100 Einrichtungen der Familienbildung werden als "Elternbegleitung Plus" in den kommenden drei Jahren vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert, um Eltern mehr Unterstützung in Bildungsfragen zu geben.

"Eltern wollen, dass ihre Kinder auf ihrem Bildungs- und Lebensweg erfolgreich sind. Oft fehlen ihnen aber praktische Hinweise, auf welche vorhandenen Mittel und Wege sie für eine gute frühe Förderung in ihrem direkten Umfeld zugreifen können", sagte Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. "Die Modellstandorte 'Elternbegleitung Plus' zeigen, wie sich vor Ort Netzwerke rund um das Thema der Bildungsbegleitung knüpfen lassen, damit Mütter und Väter Informationen und Anregungen aus einer Hand erhalten.“
 

In seinem neuen Gutachten zur „Professionalisierung in der Frühpädagogik kommt der „Aktionsrat Bildung“ zu dem Schluss, dass deutsche Kindertagesstätten „pädagogisch nur Mittelmaß“ seien. Zugleich unterstreicht er, dass hier „das entscheidende Fundament für zukünftige Bildungskarrieren gelegt werde. Entscheidend dafür seien „eine gute Qualität der Bildungsangebote und der Zugang aller Kinder zu vielfältigen Lerninhalten. Eine „Schlüsselrolle“ spiele hierbei das pädagogische Fachpersonal und dies benötige „alle gebotene Unterstützung, um seiner Rolle in der Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsarbeit in Kindertagesstätten bestmöglich gerecht werden zu können.“ Deshalb fordert der Aktionsrat auch einen „Quantensprung“ bei der Qualifizierung des frühpädagogischen Personals und die Entwicklung eines „koordinierten Gesamtkonzeptes für die Aus-, Weiter- und Fortbildung“ sowie eine höhere Bezahlung. Insgesamt müssten die Investitionen in den frühkindlichen Bereich erhöht werden. Der Aktionsrat Bildung ist ein Gremium renommierter Bildungsforscher, das von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) 2005 gegründet wurde. Vorsitzender ist Dieter Lenzen, Präsident der Hamburger Universität.

Erfolgreiche Leseförderung erfordert neben Engagement und Initiative vor allem eines: vielseitige Expertise. Aus diesem Grund ergänzt künftig eine interdisziplinär aufgestellte wissenschaftliche Beratergruppe die Stiftung Lesen in ihrer bisherigen Fachkompetenz.Die zwölfköpfige Beratergruppe beraten die Stiftung Lesen und das ihr zugehörige Institut für Lese- und Medienforschung künftig in allen Programmbereichen bei der Identifizierung neuer Trends und Themen im Bereich Lese- und Medienkompetenz. Aufgabe und Ziel der Beratergruppe ist es, die wissenschaftliche, politische und praktische Relevanz der Forschungs- und Programmarbeit der Stiftung zu bewerten und Impulse für die künftigen Leseförderungsprojekte zu geben.

Ab dem frühen Kindesalter ist unsere Welt bereits von Medien geprägt – von Musikmobiles für die ganz Kleinen über (auch schon sprechende) Bilderbücher, Hörspiel- und Musik-CD’s bis hin zu Computerspielen, Fernsehen und Kino. Das Land Niedersachsen hat Anfang 2012 nun ein Medienkompetenz-Konzept veröffentlich, dass auch ausdrücklich von der frühkindlichen Bildung über Schule und Ausbildung bis hin zum lebenslangen Lernen reicht.

Um mehr Nachwuchs für den Erzieherberuf zu gewinnen, ist jetzt unter Federführung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege die Schülerkampagne der Initiative "Profis für die Kita" gestartet.

