Förderstellenleitung:

  • Prof. Dr. Renate Zimmer


MitarbeiterInnen:

  • Dipl. Mot. Fiona Martzy
  • M.A. Nadine Matschulat
  • Marina Kuhr
  • Stefanie Rieger


Dokumentation:

  • M.A. Nadine Vieker

 

Kontakt:

  • Anmeldung unter 0541 - 969-4454

 

Gruppen-Zeiten:

  • Minis: Montagnachmittag
  • 3-6 Jahre: Mittwochvormittag
  • 6-10 Jahre: Dienstagnachmittag

 

Bedarf für psychomotorische Förderung

Das Bewegungsverhalten von Kindern ist ein wichtiger, im frühkindlichen Alter vielleicht der wichtigste Faktor für gelingende Entwicklungsprozesse. Durch Bewegungsverhalten und Wahrnehmungserfahrungen interagieren Kinder mit ihrer Umwelt. Die zunehmende Medialisierung, die auch vor den Kinderzimmern der Kleinkinder nicht halt macht, hat zur Folge, dass viele entwicklungsrelevante Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen nicht mehr ausreichend vorhanden sind. Die vermehrte Einschränkung der kindlichen Bewegungswelt spiegelt sich in der motorischen Leistungsfähigkeit der Kinder wider. Bei vielen Kindern sind schon sehr früh koordinative und motorische Auffälligkeiten zu beobachten. Da das Körperkonzept von Kindern die Basis für die Entwicklung des Selbstkonzeptes bildet, wirken sich motorische Defizite meist auch negativ auf das Selbstkonzept des Kindes aus. An dieser Stelle setzen psychomotorische Förderkonzepte an. Sie bieten Kindern den Raum für spielerisch orientierte Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen.



Die psychomotorische Förderstelle 

Die psychomotorische Förderstelle wurde an der Universität Osnabrück im Fachgebiet Sportwissenschaft bereits 1979 durch Frau Prof. Dr. Zimmer und Herrn Prof. Dr. Meinhart Volkamer eingeführt. Sie ist seither zu einem wesentlichen Praxis- und Forschungsbereich ausgebaut worden. Bedingt durch die Gründung des nifbe und durch die Einrichtung der Forschungsstelle Bewegung, Wahrnehmung, Psychomotorik wurden räumliche und technische Veränderungen und Verbesserungen möglich. Auch die konzeptionelle Weiterentwicklung der psychomotorischen Förderstelle konnte fortgeführt werden.



Konzeptionelle Rahmenbedingungen

Das pädogogisch-therapeutische Konzept der Psychomotorik geht von einer engen wechselseitigen Verbindung zwischen psychischen Prozessen und Bewegung aus. Über das Medium Bewegung wird versucht eine tragende Beziehungsebene aufzubauen, die psychische Befindlichkeit positiv zu beeinflussen und durch einen ganzheitlichen Zugang die Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder zu fördern und sie in ihrer Gesamtentwicklung zu unterstützen. Ziel der Psychomotorik ist es über Bewegungserlebnisse zur Stabilisierung der Persönlichkeit beizutragen und Situationen anzubieten, in denen Kinder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufbauen können. Diese Erfahrungen werden durch gezielte Spiel- und Bewegungsangebote gefördert, bei denen individuelle Herausforderungen, die Unterstützung der Eigenaktivität und Selbstwirksamkeitserlebnisse entscheidend sind.


Zielgruppe

Zurzeit werden insgesamt 70 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren betreut. Der Förderbedarf der Kinder liegt in unterschiedlichen Bereichen: Kinder mit motorischen Unsicherheiten und Wahrnehmungsauffälligkeiten, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, aber auch Kinder, die sich z. B. im sozialen Kontaktaufbau zu anderen Kindern schwer tun oder in sprachlichen Bereichen Förderung benötigen. Die Gruppensituation fördert die Handlungs- und Kommunikationskompetenzen der Kinder.

