Kindheitspädagogische Gastvortragsreihe

Hochschule Emden/Leer

Von Oktober bis Dezember 2019 halten im Rahmen der kindheitspädagogischen Gastvortragsreihe eingeladene Fachleute  interessante Vorträge zu unterschiedlichen Themen der Kindheitspädagogik. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Eingeladen sind Student*innen, Lehrende und Mitarbeiter*innen der Hochschule sowie pädagogische Fachkräfte aus der Region. Die Teilnahme ist kostenfrei!


Programm

Montag
       28.10.2019   
    

Hier spielt die Zukunft: Mit Kindern Nachhaltigkeit erforschen und entdecken
(Susanne Schubert - Innowego - Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG, Klima-Kita-Netzwerk, Bonn)

Montag
 11.11.2019 

Digitales Lernen, digitale Lernwerkstätten, digitale Kinder – Begriffe und Konsequenzen für pädagogische Arbeit
Prof. Dr. Markus Peschel (Universität des Saarlandes)

Donnerstag
 14.11.2019 

Von der Hand zum Verstand – MINT-oder/STEAM-Bildung im Kontext von frühpädagogischen Lernwerkstätten
Prof. Dr. Hartmut Wedekind (Helleum Berlin) - 15:00 - 16:30 Uhr

Montag
 02.12.2019 

Alltagsintegrierte Gestaltung von lernförderlichen Fachkraft-Kind-Interaktionen in KiTas
Dr. Heike Wadepohl (Leibniz Universität Hannover)

Montag
09.12.2019

„Haste gesehn, er hat wieder Löckchen gedreht“ – Das Dresdner Modell zur Qualitätsentwicklung im U3-Bereich
Prof. Ivonne Zill-Sahm (Evangelische Hochschule Dresden)

Montag
16.12.2019

„…was es besonders ausmacht, das ist nochmal die Mischung“ – Kooperative Lernwerkstattarbeit zwischen KiTa und Grundschule
Dr. Mirja Kekeritz


Für diese Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.


 

Veranstaltungsdetails

Nummer:2019-NW-FM-018
Typ:Vortrag
Beginn:09.12.2019
Ende:16.12.2019
Straße:Constantiaplatz 4
Ort:26723 Emden
Veranstaltungsort:HS Emden/Leer, Raum: Coram
Anmeldeschluss:01.01.2020
 
Inhalte der einzelnen Gastvorträge

Mo., 28.10.2019 - Hier spielt die Zukunft: Mit Kindern Nachhaltigkeit erforschen und entdecken - 1

Beginn:28.10.2019 um 17:30 Uhr
Ende:28.10.2019 um 19:00 Uhr
 
Hier spielt die Zukunft: Mit Kindern Nachhaltigkeit erforschen und entdecken
Susanne Schubert (Innowego-Forum Bildung & Nachhaltigkeit eG, Klima-Kita-Netzwerk, Bonn)

Woher kommen die Zutaten für das Frühstück? Was passiert mit defektem Spielzeug? Woher kommt der Strom? All das sind Fragen aus dem Kita-Alltag, die Möglichkeiten bieten, um mit Kindern auf Entdeckungsreise zu Nachhaltigkeitsfragen zu gehen. Kinder wachsen in einer globalisierten und komplexen Welt auf. Sie brauchen Orientierung und Erfahrungsräume auch zu Themen und Fragen einer nachhaltigen Entwicklung. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein Perspektivwechsel für die bisherige Praxis und lädt dazu ein, gemeinsam hinter die Dinge zu schauen, zu forschen und Handlungsalternativen zu entdecken. Warum das bereits in der Kita wichtig ist und wie das altersangemessen gelingen kann, damit beschäftigt sich dieser Vortrag.

Mo., 11.11.2019 - Digitales Lernen, digitale Lernwerkstätten, digitale Kinder – Begriffe und Konsequenzen für pädagogische Arbeit - 2

Beginn:11.11.2019 um 17:30 Uhr
Ende:11.09.2019 um 19:00 Uhr
 
Digitales Lernen, digitale Lernwerkstätten, digitale Kinder – Begriffe und Konsequenzen für pädagogische Arbeit
Prof. Dr. Markus Peschel (Universität des Saarlandes)

Der Begriff der Digitalisierung ist zunehmend allumfassend und beeinflusst Bedeutungen sowie den Umgang mit Phänomen in der analogen und digitalen bzw. durch digitale Geräte vernetzte Welt. Dies auch schon im Kindesalter! Umso wichtiger ist ein Austausch über Begriffe und Auswirkungen sowie die Entwicklung eines Verständnisses zu Phänomenen der Digitalisierung und Digitalität, die es (angehenden) Pädagoginnen erlauben, kompetent, lebenswelt- und zukunftsgerichtet Kompetenzen der Kinder einzuschätzen und die Wahrnehmung und Reflexion der Kinder auf ihren Umgang mit digitalen Geräten zu ermöglichen.

