Partizipation und Beschwerdeverfahren in der KiTa

Neuer KiTa Fachtext von Ursula Winklhofer

Die Idee, Kinder in ihrem Lernen und Handeln in Kindertageseinrichtungen aktiv zu beteiligen, ist in der Frühpädagogik nicht neu. Vor allem in reformpädagogisch orientierten Konzepten wie der Reggio-PädagogikReggio-Pädagogik|||||Die Reggio-Pädagogik ist ein reformpädagogisches  Gesamtkonzept von Ideen und Praxisstrukturen, die seit den 1960 er Jahren in der Norditalienischen Stadt Reggionell`Emilia in Krippen und Kindergärten entwickelt wurde. Dem Konzept liegt ein humanistisches Menschenbild und eine demokratische Gesellschaftsvorstellung inne. oder dem Situationsansatz sind partizipative Elemente zu finden (vgl. Prengel 2016). So basiert z.B. die Reggio-Pädagogik auf einer Philosophie, die dem Kind einen hohen Grad an Autonomie und Selbstorganisationsfähigkeit bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit und seiner Kompetenzen zuspricht. Im Situationsansatz kommt die aktive Beteiligung der Kinder im Konzept der Schlüsselsituationen zum Tragen, die als bedeutsame Situationen im Erleben der Kinder gemeinsam erforscht werden (vgl. Preissing 2003).

Über diese pädagogischen und bildungsbezogenen Ansätze hinaus hat sich seit Mitte der 1990er Jahre ein weitreichenderes Verständnis von Partizipation in der Gestaltung des Kita-Alltags entwickelt. Dabei geht es um die Frage, in welchem Umfang jüngere Kinder über Angelegenheiten, die ihre eigene Person, die Gruppe oder auch die Gesamtorganisation der Kindertageseinrichtung betreffen, (mit)entscheiden oder mitgestalten können.

Der Anspruch, dass es auch in Kindertageseinrichtungen – und nicht erst in der Schule – für Kinder Beteiligungsmöglichkeiten geben sollte, hat sich seitdem in den politischen und fachwissenschaftlichen DiskursDiskurs|||||Der Begriff Diskurs kann verschiedene Bedeutungen haben, wurde ursprünglich jedoch als  „hin und her gehendes Gespräch“ verwendet. Weitere Bedeutungen sind: theoretische Erörterung, systematische, methodische Abhandlung, gesellschaftliche Auseinandersetzung, Erörterung. Sinnverwandt sind auch Debatte, Diskussion, Disput. en durchgesetzt und ist – gerade mit dem seit 2012 in Kraft getretenen Kinderschutzgesetz – auch rechtlich verbindlich verankert. Partizipation ist in Konzeptionen und Leitbilder von Kindertageseinrichtungen eingegangen, vielfältige Handlungsanleitungen, Konzepte und Modelle wurden in den letzten Jahren entwickelt. Doch trotz „theoretischer“ und konzeptioneller Zustimmung wirft die praktische Umsetzung oft viele Fragen auf.

In der Reihe KiTa FachtexteKiTa Fachtexte|||||Das Portal “KiTa Fachtexte” (www.kita-fachtexte.de) ist eine Kooperation der Alice Salomon Hochschule, der FRÖBEL-Gruppe und der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF). KiTa Fachtexte unterstützt Lehrende und Studierende an Hochschulen, Fachschulen und in der Weiterbildung und Fachkräfte in Krippen und Kitas in ihrer Arbeit. Hier finden Sie wissenschaftliche Fachtexte zur Arbeit mit Kindern in den ersten drei Lebensjahren, die in frühpädagogischen Studiengängen eingesetzt werden können und einen Praxistransfer ermöglichen. zeigt Ursuka Winklhofer Konzepte und Verfahren für Partizipation und Beschwerdemanagement sowie wesentliche Handlungsleitlinien auf.

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