KiTa Sonnenland in Neuenkirchen-Vörden ist Sieger des landesweiten Klasse KiTa-Wettbewerbs

Die Kindertagesstätte Sonnenland in Neuenkirchen-Vörden ist Sieger des landesweiten und mit insgesamt 10.000 Euro dotierten „Klasse KiTa“-Wettbewerb des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Im Fokus des zum zweiten Mal durchgeführten Wettbewerbs stand das Thema „Vielfalt als Chance“ und damit die Integration und InklusionInklusion|||||Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen..

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka, hob bei der Preisübergabe hervor, dass die Kindertagesstätten als erste Bildungseinrichtung im Leben der Kinder von ganz besonderer Bedeutung seien. Daher sei es die gemeinsame Aufgabe aller Beteiligten, die Kleinsten auf ihrem Weg zu begleiten und ihnen von Anfang an alle Chancen beim Zugang zu Bildung zu eröffnen. Das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung, mit unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft sei nicht nur Herausforderung, sondern vor allem als Chance zu sehen. Daher lohne sich jeder in die frühkindliche Bildung investierte Euro sowohl für den Einzelnen wie für die Gesellschaft.

 

"Beispielhafte Umsetzung einer Pädagogik der Vielfalt"

Die mit 5.000 Euro prämierte Sieger-KiTa überzeugte, so die Jury-Vorsitzende und nifbe-Forscherin Prof. Dr. Heidi Keller, durch die „beispielhafte Umsetzung einer Pädagogik der Vielfalt und der bestmöglichen Förderung aller Kinder.


60 Kinder verschiedener Nationalitäten, Religionen und Altersstufen, 18 davon zweisprachig und vier mit Handicaps, leben in der von Heike Bornhorst geleiteten und von der Katholischen Kirche getragenen KiTa Sonnenland fröhlich unter einem Dach. Die Wertschätzung der Vielfalt ist hier pädagogisches Prinzip und wird, wie Keller ausführte, „auf ideenreiche und nachhaltige Weise umgesetzt.“ Von einer interkulturellen Eltern- und Beiratsarbeit über zweisprachige „Lesepaten“, „Mehrsprachen-Bibliothek“ oder „Puppenkinder aus aller Welt“ bis hin zu einem gemeinsam von allen Kindern und Eltern gestalteten Fastentuch reichen die Beispiele aus der alltäglichen Praxis der KiTa.


„Der KiTa Sonnenland ist es gelungen“, so die Jury-Vorsitzende, „Entwicklungs- und Bildungsräume zu gestalten, die sich an den unterschiedlichen körperlichen, geistigen und soziokulturellen Voraussetzungen von Kindern und Familien orientieren“. Hier werde auch eine immer wichtiger werdende „Interkulturelle Kompetenz“ sichtbar, die den noch „weithin unterschätzten Einfluss von Kultur, Tradition und Muttersprache auf die jeweilige Bildung und Entwicklung von Kindern tatsächlich ernst nimmt.“

 

Doppelt besetzter zweiter Platz geht nach Osnabrück und Strackholt

Auf den doppelt besetzten und jeweils mit 2.500 Euro dotierten zweiten Platz des Klasse KiTa-Wettbewerbs gelangten die Kindertagesstätten „Kinnerhuck“ in Strackholt sowie das Michaelis-Zentrum in Osnabrück. Die KiTa Kinnerhuck überzeugte die Jury durch ihre vorbildliche Integration von Kindern und MitarbeiterInnen mit Handicaps und durch ihre Thematisierung der kulturellen Vielfalt. Das Michaelis-Zentrum, in dem 70 Prozent der Kinder Migrationshintergrund haben, wird insbesondere für seinen vorbildlichen Umgang mit kultureller Vielfalt und den damit verbundenen innovativen Bildungsangeboten ausgezeichnet.


Der Klasse KiTa-Wettbewerb des nifbe wurde maßgeblich durch den Niedersächsischen Landesverband der Sparkassen sowie „VS-Möbel“ und den Herder-Verlag unterstützt. Er wurde durch eine hochkarätig besetzte Jury mit folgenden Mitgliedern begleitet und bewertet:

 

  • Prof. Dr. Timm Albers (Pädagogische Hochschule Karlsruhe)
  • Honey Deihimi (Integrationsbeauftragte des Landes Nds.)
  • Matthias Demberger (KiTa-Leiter „ROKIDS“ / Lingen)
  • Prof. Dr. Heidi Keller (nifbe-Forschungsstellen-Leiterin)
  • Pia Pryklink (KiTa-Leiterin „Kindervilla“ / Osnabrück)
  • Christiane Reckmann (Nds. Kultus-Ministerium)
  • Prof. Dr. Georg Rocholl (Hochschule Emden-Leer)
  • Prof. Dr. Renate Zimmer (nifbe-Direktorin)