Do., 14.11.2019 - Von der Hand zum Verstand – MINT-oder/STEAM-Bildung im Kontext von frühpädagogischen Lernwerkstätten - 3

Beginn:14.11.2019 um 15:00 Uhr
Ende:14.11.2019 um 16:30 Uhr
 
Von der Hand zum Verstand – MINT-oder/STEAM-Bildung im Kontext von frühpädagogischen Lernwerkstätten - Prof. Dr. Hartmut Wedekind (Helleum Berlin)

Seit 2000 wird in Deutschland die MINT-Bildung auch in der frühen Bildung favorisiert. Gegenwärtig diskutiert man in Asien, die aus den USA übernommene Idee der STEAM-Bildung (Science, Technology, Eneering, Art, Mathematic). Ein spannender Ansatz, der der ganzheitlichen Vorstellung von früher Bildung sehr nahe kommt. Im Vortrag werden Grundprinzipien von Lernwerkstattarbeit vorgestellt, ein kurzer theoretische Abriss der pädagogischen Philosophie der Lernwerkstattarbeit gegeben und Potenzen dieser Pädagogik für die frühe Bildung und zugleich auch für die Ausbildung zukünftiger Kindheitspädagoginnen benannt.

Mo., 02.12.2019 - Alltagsintegrierte Gestaltung von lernförderlichen Fachkraft-Kind-Interaktionen in KiTas - 4

Beginn:02.12.2019 um 17:30 Uhr
Ende:02.12.2019 um 19:00 Uhr
 
Alltagsintegrierte Gestaltung von lernförderlichen Fachkraft-Kind-Interaktionen in KiTas
Dr. Heike Wadepohl, Leibniz Universität Hannover 

In der anhaltenden Debatte um die Qualität in der frühkindlichen (institutionellen) Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) nimmt das pädagogische Handeln der Fachkräfte in den alltäglichen Interaktionen mit den Kindern eine zentrale Rolle für die kindliche Entwicklung ein (z.B. Sylva et al., 2004; Mashburn & Pianta, 2010). Die Interaktionsqualität wird dabei zumeist auf drei Ebenen konzeptualisiert: Beziehungsgestaltung und emotionale Unterstützung, Organisation und Gestaltung des Settings sowie Anregung und Unterstützung kindlicher (sprachlich-kognitiver) Lernprozesse (z.B. Hamre et al., 2013; Klieme et al., 2006; Wadepohl, 2016). (Inter-)nationale Studien zeigen, dass die Interaktionsqualität in den Kitas in den ersten beiden Bereichen durchschnittlich im mittleren bis guten Bereich eingeschätzt wird, während diese im Bereich der Lernunterstützung eher niedrig ausfällt (zusammenfassend Wadepohl, 2016). Im Rahmen der kindheitspädagogischen Abendvorlesung werden neben Grundlagen der Interaktionsgestaltung und -qualität in der FBEE deshalb insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität lernförderlicher (sprachlich-kognitiver) Fachkraft-Kind-Interaktionen vorgestellt und diskutiert.

Literatur:

Hamre, B. K., Pianta, R. C., Downer, J. T., DeCoster, J., Mashburn, A. J., Jones, S. M. et al. (2013). Teaching through Interactions. Testing a developmental Framework of Teacher Effectiveness in over 4,000 classrooms. The Elementary School Journal, 113 (4), 461-487.

Klieme, E., Lipowsky, F., Rakoczy, K. & Ratzka, N. (2006). Qualitätsdimensionen und Wirksamkeit im Mathematikunterricht. Theoretische Grundlagen und ausgewählte Ergebnisse des Projekts „Pythagoras“. In M. Prenzel & L. Allolio-Näcke (Hrsg.), Untersuchungen zur Bildungsqualität von Schule. Abschlussbericht des DFG-Schwerpunktprogramms (S. 127-146). Münster: Waxmann.

Mashburn, A. J. & Pianta, R. C. (2010). Opportunity in Early Education: Improving Teacher-Child Interactions and Child Outcomes. In A. J. Reynolds, A. J. Rolnick & M. M. Enchind (Eds.), Childhood programs and practices in the first decade of life. A human capital integration (pp. 243-265). New York: Cambridge University Press.

Sylva, K., Melhuish, E. C., Sammons, P., Siraj-Blatchford, I., Taggart, B. & Elliot, K. (2004). The Effective Provision of Pre-School Education Project - Zu den Auswirkungen vorschulischer Einrichtungen in England. In G. Faust, M. Götz, H. Hacker & H.-G. Roßbach (Hrsg.), Anschlussfähige Bildungsprozesse im Elementar- und Primarbereich (S. 154-167). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Wadepohl, Heike (2016): Interaktionsgestaltung frühpädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen. Kumulative Dissertation. Leibniz Universität Hannover. (auch online unter https://www.tib.eu/de/suchen/id/TIBKAT%3A876760140/Interaktionsgestaltung-fr%C3%BChp%C3%A4dagogischer-Fachkr%C3%A4fte/).

