Geschlechterbewusste Pädagogik in der Kindheit

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschlechterbewusste Pädagogik in der Kindheit
  2. Risiken einer geschlechtstypischen Erziehung und Bildung
  3. Ebenen einer geschlechterbewussten Pädagogik
  4. Geschlecht weder banalisieren noch dramatisieren
  5. Wie die Geschlechtersymbolik die kindliche Entwicklung beeinflusst
  6. Wie Geschlecht als gesellschaftliches Strukturprinzip die kindlichen Lebenswelten beeinflusst
  7. Geschlecht und Bildung
  8. Individuelle Geschlechtsidentitätskonstruktionen
  9. Literaturliste

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Wie Geschlecht als gesellschaftliches Strukturprinzip die kindlichen Lebenswelten beeinflusst


Neben Geschlechterstereotypen wird die Entwicklung von Kindern vor allem auch davon beeinflusst, welche konkreten Verhaltensweisen sie bei Erwachsenen beobachten (Modellfunktion). Insbesondere die erlebte Aufgaben- und Arbeitsteilung der Geschlechter ist von besonderer Bedeutung: Kinder erleben, dass Frauen und Männer in unterschiedlichen beruflichen Bereichen tätig sind. Sie beobachten, dass Frauen eher für den Bereich der Fürsorge, der Pflege und der Be- und Erziehungsarbeit zuständig sind, während Männer eher die entscheidenden Positionen in Politik, Kultur und Wirtschaft innehaben. Sie erleben immer auch, dass die Bereiche unterschiedlich bewertet werden.

Diese unterschiedliche Bewertung erleben auch pädagogische Fachkräfte, indem sie mit hohen, immer neuen Anforderungen im Berufsalltag umgehen müssen und zugleich mit den meist fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten, dem häufig geringen sozialen Ansehen und den niedrigen Gehältern.

Frauen und Männer wünschen sich heute vielfach eine Balance zwischen Beruf und Familie – die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. So formulieren in vielen Studien zunehmend mehr Männer, dass sie weniger Zeit für Lohnarbeit verwenden und diese Zeit stattdessen beispielsweise mit sich selbst, mit Freunden oder mit ihren Kindern verbringen möchten (vgl. Cremers, Krabel 2012, S.90).

Auch junge Frauen stehen heute enorm unter Druck, den ganzen Anforderungen zu entsprechen und sie fühlen sich bei der Vereinbarung von Beruf und Familie von Politik und Männern zu wenig unterstützt (vgl. WZB das Update 2013). Putzen, waschen, kochen, Kindererziehung, Organisation und Verantwortung für das Familienleben werden mehrheitlich noch von Frauen übernommen, auch wenn sie berufstätig sind (vgl. ebd.).

So sind es vor allem Frauen, die ihre Berufstätigkeit unterbrechen und in Teilzeit arbeiten. Die Aufgabenverteilung erleben Kinder auch dadurch, dass in Kita, Schule und Hort kaum Männer als pädagogische Fachkräfte tätig sind.


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