 

"Erzieherinnen und Erzieher legen mit ihrer Arbeit den Grundstein für die späteren Bildungserfolge und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern", sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder aus diesem Anlass. "Mir ist es deshalb wichtig, dem Erzieherberuf zu mehr Anerkennung und Wertschätzung zu verhelfen, die Rahmenbedingungen zu verbessern und mehr Fachkräfte für die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege zu gewinnen. Dies ist umso wichtiger, als wir mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für unter Dreijährige ab August 2013 zusätzliche Fachkräfte für die Kindertageseinrichtungen benötigen."

Die Gelingensbedingungen und Stolpersteine der Individuellen Förderung in KiTa und Grundschule standen im Fokus der Tagung „Jedem Kind gerecht werden?“ der Forschungsstelle Begabungsförderung des nifbe in der Osnabrücker Schlossaula.


In ihrem Grußwort unterstrich nifbe-Direktorin Prof. Dr. Renate Zimmer vor den rund 150 TagungsteilnehmerInnen die Chancengerechtigkeit als eines der zentralen Ziele des nifbe: „Wir brauchen von Anfang an ein Bildungssystem, das jedem Kind durch die optimale Entfaltung seiner Begabungen gerecht wird und ihm gute Startchancen in seine zukünftige Bildungs- und Berufsbiographie bietet.“

 

Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) ist von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgewählter Ort 2012“ ausgezeichnet worden. Unter dem Motto „Auf die ersten Jahre kommt es an!“ trägt das nifbe seit 2008 dazu bei, dass Kinder in Familie und KiTa auf bestmögliche Weise begleitet und gefördert werden können.


Die Auszeichnung wird dem nifbe voraussichtlich am 30. Juni diesen Jahres im Rahmen eines großen Kinder- und Familienfest der Initiative „Bewegungsstadt Osnabrück“ überreicht, die gemeinsam vom nifbe, der Bürgerstiftung sowie der Universität Osnabrück getragen wird.

Forschungsprojekt zeigt praxisnahe Wege zur Werte-Bildung am Beispiel des Mitgefühls auf
 

Wie kann der Transfer von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis der Aus- und Weiterbildung gelingen? In exemplarischer Weise zeigt dies ein von Prof. Dr. Elisabeth Naurath und ihrer Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Caroline Teschmer durchgeführtes nifbe-Forschungsprojekt unter dem Titel „Mitgefühl als Weg zur Werte-Bildung. Elementarpädagogische Forschung zur Beziehungsfähigkeit als emotional-soziale Kompetenzentwicklung im Kontext religiöser Bildungsprozesse."


Ausgehend von der Habilitationsschrift „Mitgefühl gegen Gewalt. Mitgefühl als Schlüssel ethischer Bildung“ von Elisabeth Naurath, die evangelische Theologie an der Universität Osnabrück lehrt, werden in dem Projekt zugleich zentrale Ansätze für die Wertevermittlung in der KiTa-Praxis wie auch in der FachschülerInnen-Ausbildung erprobt. In einem Gegenstromprinzip werden wissenschaftliche Erkenntnisse so ganz konkret auf ihre Trag- und Umsetzungsfähigkeit in der Praxis überprüft und fließen in Ausbildungs- und Weiterbildungsmodule ein.
 

Eine im Auftrag des Niedersächsischen Wissenschaftsministerium durchgeführte Evaluation bescheinigt dem vor vier Jahren gegründeten „Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung“ (nifbe) eine sehr erfolgreiche Arbeit. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Rudolf Tippelt (Ludwig-Maximilians-Universität München) hatte eine aus acht unabhängigen ExpertInnen bestehende Gutachterkommission die Strukturen, Arbeitsbereiche und Ergebnisse des nifbe wissenschaftlich begutachtet. Sie empfiehlt im Ergebnis abschließend eine Weiterförderung des nifbe durch das Land Niedersachsen „zumindest“ in der jetzigen Höhe von insgesamt 5,5 Millionen Euro.

Die Herausforderungen und Stolpersteine auf dem Weg von der KiTa zum Familienzentrum standen im Fokus einer in Kooperation des nifbe mit dem Kultusministerium und der Fachhochschule Hannover veranstalteten Fachtagung im Hannoveraner „expowal“.

