Schörl-Pädagogik - einige ausgewählte Aspekte

Inhaltsverzeichnis

  1. Schörl-Pädagogik - einige ausgewählte Aspekte
  2. Raumteilverfahren
  3. Nachgehende Führung
  4. Spiel und Gestalten als Herzstück und Königsweg
  5. Gruppenstrukturierung und Gruppenstärke
  6. Tagesablauf
  7. Glaubenserziehung
  8. Kritik
  9. Fazit
  10. Literatur

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Glaubenserziehung

Die beiden Pädagoginnen waren davon überzeugt, dass religiöse Bildung/Erziehung „von Anfang an“ stattfinden soll, ein Kind Religion als lebensnotwendigen Nährstoff seiner Seele benötigt. Der Kindergarten kann einen „guten Boden für den Glauben an Gott bereiten; ganz gleich, ob und wie eine christliche Erziehung im Elternhaus erfolgt“ (Riedel 2003, S. 109). Die Schörlpädagogik hält eine frühkindliche religiöse Erziehung darum für unverzichtbar, weil „die Zahl der Kinder, die im Kindergarten zum ersten Mal von Gott hören und dort ihr erstes Gebet lernen“ (Schmaus/Schörl 1968, S. 9) immer mehr zunimmt. Die religiöse Erziehung im Kleinkindalter (Stadium der Vorsprachlichkeit) soll nicht auf kognitive Inhalte einer Religion abzielen, vielmehr das sinnliche Wahrnehmen sowie Erleben in den Vordergrund stellen. Demzufolge ist auch in der Glaubenserziehung eine vorbereitete Umgebung unerlässlich. Wertvolle Hilfsmittel sind bspw. „bildkräftige religiöse Bildwerke..., um so mehr, je ärmer die Außenwelt an solchen Zeichen des Glaubens wird“ (Schmaus/Schörl 1968, S. 112). Die Bedeutung eines religiösen Bildwerkes wird den Kindergartenkindern erst dadurch als solches erkennbar, daß wir es durch eine besondere Ehrung auszeichnen - wir stellen also Blumen davor auf, gelegentlich auch ein Licht. Dies genügt freilich noch nicht; wir müssen das Bild durch eine gelegentliche kurze Erklärung und durch unser Beten als Zeichen des Glaubens ausweisen. Dies ist ja der Sinn eines religiösen Bildes: es zu benützen als Zeichen unseres Glaubens, das unser Beten veranlaßt. Die Bilder stellen etwas dar, woran wir glauben, was wir lieben“ (ebd.).