Beziehung und Interaktion in der Krippe gestalten (2)

Schlüsselsituationen und Fokusgruppen

Fachkräfte müssen sich im Alltag der Kindertgesstätten nicht nur mit dem Kindern responsiv abstimmen, sondern auch mit den Eltern und dem Team. Diese professionelle Responsivität beeinflusst entscheidend die Bildungs- und Entwicklungsprozesse von Kindern.

Die nifbe Tagung "Interaktion und Beziehung in der Krippe gestalten I" in 2016 befasste sich mit der Interaktion zwischen ErzieherInnen und Kindern, und der Interaktion zwischen den Krippen-Kindern selber. Die Workshops der Veranstaltung orientierten sich an Schlüsselsituationen in der Krippe.

Die daran anschließende Tagung am 22.9.2017 nimmt die Schlüsselsituationen wieder auf und bezieht zusätzlich das professionelle, responsive Handeln der Fachkräfte mit den Eltern und dem Team ein. 

Ziel der Tagung ist es, Grundlagenwissen und (neue) Praxisansätze für die Verbesserung der Beziehungs- und Interaktionsqualität in der Krippe aufzuzeigen und Diskussions- und Reflexionsräume für die TeilnehmerInnen zu öffnen. Zielgruppe der Tagung sind Pädagogische Fachkräfte, FachberaterInnen, Aus- und WeiterbildnerInnen und andere am Thema interessierte Berufsgruppen.

Tagungsablauf:


10:00 – 10:15 Uhr Begrüßung

10:15 – 10:30  Uhr Einführung in die Tagung

10:30 - 12:00 Uhr Vortrag Prof. Dr. Dorothee Gutknecht

Bindung, Beziehung und Interaktion – Responsiv handeln in den Alltagsaktivitäten
Der Vortrag zeigt anhand vielfältiger und konkreter Beispiele auf wie sich ein sehr gut abgestimmtes Antwortverhalten der Fachkräfte bei der Begleitung von Klein(st)kindern in Schlüsselsituationen entwickeln lässt. Durch die gelingende pädagogische Beantwortung werden die Selbstregulation des Kindes, seine sprachliche, kognitive und soziale Entwicklung unterstützt.

12.00 - 13.00 Uhr Mittagpause

13.00 - 16:00 Workshops

16.00-16:30 Uhr Schlussworte Prof. Dr. Renate Zimmer







 

Veranstaltungsdetails

Nummer:KO-2017-09-22
Typ:Tagung
Beginn:22.09.2017 um 10:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:30 Uhr
Straße:Neuer Graben
Ort:49074 Osnabrück
Veranstaltungsort:Schlossaula der Universität Osnabrück
Gebühr:15.00 Euro
Anmeldeschluss:08.09.2017
 
WSG 1

Alltagsroutine Schlafengehen - WS 1

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 

Herausforderungen einer Schlüsselsituation konkret und achtsam begegnen

Das Schlafengehen ist in vielen Krippen eine täglich wiederkehrende Herausforderung und nicht selten eine Tagesroutine, die sowohl für Fachpersonen als auch für Kinder mit Hektik und Stress verbunden sein kann. Dabei ist es gerade das Schlafengehen, welches sich durch ein hohes Maß an Beziehungsqualität zwischen Kind und Fachkraft auszeichnet. Hier prüft das Kind wie achtsam und schützend, zuverlässig und beziehungsvoll die Bezugsperson mit ihm umgeht. Gleichzeitig ist der Ablauf vom Essen zum Schlafen ein großes Interaktions- und Organisationsthema, das gut geplant, mit der Kindergruppe abgestimmt und auf besondere Bedürfnisse von (einigen) Kindern fein abgestimmt sein muss, damit es eine ruhige und entspannte Atmosphäre annehmen kann. Welche Strategien und Methoden unterstützen Sie dabei, die Schlafsituation ruhiger und entspannter zu gestalten? Was müssen Sie über den kindlichen Schlaf wissen? Und wie kann ein professioneller Umgang mit Eltern zu diesem Thema aussehen? Mit diesen und weiteren spannenden Fragen zum kindlichen Schlaf (z.B. Wecken, Ruhezeiten gestalten etc.) beschäftigt sich der Workshop. Ihre konkreten Praxisfragen stehen dabei im Vordergrund des Workshops.

