Veranstaltungen

„Es ist nicht nur das Geld, das fehlt…..“

Armutssensibles Handeln in der KiTa

Zunehmend gerät in den KiTas neben anderen Vielfaltsthemen wie kulturellen und geschlechtlichen Unterschieden oder individuellen Handicaps auch das Thema der Sozialen Benachteiligung und Armut in den Fokus – denn aktuell ist in Deutschland rund jedes fünfte Kind von Armut bedroht.

Auf der im Rahmen der nifbe-Qualifizierungsinitiative "Vielfalt leben und erleben!" stattfindenden Fachtagung „Es ist nicht nur das Geld, das fehlt.....“ sollen so einerseits die zum Teil gravierenden Auswirkungen der Armut auf die soziale, emotionale, kognitive oder gesundheitliche Entwicklung der Kinder sowie die Gefahr der Exklusion näher beleuchtet werden. Zum anderen sollen ganz konkret pädagogische Handlungsoptionen vorgestellt werden, um die (aktive) Teilhabe von Kindern mit sozialer Benachteiligung zu gewährleisten und mögliche Entwicklungsrisiken zu kompensieren. Nicht zuletzt wird es auf dieser Tagung aber auch viele Gelegenheiten zum Austausch über Erfahrungen und Herangehensweisen der Teilnehmer*innen mit dem Thema Armut geben.

Grundsätzliches Ziel der Tagung ist es, das armutssensible Handeln von pädagogischen Fachkräften in KiTas zu fördern und zu unterstützen.


Programmablauf


10:00 Ankommen

10:15 Begrüßung

10:30 Auftaktvortrag

Was ist möglich?

Pädagogische Handlungsoptionen im Umgang mit Kinderarmut
Kinderarmut ist ein strukturelles und politisches Problem, als solches lange erkannt, nicht gelöst. Im Unterschied zu politischen Akteur*innen sind pädagogische Fachkräfte im Hier und Jetzt der Alltagssituationen herausgefordert, lösungs- und zukunftsorientiert im Interesse der Kinder zu handeln. Welche Spielräume haben Pädagog*innen tatsächlich, wie nutzen sie diese, welche Effekte hat ihr Handeln auf die Armutsdiskussion? Wie hörbar sind die Stimmen der betroffenen Kinder? Wo stoßen die pädagogischen Fachkräfte an Grenzen und welche Veränderungsbedarfe werden dringend formuliert? Unter Einbeziehung nationaler und internationaler Forschungsergebnisse und Projekte werden mögliche Antworten auf diese Fragen zur Diskussion gestellt.
  • Prof. Dr. Heike Weinbach (Hochschule Rhein-Waal)

11:30 Praxis-Talk

Wie gehen KiTas konkret mit dem Thema Armut um?
  • Karin Hooper (Projekt Familienzentrum/ Kita Einstieg in der städtischen KiTa Heiligenweg)
  • Anne Grosenick (Familienzentrum St. Michaelis Osnabrück)

12.10 Impro Theater Ratz-Fatz

12:30 Mittagspause

13:15 Workshop Panel 1-7

15:15 Pause

15:30 Impro-Theater Ratz Fatz

16:00 Abschluss



Die Tagung wird in Kooperation mit der LAG Soziale Brennpunkte durchgeführt:

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Veranstaltungsdetails

Nummer:KO-2019-10-22
Typ:Tagung
Beginn:22.10.2019 um 10:00 Uhr
Ende:22.10.2019 um 16:15 Uhr
Straße:Rolandsmauer 26
Ort:49074 Osnabrück
Veranstaltungsort:Lagerhalle
Gebühr:40.00 Euro
Anmeldeschluss:11.10.2019
 
Panel 1

Vorurteilsbewusst mit Gefühl? - WS1

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Stresssituationen im Alltag, psychische und physische Belastungen können das Mitgefühl herabsetzen und Vorurteile aktivieren. Im Workshop geht es zunächst in Übungen um das Nachdenken über eigene Vorurteile zum Thema „Kinderarmut“, sodann werden Ansätze, Übungen, Literatur, Fortbildungsmöglichkeiten vorgestellt, mit denen mitfühlendes Verstehen und Handeln in der pädagogischen Praxis weiter entwickelt werden können.
  • Prof Dr. Heike Weinbach (Hochschule Rhein-Waal)

Was brauchen Kinder für die gesunde Entwicklung? - WS2

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Eins ist sicher: Die Gesundheit von Kindern ist stark von der Teilhabe an der Gesellschaft abhängig. Das sollte in Diskussionen und Maßnahmen um die Frage, wer eigentlich arm ist, berücksichtigt werden. Doch was brauchen Kinder, um sich gesund entwickeln zu können? Welche schützende und stützende Faktoren können in den Arbeitsalltag einer Kindertagesstätte integriert werden? Welche Bedeutung kommt den Eltern dieser Kinder zu? Brauchen wir die Eltern oder brauchen die Eltern uns? Ziel des Workshops ist es, den Blick für „Armut und Gesundheit“ zu schärfen, um Ideen zu entwickeln, wie Gesundheit in der eigenen Kita platziert werden kann, ohne sich zu überfordern.
  • Angelika Maasberg (Landesvereinigung für Gesundheit)