Mo., 09.12.2019 - „Haste gesehn, er hat wieder Löckchen gedreht“ – Das Dresdner Modell zur Qualitätsentwicklung im U3-Bereich - 5

Beginn:09.12.2019 um 17:30 Uhr
Ende:09.12.2019 um 19:00 Uhr
 
„Haste gesehn, er hat wieder Löckchen gedreht“ – Das Dresdner Modell zur Qualitätsentwicklung im U3-Bereich
Prof. Ivonne Zill-Sahm (Ev. Hochschule Dresden)

Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen sind nicht erst seit Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in Kindertageseinrichtung oder Tagespflege im Fokus öffentlicher und wissenschaftlicher Diskussion. Allerdings hat die Einführung des Rechtsanspruchs zu einer Intensivierung der Auseinandersetzung mit diesem Bereich geführt. War es zunächst noch die Frage des Ausbaus der Betreuungskapazitäten, rückt nun die Frage nach der pädagogischen Qualität - und im U3 Bereich insbesondere die Interaktionsqualität (u.a. Wertfein u.a., 2013, Viernickel u.a., 2015, Gutknecht, 2015) - in den Mittelpunkt des Interesses (u.a. Kalicki, 2016). Das Dresdner Modell integriert die Forschungsbefunde zur Interaktionsqualität systematisch und geht zudem darüber hinaus, indem es das Wohlbefinden von jungen Kindern zur Referenzkategorie professioneller Reflexivität und damit der Weiterentwicklung pädagogischer Qualität im U3-Bereich macht. Zudem ist es ein Verfahren, das dezidiert für den U3 Bereich mit seinen Spezifika entwickelt wurde. Im Rahmen des Vortrages soll das Verfahren exemplarisch und handlungsorientiert – mithilfe von Videoschnipseln – vorgestellt werden.

Literatur:

Gutknecht, D. (2015): Bildung in der Kinderkrippe: Wege zur professionellen Responsivität. Stuttgart: Kohlhammer.

Kalicki, B. (2016): Pädagogische Qualität und Qualitätssteuerung: Konzepte und Strategien. In: Kalicki B., Wolff-Marting, C. (Hrsg.)(2016): Qualität in aller Munde. Freiburg: Herder, S. 12 – 22.

Viernickel,S., Fuchs-Richlin, K., Strehmel, P., Preissing, C. Bensel, J. & Haug-Schnabel, G. (Hrsg.)(2015): Qualität für alle. Freiburg: Herder.

Wertfein, M., Müller, K. & Danay, E. (2013): Die Bedeutung des Teams für die Interaktionsqualität in Kinderkrippen. Frühe Bildung, 2(1), 20-27.

Mo., 16.12.2019 - „…was es besonders ausmacht, das ist nochmal die Mischung“ – Kooperative Lernwerkstattarbeit zwischen KiTa und Grundschule - 6

Beginn:16.12.2019 um 17:30 Uhr
Ende:16.12.2019 um 19:00 Uhr
 
„…was es besonders ausmacht, das ist nochmal die Mischung“ – Kooperative Lernwerkstattarbeit zwischen KiTa und Grundschule
Dr. Mirja Kekeritz

Bildungspolitisch wird die engere „Verzahnung“ von elementar- und primarpädagogischen Institutionen seit längerem eingefordert: Zur Förderung von Anschlussfähigkeit und Kontinuität von Lern- und Bildungsprozessen erscheint eine verstärkte Kooperation von elementarpädagogischen Fachkräften aus der Institution KiTa und grundschulpädagogischen Lehrkräften im Rahmen des Übergangs als das Schlüsselelement, um die Annäherung von KiTa und Grundschule umzusetzen. Doch wie kann eine solche Kooperation aussehen? Dr. Mirja Kekeritz präsentiert in Ihrem Vortrag die Kooperationsform Lernwerkstatt in ihrer Konzeption und Umsetzung. Anhand von Praxisbeispielen aus einer Lernwerkstatt, die wöchentlich von KiTa-Kindern, Erstklässler*innen, KiTa- und Grundschulkräften gemeinsam genutzt wird, werden die Chancen einer intensiven Kooperation und die Potentiale der offenen, an die Selbstständigkeit der Kinder appellierenden Lernwerkstattarbeit vorgestellt.  Lernwerkstätten im Übergang stellen einen „Zwischenraum“ dar - zwischen KiTa und Grundschule, zwischen Bildungsplan und Lehrplan, zwischen zwei pädagogischen Traditionen, zwischen zwei Professionskulturen unterschiedlicher Bildungswege, zwischen „bald-Schulkind“ und „kein-Kindergartenkind-mehr“ – Mit Blick auf die Akteursgruppe der Professionellen und der Kinder möchte der Vortrag auch die Herausforderungen und kritischen Punkte einer institutionenübergreifenden Kooperationsarbeit im Format Lernwerkstatt diskutieren und diese anhand von Beispielen aus der Promotionstudie von Mirja Kekeritz illustrieren und schlussendlich aufzeigen, welche Rahmenbedingungen es für eine langfristige, erfolgreiche Kooperation zwischen KiTa und Grundschule braucht.


Kontakt

Name: Annika Gels
Institution: nifbe NordWest
Telefon:04921-99764-0
Email: nordwest@nifbe.de