Referentin:

  • Maren Kramer (KindheitspädagogIn M.A. leitet hauptberuflich eine Kinderkrippe in Heilbronn, Gastdozentin an der Evangelischen Hochschule in Freiburg und freischaffende Referentin (Fortbildnerin) im Bereich der Frühpädagogik, mit dem Schwerpunkt: Schlafen in der Kinderkrippe. Zu diesem Thema hat sie mehrere Fachartikel und ein Buch mit Frau Prof. Dr. Gutknecht beim Herder-Verlag veröffentlicht: "Schlafen in der Kinderkrippe. Achtsame und konkrete Gestaltungsmöglichkeiten")

Wohl bekomms! Essen und trinken für die Beziehungsgestaltung entdecken - WS2

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 
Kaum eine Alltagshandlung im pädagogischen Alltag birgt so viel Möglichkeiten Wechselwirkungen zu be(tr)achten und pädagogisch zu gestalten, wie Essen und Trinken.

  • Was wir essen: ob uns die Speisen bekannt sind und munden, oder nicht;
  • wie wir essen: welche Kulturfertigkeit wir anwenden und welche Botschaften und Glaubenssätze uns aus unseren familiären Esssituationen begleiten;
  • wo wir essen: in welchem Raum und mit welcher Ausstattung;
  • mit wem wir essen, ob begleitet oder allein, mit Gleichaltrigen, in einer großen oder kleinen Tischgemeinschaft;
  • zu welcher Zeit wir essen: ob wir hungrig sind oder ob wir zu einem fremdbestimmten Zeitpunkt essen;
  • was wir essen, was wir nicht essen
  • ...die W-Fragen lassen sich fast endlos weiterführen!

Der bewusste Umgang mit den W-Fragen ist der Schlüssel die Begleitung von Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung gelingend zu gestalten. Mit Hilfe des Interaktionsvierecks werden Interaktionsebenen herausgearbeitet. Mit einer Lernlandkarte erschließen wir die Wechselwirkungen und beachten die responsiven Handlungsmöglichkeiten der begleitenden Fachkräfte beim Essen und Trinken – wohl bekomms!


Referentin:

  • Kariane Höhn (Dipl. Sozialpädagogin und Organisationsentwicklerin und seit 25 Jahren in verschiedenen Arbeitsfeldern rund um die Lebenslagen von Frauen, Familie und Kindern engagiert. Gemeinsam mit Frau Gutknecht Autorin des Buchs: Essen in der Kinderkrippe 2017)

„Hast du Biss? Kannst dich durchbeißen?“ - WS3

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 
Beißen ist ein kindliches Verhalten, das oft auftritt und immer verstörend wirkt.

Wann tritt Beißen in der kindlichen Entwicklung auf? Warum beißen kleine Kinder? Worauf kann es hinweisen? Wie kann diese Aggression verstanden werden? Wie kann darauf reagiert werden?

Der Workshop bietet verschiedene Zugänge zum Verständnis von Beißen an und lädt zur Diskussion ein. Überlegungen zu Verhaltenskonsequenzen für ErzieherInnen werden miteinander ausgetauscht und „durchgekaut“. Dabei können Aspekte wie Emotionsregulierung, Selbstständigkeit, Stressbewältigung, Konfliktbegleitung verdeutlicht werden. Dazu können gern Fallbeispiele von den TeilnehmerInnen eingebracht werden, die den Umgang mit Kinder oder die Zusammenarbeit mit den Eltern betreffen.

Referentin:

  • Annette Drühner (Dipl. Sozialpädagogin, Supervisorin, Fortbildungsreferentin, Coach; Berufliche Tätigkeiten: 10 Jahre Bereichsleitung eines Psychologischen Jugendheims, 5 Jahre Leitungsassistenz und Geschäftsführerin eines Ausbildungsinstituts, 10 Jahre Leitung Sozialer und Begleitender Dienst eines Altenpflegezentrums. Sie ist seit vielen Jahren selbstständig tätig in den Bereichen Fortbildung, Coaching und Supervision, Beratung, Vorträge. Eigenes Aus- und Fortbildungskonzept zur Frühpädagogik „Geborgen und frei – Kinder bis drei“, „Dialogisch Arbeiten“ Prozessbegleitung von Teams, Kindzentriertes Arbeiten in der Kita)

Die besondere Haltung der pädagogischen Fachkräfte in der Pflege - WS4

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 

Schon das Erstgespräch, vor Aufnahme des Kindes, mit den Eltern, sollte dieses sensible Thema beinhalten. Wie es geführt wird, was dabei beachtet werden muss und welche Grundvoraussetzungen dafür nötig sind, wird in diesem Workshop bearbeitet.

Die Aufmerksamkeit aller Beteiligten /Kind/Eltern/Team, sollen in ein gemeinsames Verständnis münden, um diese wichtige Schlüsselsituation unbedingt positiv zu erleben.

Referentin:


  • Andrea Schreiber (Erzieherin, Kindergartenleiterin in St. Nicolai Kindergarten in Coppenbrügge seit 30 Jahren Krippenberaterin, Mentorin für Psychomotorik)

Die Zusammenarbeit von pädagogischen Fachkräften und Eltern in KiTas - WS5

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 
Kinder wachsen heute vielfach schon früh in zwei verschiedenen Bezugssystemen auf - in der Familie u n d der Kita.

