Bildung unter schwierigen Bedingungen

Soziale Bildungsbenachteiligungen und Möglichkeiten der elementar- und primarpädagogischen Unterstützung

Projektbeschreibung:

 

Projektleitung:

 

Hintergrund und Ausgangsüberlegungen

Soziale Benachteiligung hat direkte und indirekte Auswirkungen auf Bildung. Neben Einschränkungen in der materiellen Grundversorgung in Bezug auf Wohnraum, Nahrung, Kleidung und Partizipationsmöglichkeiten sowie in der Gesundheitsversorgung erleben sozial benachteiligte Kinder statistisch gesehen häufiger Mängel bei ihrer kognitiven Entwicklung, in Bezug auf das Maß sozialer Kontakte sowie allgemein beim Ausbau ihrer sprachlichen, kulturellen oder sozialen Kompetenzen. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass sozial benachteiligte Kinder diesen Mängeln unterschiedlich ausgesetzt sind, da sowohl Familien als auch öffentliche Bildungseinrichtungen resilienzfördernd agieren können.
 

Im Umgang mit sozial benachteiligten Kindern und Eltern brauchen Erzieherinnen und Erzieher ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer eine ganz spezifische Haltung. Sie müssen den eigenen – eher westlich-mittelschichtsorientierten – Bildungsansatz relativieren und eigene Maßstäbe als solche erkennen. Dieser Prozess ist nie widerspruchsfrei, muss doch zugleich das Wohl des Kindes im Blick behalten werden. Ferner gilt es, die im Alltag oft synonym verwendeten Zuordnungen von „Bildungsferne“, „soziale Schwäche“ und „sozialstrukturelle Benachteiligung“ in ihrer jeweiligen Bedeutung zu reflektieren.

 

Forschungsdesign

Die Daten für dieses Projekt entstammen den Forschungsstellen-Projekten „Individuelle Förderung in Kindertageseinrichtungen“ und „Individuelle Förderung in Grundschulen“. Die ExpertInneninterviews, die im Rahmen dieser beiden Projekte erhoben wurden, lassen erkennen, dass es vielfältige Beobachtungen von ErzieherInnen und LehrerInnen dazu gibt, wie soziale Benachteiligungen sich als Bildungsbenachteiligungen auswirken können. Gleichzeitig werden Strategien und Möglichkeiten erkennbar, diesen Tendenzen entgegen zu wirken. Daher wird das Material hier einer gezielten Sekundäranalyse unterzogen.
Die Sekundäranalyse geschieht computergesützt mit Hilfe des qualitativen Auswertungsprogramms MaxQDA. Methodologisch wird sich dabei am Forschungsparadigma der Grounded Theory (Glaser und Strauss) orientiert. Ziel ist es, mit Hilfe eines mehrfachen Aufbrechens der Daten neue Erkenntnisse und Einsichten zu gewinnen, die über den ersten Blick auf das Gesagte hinaus gehen. Hintergrund dieses methodologischen Vorgehens ist die von Alfred Schütz entwickelte Idee, Wissenschaft als Reflexion und Organisation von Erfahrungen, Handlungen und Wissen des Alltags zu verstehen.
 

 

Literatur

  • Behrensen, Birgit (2012): „Man muss satt sein, bevor man lernen kann“ – Überlegungen zum Umgang mit sozialen Benachteiligungen. In: Albers, Tim / Bree, Stefan / Jung, Edita / Seitz, Simone (Hg.): Vielfalt von Anfang an: InklusionInklusion|||||Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen. in Krippe und Kita, Freiburg, S. 58-66.

 

Projektdetails

Träger:nifbe-Forschungsstelle Begabungsförderung
Straße:Heger-Tor-Wall 19
Ort:49078 Osnabrück