Bildungsbericht 2010 - Ergebnisse zum Thema Übergang

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorschulische Sprachstandserhebungen und Sprachförderung
  2. Vorzeitige und verspätete Einschulungen
  3. Einschulung nach sozioökonomischem Status, Migrationshintergrund und Schulleistungen

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Vorzeitige und verspätete Einschulungen


Nicht zuletzt als Folge der bildungspolitischen Intention, eine frühere schulische Förderung von 6-Jährigen zu bewirken, ist deren Anteil im Schulsystem gestiegen. Zugleich ist die Quote verspätet eingeschulter Kinder seit 1995 bis 2005 kontinuierlich auf 4,8% gesunken, danach allerdings wieder auf 6% gestiegen.
Gleichzeitig ist der Anteil der vorzeitigen Einschulungen zwischen 2004 und 2008 von 9,1 auf 5,4% zurückgegangen. Die Entwicklung der Einschulungen in Ländern, die den Beginn der Schulpflicht vorverlegt haben, macht deutlich, dass dadurch vorzeitige Einschulungen stark zurückgehen und es so zu einem Anstieg fristgerechter Einschulungen auf knapp 90% kommt. 
Ob der Anstieg der Zurückstellungen ausschließlich auf in den betreff enden Monaten geborene Kinder zurückzuführen ist, kann mit den vorliegenden Daten nicht geklärt werden. Es zeigt sich aber, dass nur ein kleiner Teil der Kinder, die nach dem neuen Regelstichtag früher eingeschult werden müssten, zurückgestellt wird, so dass
bis 2008 der Anteil 6-Jähriger im Primarbereich in Deutschland auf 60% gestiegen  ist. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit weiter hinter Staaten wie Großbritannien und Irland, in denen im Jahr 2007 bereits alle 5-Jährigen eingeschult waren, gleichzeitig aber deutlich vor Staaten wie Finnland und Schweden, in denen kaum 6-Jährige die Schule besuchen . Weiterhin werden Mädchen häufiger vorzeitig und seltener verspätet eingeschult. 
Neben der Vorverlegung des Einschulungsalters in vielen Ländern wurde in den letzten Jahren auch die Schuleingangsphase in elf Ländern insofern flexibilisiert, als die Kinder nun die ersten beiden Jahrgangsstufen in ein bis drei Schuljahren durchlaufen können. Zwar liegen zur faktischen Verweildauer im Grundschulbereich keine bundesweiten Daten vor, doch lassen sich anhand altersspezifi scher Bildungsbeteiligungsquoten im Primarbereich zumindest Entwicklungstendenzen aufzeigen. So weist der abnehmende Anteil der 10-, 11- und 12-Jährigen im Primarbereich in Ländern mit vierjähriger Grundschule auf ein sinkendes Alter der Schüler beim Übergang in die weiterführenden Schulen hin. 

 



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