 

Inhalte

Die Inhalte der psychomotorischen Förderung sind vielfältig und werden flexibel gestaltet, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden zu können. Mögliche Elemente der Förderstunden sind z. B.:

  • themengeleitete Bewegungsangebote, die den Kindern die Möglichkeit der Identifikation mit Rollen und Symbolen ermöglichen
  • großräumige Geräteaufbauten, an denen die Kinder eigenständig aktiv werden können
  • Wahrnehmungsübungen, integriert in sinnvolle Spielzusammenhänge
  • Rollenspiele zur Förderung sprachlicher Kompetenzen
  • Bewegungsspiele, die auf die Altersgruppe und den Förderbedarf der Kinder abgestimmt werden (Integrationsaspekte)


 

Motodiagnostik

Zur psychomotorischen Förderung gehört eine umfangreiche Diagnostik. Dabei werden sowohl quantitative Verfahren (Motorische Testverfahren) als auch qualitative Verfahren (Beobachtungsskalen etc.) eingesetzt. Hierzu gehört z. B. die Beobachtung der motivationalen Haltung und der Selbsteinschätzung der Kinder. Diese vielseitigen Informationen fließen in die Förderplanung der Psychomotorikstunden mit ein. Die motorischen Tests werden halbjährlich wiederholt, so dass die Messwerte sich vergleichen lassen und festgestellt werden kann, ob Effekte im Rahmen der psychomotorischen Förderung auftreten. Die Daten werden auch als Entscheidungskriterium verwendet, ob die Kinder weiterhin Förderung benötigen, wobei nicht nur der MQ (Motorikquotient) ausschlaggebend für die Teilnahme der Kinder ist.

 


Literatur zum Thema


• Zimmer, R. (2010). Handbuch der Psychomotorik. Theorie und Praxis der psychomotorischen Förderung von Kindern (5., vollst. überarb. Neuausgabe, 12. Gesamtaufl.). Freiburg: Herder.

 

 

Psychomotorik für Kinder bis vier: Die „Minis“


Mitarbeiterinnen:

  • Dipl. Reha.-Päd. Nadine Madeira Firmino (nifbe)
  • M.A. Sportwiss. Mareike Sandhaus (Drittmittelprojekt)
  • Marina Kuhr
  • Stefanie Rieger

 

Dokumentation:

  • M.A. Nadine Vieker (nifbe)
     

 

Zu dem Schwerpunkt „Frühkindliche Bewegungsentwicklung“ ist ein Bewegungsangebot für Eltern und Kinder von 1 bis 4 Jahren entwickelt worden, in dem das Explorationsverhalten der Kinder angeregt und ihr „Forschergeist“ geweckt werden soll.


Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten fördern die Eigentätigkeit des Kindes, regen aber auch zu Interaktionen der Eltern mit ihren Kindern (und der Kinder mit ihren Eltern) an.


Auf der Basis der Grundbewegungsformen Kriechen, Klettern, Rutschen, Schaukeln, Rollen, Steigen, Hangeln und Wippen werden kreative Bewegungslandschaften geschaffen, die den Kindern eine Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten, aber auch die Chance zum Finden von Problemlösestrategien geben.

Zurzeit nehmen 24 Kinder gemeinsam mit einem Elternteil aufgeteilt in zwei Gruppen an diesem Angebot teil. Die Bedürfnisse der einzelnen Kinder liegen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Durch ein vielfältiges und variierendes Wahrnehmungs- und Bewegungsangebot wird auf die zentralen Entwicklungsthemen eingegangen. Bei Bedarf können moto- und sprachdiagnostische Verfahren eingesetzt werden.

Die „Mini“- Gruppen finden montags in der Zeit von 14:30-15:15 und 15:15-16:00 statt.
 

Bei Fragen steht die Mitarbeiterin Nadine Madeira Firmino (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) der Forschungsstelle Bewegung und Psychomotorik gerne zur Verfügung.
 

 

Literatur zum Thema

 

  •   Zimmer, R. (2011). Psychomotorik für Kinder unter drei Jahren. Freiburg: Herder

 

 

Download Flyer Psychomotorische Förderstelle