 

Jan ter HorstJan ter Horst, Abteilungsleiter im niedersächsischen Kultusministerium, freute sich über die große Nachfrage zu dieser frühzeitig ausgebuchten Tagung und begrüßte insbesondere auch zahlreiche VertreterInnen aus der Landespolitik. Er hob die frühkindliche Bildung als Schwerpunktthema der Landesregierung heraus: „Wir müssen schon die kleinsten Lerner aktiv begleiten und ihnen Chancengerechtigkeit bieten“, sagte er. Dabei sei die Elternarbeit von zentraler Bedeutung und hier gäben die Familienzentren mit ihrer breit angesetzten Einbindung von Familien und der sozialräumlichen Vernetzung „zukunftsweisende Impulse“.

 

Prof. Dr. Renate Zimmer„Ohne Eltern geht es nicht in der frühkindlichen Bildung“ unterstrich auch nifbe-Direktorin  Prof. Dr.  Renate Zimmer in ihrer Begrüßung . Familienzentren seien für sie „ideale Orte der Begegnung und des gemeinsamen Lebens und Lernens“. Sie wies auf zahlreiche Aktivitäten des nifbe zu diesem Themenbereich hin – neben der mittlerweile zweiten Tagung habe das nifbe so eine landesweite interdisziplinäre Expertenrunde zu diesem Thema etabliert, in der Gelingensbedingungen entwickelt, Handreichungen für die Praxis, Fachberatung und Politk definiert und Fortbildungsbedarfe eruiert werden.  Im Regionalnetzwerk NordOst formiere sich darüber hinaus ein regionales Netzwerk zu diesem Thema. „Vieles ist hier in Bewegung und wir wollen ErzieherInnen, KiTa-Leitungen, FachberaterInnen und Träger auf ihrem Weg zum Familienzentrum unterstützen“, resümierte die nifbe-Direktorin.

 

Penn Green Centre als begeisterndes Beispiel

 

Einen mitreißenden Einblick in die Potentiale eines Familienzentrums bot Dr. Margy Whalley, die 1983 das nach dem Early Excellence arbeitende Pen Green Centre in Corby aufbaute und bis heute leitet. Exemplarisch vereint dieses Familienzentrum den klassischen Krippen- und KiTa-Bereich mit integrierter umfassender Zusammenarbeit mit Familien, Schule sowie Erwachsenen- und Familienbildung und -beratung rund um das Thema Familie, Frühförderung und Gesundheit.  Zum rund 70köpfigen Team gehören so neben ErzieherInnen auch Hebammen, SozialarbeiterInnen, Tagesmütter und Frühförderkräfte. „Auf einem stabilen pädagogischen Fundament lernen die Professionen bei uns voneinander und miteinander und werden durch Coaching und Supervision unterstützt“ berichtete Dr. Magy Whalley. Angeschlossen an Pen Green sei auch ein Hand in Hand mit den PraktikerInnen arbeitendes Forschungszentrum sowie ein Weiterbildungs- und Ausbildungszentrum für Eltern.

 

Grundsätzliches Ziel in Pen Green sei es, Kinder – und gerade auch solchen aus sozial benachteiligten Familien - stark zu machen und ihre Resilienz zu fördern. „Wir haben ein positives Bild vom Kind und eine differenzierende Pädagogik, die das Kind darin unterstützt, alles zu sein, was es sein kann“ sagte Margy Whalley. Zentral sei dabei auch die niedrig schwellige Zugänge bietende Arbeit mit den Eltern. Diese müsse grundsätzlich auf gleicher Augenhöhe und mit einer anerkennenden und wertschätzenden Haltung stattfinden, so Margy Whalley: „Wir müssen akzeptieren, dass Eltern immer das Beste für ihr Kind wollen.“ Gemeinsam mit den Eltern konnten in Pen Green so auch differenzierte Beobachtungs- und Dokumentations-Schleifen zwischen KiTa und Elternhaus aufgebaut werden, der sogenannte „Pen-Green-Loop“, von denen beide Seiten profitieren. Mit einer Vielzahl von Beispielen belegte Margy Whalley, wie Eltern in Pen Green aktiviert und beteiligt werden, sich ehrenamtlich engagieren oder sogar eine berufliche Perspektive finden können.