Armut und kognitive Entwicklung – die KiTa als kognitiv anregender Erfahrungsraum - WS3

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Armut und fehlende finanzielle Ressourcen haben über mehrere Mechanismen direkte und indirekte Auswirkung auf die (kognitive) Entwicklung von Kindern. Einen direkten negativen Einfluss auf die kognitive Entwicklung von Kindern können bspw. haben:
  • prekäre Wohnverhältnisse,
  • eine anregungsarme Freizeitgestaltung und
  • geringere Anreize durch die Bezugspersonen oder
  • geringere Anreize durch das Fehlen pädagogisch förderlicher Spielmaterialien (aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen)
Vermehrt wird in der Qualitätsdebatte daher immer wieder die Frage aufgeworfen, unter welchen Bedingungen Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen von einer institutionellen Bildung und Betreuung profitieren und ob durch eine qualitativ hochwertige institutionelle Bildung, Betreuung und Erziehung schlechtere Bildungschancen ausgeglichen werden können.

Im Rahmen des Workshops werden wir diese beiden Fragen ins Zentrum der Diskussion stellen und nach einer eigenen Erkundungs- und Reflexionsphase Schlussfolgerungen zu diesen beiden und den folgenden weiteren Fragen ziehen:
  • Wie kann eine kognitiv anregende Umgebung (in der Kita) gestaltet werden?
  • Welche Bedeutung hat die Interaktionsqualität zwischen Fachkraft und Kind und
  • Wie kann die Interaktion so gestaltet werden, dass sie kognitiv anregend ist?

  • Katrin Hormann (Fortbildnerin und nifbe-Prozessbegegleiterin)

Kann Armut auch eine Ressource sein? - WS4

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Soziale und kulturelle Ressourcen von betroffenen Familien wahrnehmen & einbinden

Die Auswirkungen von Armut können Bildungsprozesse einschränken, hemmen oder gar verhindern. Jedoch muss das nicht zwangsläufig so sein. Was braucht es also, um die sozialen und kulturellen Kompetenzen der betroffenen Familien und Kinder wahrzunehmen? Und wie können diese Ressourcen in den (KiTa-)Alltag eingebunden werden?

  • Anne Kuhnert (Fortbildnerin und Bloggerin)

„Arme Kinder haben arme Eltern - wie kann Teilhabe im Kita-Alltag gelingen?“ - WS5

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Der Workshop sensibilisiert mit Blick auf Kinder und Eltern für die Lebenslage „Armut“. Anhand konkreter Situationen in der KiTa-Praxis werden mögliche armutssensible Handlungsansätze aufgezeigt.

  • Sabine Poppe (Systemische Supervision und Institutionsberaterin)

Sozialräumliche Sensibilisierung und Vernetzung - WS6

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Der Workshop lädt zu einem Austausch über die zielgenaue Stärkung für von Armut betroffenen Familien ein und informiert zugleich über spezifische und erprobte Netzwerkstrukturen im Sozialraum für die Familien.
Die Vorstellung der Erfolgsfaktoren für ein stabiles und nachhaltiges Netzwerk orientiert sich an sechs Fragestellungen, deren Beantwortung durch das Input der Dozent*in und das Zusammentragen des Expert*innen-Wissens der Teilnehmer*innen erfolgt.

  • Wie initiere ich ein erfolgreiches Netzwerke?
  • Was braucht eine professionell Netzwerkarbeit?
  • Wie etabliere ich ein differenziertes und präventiv ausgerichtetes Angebotsspektrum?
  • Wie kann ich niedrigschwellige und aufsuchende Angebote für von Armut betroffene Familien umsetzten?
  • Wie baue ich eine sozialraumbezogene Vernetzung aus?
  • Welche Angebote zur Bildungsbegleitung gibt es/kenne ich?

  • Goska Soluch (Trainerin • Referentin • Supervisorin)

„Wie spreche ich mit Eltern über...?“ - WS7

Beginn:22.10.2019 um 13:15 Uhr
Ende:22.10.2019 um 15:15 Uhr
 
Die Elternbildungsprogramme Rucksack KiTa und Griffbereit bieten mit dem Peer-Ansatz der Gruppen anleitenden Elternbegleiter*in eine besonders niedrigschwellige und gleichzeitig verbindliche Form der Elternarbeit. Neben den Themen, die parallel in der KiTa vorbereitet und bearbeitet werden, ist in jeder Gruppenstunde ein Alltags- und Erziehungsthema vorgesehen.

In diesem Workshop sollen auf der Grundlage des Konzeptes Rucksack KiTa und der Erfahrungen der Teilnehmenden Möglichkeiten der armutssensiblen Elternarbeit erarbeitet und erörtert werden.

  • Welche Themen bewegen die Eltern?
  • Wie kann das Team der KiTa darauf reagieren?
  • Wie kann eine Elternansprache zu „schwierigen Themen“ gestaltet sein?


  • Britta Kreuzer (LAG Soziale Brennpunkte) und eine Rucksackmoderatorin


Die Veranstaltung ist nicht mehr buchbar.

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