Der Einfluss von der Familie auf die Kita und umgekehrt ist also gegeben und die Erkenntnisse und Erfahrungen aus Forschung, Wissenschaft und der pädagogischen Praxis verdeutlichen, wie entscheidend es dabei für das Wohlergehen und die Entwicklung von Kindern ist, dass alle Beteiligten miteinander gelingende Beziehungen gestalten können. Darüberhinaus kann die Einbeziehung der Eltern die Familie als Ganzes unterstützen und in ihrer Erziehungskompetenz stärken.

Die Erwartungen an pädagogische Fachkräfte sind also hoch, doch gerade die Elternarbeit ist für manche schwierig
und eher ein ungeliebtes Anhängsel ihres kindbezogenen Berufsprofils, als denn eine Herausforderung, die sie
mit Freude annehmen.
Doch ist das Verständnis und der Kooperationswille da: ohne Eltern geht es nicht! Aber wie geht es mit ihnen?

In dem Workshop erlauben wir uns einen Blick auf heutige Familiensituationen und öffnen uns einer Sichtweise, wie die Zusammenarbeit von professionellen Pädagogen mit Eltern kooperativ, auf Augenhöhe und in gegenseitiger Anerkennung zum Gelingen einer Erziehungspartnerschaft beitragen kann. Verständlicherweise gilt es hier auch den Blick auf die eigene Beziehungskompetenz zu richten, denn die Qualitäten , die daran geknüpft sind, sind Vorausetzungen für gelingende Begegnungen sowohl mit Kindern wie mit Erwachsenen.

Referentin:


  • Barbara Huhn (Bonn, Diplom Sozialpädagogin, zertifizierte Pikler Pädagogin, Familienberaterin nach Jesper Juul und arbeitet seit 2010 als Fortbildnerin und Beraterin im frühpädagogischen Kontext. Ihr Schwerpunkt liegt in der Begleitung von Prozessen zur Weiterentwicklung von Kindertagesstätten und in der prozessorientierten Familienberatung)

Kleiner Wechsel – große Wirkung – die Mikrotransitionen im Kita Alltag achtsam gestalten - WS6

Beginn:22.09.2017 um 13:00 Uhr
Ende:22.09.2017 um 16:00 Uhr
 
Mikrotransitionen sind die kleinen Übergänge im Tagesablauf von Kindern in Krippe oder Kita. Sie betreffen den Wechsel von Aktivitäten (vom freien Spiel zum Morgenkreis, vom Essen zum Schlafen), Raumwechsel, Wechsel von Spielpartnern, Wechsel der Bezugsperson in der Institution, z. B. beim Schichtwechsel. Für viele Kinder stellen diese Übergänge Herausforderungen dar. Dies gilt grundsätzlich aber in ganz besonderer Weise

1. in der Eingewöhnungsphase in eine fremde Institution und zwar unabhängig vom Alter der Kinder,
2. für Kinder bis drei, hier nehmen die Mikrotransitionen fast die Hälfte der Zeit in Anspruch,
3. für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte, wenn ihr Erfahrungshintergrund sehr gegensätzlich zur Welt der Kita ist,
4. für Kinder mit Behinderungen insbesondere Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen.

Kinder benötigen unterschiedlich viel Zeit bis sie die „Drehbuchscripts“ zu zentralen Situationen im Alltag einer Institution überblicken können. Eine weitere Herausforderung liegt darin, dass mit den Übergängen von einer Situation in eine andere oft Wartezeiten für die Kinder verbunden sind. Das Gruppenklima kann dadurch schnell in eine Anspannung kippen und die Kinder werden weinerlich oder zeigen Aggressionen. Die Fachkräfte sind dann gefordert, die starken Emotionen einer Kindergruppe in diesen Situationen zu regulieren und dabei nicht selbst in eine zu große Spannung zu geraten. Mikrotransitionen erfordern sorgfältige Analyse und Planung. Im Workshop betrachten wir typische Übergänge im Alltag sowie die Möglichkeiten einer achtsamen Gestaltung.

Referentin:


  • Prof. Dr. Dorothee Gutknecht (Professorin für Pädagogik der Kindheit Hochschule Freiburg, Diplompädagogin (Heil- und Sonderpädagogik), Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (Schlaffhorst-Andersen), Logopädin, Mund- und Esstherapeutin)


Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht. Sie können sich jedoch auf die Warteliste setzen lassen.

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Kontakt

Name: Sandra Pfohl
Institution: nifbe
Telefon:0541-5805457-0
Email: info@nifbe.de