 

Respekt und Wertschätzung als Grundlage der Elternarbeit

 

Die Arbeit mit den Eltern spielte auch eine zentrale Rolle in einer folgenden Workshoprunde. So hob Prof. Dr. Angelika Hentschel von der Leuphana-Universität in Lüneburg die Familie als „zentrale Sozialisationsinstanz“ heraus, die aber durch den schnellen gesellschaftlichen Wandel starke Verunsicherung und Belastung erfahre. Hier böten Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit den ErzieherInnen und die sozialräumliche Vernetzung der Familienzentren wertvolle Unterstützung. Grundsätzlich hätten Eltern, so Hentschel, “immer Interesse daran, ihre Kinder zu unterstützen.“ In Übereinstimmung auch mit den Ausführungen Margy Whalleys herrschte in den Diskussionsrunden große Einigkeit darüber, dass die Voraussetzung  für erfolgreiche Elternarbeit eine Haltung der Wertschätzung und des Respekts gegenüber den Eltern sei. Dazu gehöre auch ein „wertfreies Zuhören“.  Unterstützt werden müssen diese Ausgangs-Haltung u.a. durch professionelles Handwerkszeug der Gesprächsführung und der Konfliktlösung.

 

Brandneue Forschungsergebnisse zu den „Wirkfaktoren von Familienzentren“ konnten auf der Tagung auch Prof. Dr. Dörte Detert und Prof. Dr. Norbert Rückert von der Fachhochschule Hannover präsentieren. In einem nifbe-Forschungsprojekt haben sie trägerübergreifend die 21 Familienzentren untersucht, die sich in Hannover mit einer zusätzlichen Förderung von jährlich 40.000 Euro durch die Stadt auf dem Weg zu einem Familienzentrum gemacht haben.

 

Der Weg lohnt sich

 

Als Ergebnis der in diesen Familienzentren eingeführten individuellen und ressourcenorientierten Beobachtung nach einem „Hannoveraner Bogen“ verzeichneten viele ErzieherInnen, neue Seiten am Kind entdeckt und Ansatzpunkte für die Förderung bekommen zu haben sowie eine bessere Erreichbarkeit der Eltern. In der Wertschätzung von Angeboten der Familienzentren lag die „Erziehungsberatung“ bei den befragten ErzieherInnen an erster Stelle, gefolgt vom „Elterncafé“ und „Musischen Angeboten“. In der Rangliste der Wertschätzung der Kooperationen lagen die Schulen an erster Stelle, gefolgt von Sprach- und Ergotherapie sowie dem Kommunalen Sozialdienst. Fortbildungsbedarfe der ErzieherInnen wurden mit der Studie insbesondere in den Bereichen Elternarbeit, Organisationsentwicklung und Beobachtung festgestellt.

 

Grundsätzlich konnten die ForscherInnen bei den Hannoveraner Familienzentren einen „hohen Vernetzungsgrad“ feststellen und zugleich „keine besonders hohe Zusatzbelastung“ der ErzieherInnen. So sei die Zufriedenheit mit dem Umwandlungsprozesse auch „relativ groß“. Als wichtige Gelingengensbedingungen hoben Detert und Rückert die frühe Einbindung  aller Beteiligten heraus. Wichtig sei, auf dem Weg zum Familienzentrum nicht zu viel auf einmal zu wollen, sondern sich auf wenige Kernbereiche wie zum Beispiel die Elternarbeit zu konzentrieren.

 


 

 

Homepage Pen Green Centre

 

Dokumentation der Tagung Familienzentren 2010