wanka zimmer 200Bildungsministerin Johanna Wanka mit Kongressleiterin Renate ZimmerZum Auftakt des zweiten Kongresstages der „Bewegten Kindheit!“ in Osnabrück begrüßte Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die 3.000 Pädagogischen Fachkräfte. Sie zollte dem innovativen Ansatz des mitveranstaltenden Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) Respekt und äußerte „große Sympathie für das, was das nifbe mit seinem Motor Renate Zimmer in den letzten Jahren geleistet habe.“ Explizit benannte sie dabei den „ungeheuer schwierigen flächendeckenden Transfer“ von neuen Forschungsergebnissen und –konzepten in die Praxis der KiTas. Als zentrale Aufgabe und Herausforderung im frühkindlichen Bereich hob sie die Inklusion und soziale Teilhabe aller Kinder und damit die Verwirklichung von Bildungsgerechtigkeit hervor.


Bewegung und Sport unterstützen soziale Teilhabe

Bewegung, Spiel und Sport, so die Bildungsministerin, seien dabei ideale Ansatzpunkte, um die soziale Teilhabe und InklusionInklusion|||||Inklusion beinhaltet eine wertschätzende Haltung in Bezug auf Diversität und Vielfalt in der Bildung und Erziehung. Heterogenität wird als normale Gegebenheit der Gesellschaft gesehen, und es geht darum den Rahmen und das Umfeld, dieser Heterogenität anzupassen und zu gestalten. Inklusion bezieht sich auf alle heterogenen Eigenschaften in einer Gesellschaft und wird nicht vorranging auf das Thema Migration oder Behinderung bezogen. zu unterstützen. Dies zeige der Kongress an vielen Beispielen auf. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von den aktuellen Projekten von Prof. Dr. Renate Zimmer, mit denen geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen ein Ankommen im Hier und Jetzt und der erste Kontakt mit der deutschen Sprache geboten werde. Die nun zunehmend in die KiTas kommenden Kinder mit Fluchterfahrungen seien eine „große Herausforderung“ für die Bildungspolitik, der Bund und Länder mit einer konzertierten Aktion begegnen müssten.

Schon jetzt fördere ihr Ministerium die frühkindliche Bildung mit verschiedenen Programmen und Projekte führte die Bildungsministerin aus. Angesichts der Erkenntnis, dass viele Sprachförderprogramme bisher nicht gewirkt hätten, sei gemeinsam mit den Ländern so die Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BISS) gestartet worden, um zielgerichtet wirksamere Konzepte zu entwickeln. Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WIFF) unterstütze insbesondere Aus- und WeiterbildnerInnen in der frühkindlichen Bildung und das breite Programm „Kultur macht stark“ versuche insbesondere Kinder aus bildungsfernen Familien zu erreichen. In jedem dritten Projekt spiele dabei auch die Bewegung eine zentrale Rolle. Diese und weitere Erkenntnisse der Bildungsberichterstattung unterstrichen die Bedeutung der Bewegung sowohl für eine gelingende soziale und kulturelle Inklusion wie auch für gelingende Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen.

„Hochachtung“ zollte die Bildungsministerin auch angesichts der neuen Herausforderung durch Flüchtlingskinder der „Leistung von ErzieherInnen“ und appellierte abschließend: „Wir müssen uns alle kümmern und einmischen und genau dazu müssen wir auch unsere Kinder und Jugendlichen motivieren“.

Bildungspotenzial von Bewegung

Wie Bewegung bildet und zur Inklusion beitragen kann, zeigte dann Kongressleiterin Prof. Dr. Renate Zimmer in ihrem Vortrag mit vielen bewegenden Bildern und freute sich über die Gelegenheit ihre Botschaft „gleich an die Spitze der Bildungspolitik“ übermitteln zu können. Bewegung sei der Ausgangspunkt für die Aneignung der Welt und in den ersten Jahren ideal „um Kraftquellen zu erschließen und Ressourcen jedes einzelnen Kindes zu entfalten“. Sie hob das Bildungspotenzial von Bewegung insbesondere auch im Hinblick auf die Integration von Kindern mit Fluchterfahrung von Anfang an hervor. Hierüber könne auch die deutsche Sprache als „Schlüssel zur Integration und Bildung“ vermittelt werden. Die im Rahmen des nifbe entwickelten Sprachförderansätze würden daher auch in den Alltag der KiTa integriert und setzten bei den Stärken der Kinder wie zum Beispiel auch der Lust an Bewegung an. „Sprachförderung benötigt authentische, für das Kind bedeutsame Situationen, sie muss dialogisch orientiert sein und mit viel Mimik und Gestik begleitet werden“ fasste sie zusammen. Zimmer stellte auch neue Zugänge zum Lesen über Bewegung vor, die in den beiden Projekten „Geschichten bewegen“ und „LOSlesen“ erprobt und sehr positiv evaluiert worden seien.

In einem anschließenden Rundgang mit Prof. Dr. Renate Zimmer informierte sich Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka unter anderem am nifbe-Stand über die neuesten Publikationen für den Transfer und diskutierte mit der Institutsdirektorin über die aktuellen Entwicklungen und Pläne im nifbe.
wanka nifbestand 535Bildungsministerin Johanna Wanka am nifbe-Stand mit (v.l.n.r. nifbe-Pressesprecher Karsten Herrmann, nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka, nifbe-Direktorin Renate Zimmer und nifbe-Transferwissenschaftlerin Anna Dintsiuodi)