesser und Studium der Naturwissenschaften in Jena war Fröbel von 1802 bis 1805 als Feldmesser und Privatsekretär, danach als Lehrer und Hauslehrer in Frankfurt am Main tätig. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Iferten bei Johann Heinrich PestalozziPestalozzi||||| Johann Heinrich Pestalozzi`s (1746 - 1827) pädagogisches Ziel war es eine ganzheitliche Volksbildung zu erreichen, und die Menschen in ihrem selbstständigen und kooperativen Wirken in einem demokratischen Gemeinwesen zu stärken. Er legte Wert auf eine harmonische und ganzheitliche Förderung von Kindern in Bezug auf intellektulle, sittlich-religiöse und handwerkliche Fähigkeiten. Grundidee ist dabei, ähnlich wie in der Montessori-Pädagogik, dass die Menschen die Fähigkeit entwickeln, sich selbst zu helfen.   folgten Studien in Sprachen und Mineralogie in Göttingen und Berlin. Mit Wilhelm Middendorf und Heinrich Langethal, die er in den Befreiungskriegen gegen Napoleon (1813/14) kennen gelernt hatte, gründete Fröbel 1816 in Griesheim die 1817 nach Keilhau verlegte Allgemeine deutsche Erziehungsanstalt, deren Leitung er 1825 seinem Mitarbeiter Johannes Arnold Barop überließ. In Keilhau entstand 1826 Fröbels pädagogisches Hauptwerk (Die Menschenerziehung). Zwischen 1831 und 1836 leitete Fröbel verschiedene Schulen in der Schweiz. Zurückgekehrt nach Deutschland gründete er 1836/37 in Blankenburg/Thüringen eine Anstalt zur Pflege des Beschäftigungstriebes für Kindheit und Jugend. Anknüpfend an Pestalozzis Elementarbildung entwickelte er Spiel- und Beschäftigungsmittel zum Einsatz in Kleinkinderschulen und fundierte sie theoretisch. Es entstanden ein Versand- und Produktionsbetrieb und ein Übungsraum zur Spielpfl ege. Am 28.6.1840 rief Fröbel zur Gründung eines Allgemeinen deutschen Kindergartens auf. Mit Kindergarten war zunächst keine eigenständige Institution gemeint, sondern eine philosophisch begründete Lebensforderung, die Idee der Lebenseinigung, der allseitigen Bildung des Kindes in enger Verbindung vor allem mit der Mutter über die Spielgaben und die Mutter- und Koselieder und die damit verbundenen Körper-, Glieder- und Sinnesspiele. Zur Beachtung des Lebens der Kinder und Pflege des Familienlebens sollten an besonderen Spielorten Erzieherinnen ausgebildet werden. Von Mitarbeitern unterstützt, verbreitete Fröbel seine Idee auf Vortragsreisen und durch Ausbildungskurse. Seine Freundschaft mit Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg und Bertha von Mahrenholtz-Bülow führte zu weiterer nationaler und internationaler Anerkennung. 1848 forderte die Lehrerversammlung in Rudolstadt ein einheitliches Schulsystem vom Kindergarten bis zur Hochschule. 1849 verlegte Fröbel seine Tätigkeit in seine Anstalt für allseitige Lebenseinigung durch entwickelnd-erziehende Menschenbildung in Liebenstein, die 1850 nach Marienthal umzog. Von 1851 bis 1860 verbot die Preußische Regierung Fröbels Kindergärten wegen angeblich sozialistischer und atheistischer Tendenzen, wobei wohl eine Verwechslung Fröbels mit seinem Neffen Karl Fröbel die Ursache war.

 

Literatur

  • Fröbel, F. (1951-86 u.ö.): Ausgewählte Schriften. 5 Bd. Stuttgart. – Heiland, H. (2005): Friedrich Fröbel in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek.

 

Copyright-Hinweis:

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. © 2011 Verlag Julius Klinkhardt. Quelle: Klinkhardt Lexikon Erziehungswissenschaft (KLE), hg. v. Klaus-Peter Horn, Heidemarie Kemnitz, Winfried Marotzki und Uwe Sandfuchs. Stuttgart, Klinkhardt/UTB 2011, ISBN 978-3-8252-8468-8. Nutzung mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Das komplette Klinkhardt Lexikon Erziehungswissenschaft erhalten Sie im UTB-Online-Shop (Link s.u.)



Verwandte Themen und Schlagworte