Fachtag in Rotenburg (Wümme)

 

Qualitätsentwicklung in Krippeneinrichtungen

 

 Lüneburg, 29.04.2010 Große Resonanz fand der erste Fachtag zum Thema "Qualitätsentwicklung in Krippeneinrichtungen" im Landkreis Rotenburg (Wümme). Veranstalter des Fachtags war der Landkreis Rotenburg (Wümme) in Kooperation mit dem nifbe Regionalbüro NordOst.

 

Ziel dieser Veranstaltung war es, Qualitätsstandards für die Betreuung von Kindern bis drei Jahre in Kindertageseinrichtungen zu erarbeiten. Der Fachtag baute somit  auf den seit 2009 im Landkreis Rotenburg (Wümme) bestehenden Arbeitskreisen der Fachberatung "Qualitätszirkel unter 3" für Krippenfachkräfte auf.

 

 

Materialien zum Herunterladen

 

 

Weitere Informationen zum Fachtag erteilt:

 


Sandra  Rust

 

Jugendamt,

Sachgebiet Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege

 

Sandra.Rust@lk-row.de

Tel. 04261-983-2540

 

 

Zum Ablauf des Fachtags

 

Etwa 160 TeilnehmerInnen, darunter TrägervertreterInnen, Fach- und Leitungskräfte aus Krippeneinrichtungen sowie FachberaterInnen und FachschülerInnen der Sozialpädagogik aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme) und aus den benachbarten Landkreisen Soltau-Fallingbostel und Verden, fanden den Weg in die Berufsbildenden Schulen Rotenburg (Wümme). 

 

Den Eingangsreferat zum Thema "Qualität vom Anfang an - Qualitätsmerkmale in der pädagogischen Arbeit mit Kindern unter drei Jahren" hielt Prof. Edita Jung von der Fachhochschule Emden/Leer. Sie verwies in ihrem Vortrag vor allem auf die Strukturqualität (dies umfasst u.a. die Räume, die Ausstattung, den Personalschlüssel, die Ausbildung der MitarbeiterInnen), die Prozessqualität (dies beschreibt das gesamte Interaktionsgefüge und die Erfahrungen, die Kinder in der Krippe machen) sowie die Orientierungsqualität (damit sind die Konzeption sowie die Vorstellungen der ErzieherInnen, ihr "Bild vom Kind", ihre Vorstellungen, Werte und Überzeugungen gemeint).

Besonderer Schwerpunkt lag im Vortrag auf der Integration von Kindern bis drei Jahre mit einer Behinderung. Seit in Kraft treten der Behindertenrechtskonvention der UNO auch in der Bundesrepublik Deutschland, die Menschen jeden Alters mit einer Behinderung einen Anspruch auf soziale Inklusion gewährleistet, sollte jede Krippe von Anfang an die Möglichkeit integrativer Arbeit einplanen.

 

Nach dem Vortrag ergab sich einen intensiven Austausch in acht Workshops (mit jeweils 20 TeilnehmerInnen). Als Ergebnisse dieser Workshops kann festgehalten werden:

  • Krippenfachkräfte benötigen umfassende Kenntnisse über die frühkindliche Entwicklung und ein gutes methodisches Wissen, um Entwicklungsschritte beobachten, einschätzen und begleiten zu können. Notwendig hierfür ist ein geeignetes, bedarfsgerechtes Fortbildungsangebot notwendig.
  • Krippenfachkräfte und Leitungskräfte benötigen ein umfassendes Wissen, aber auch genug Einfühlungsvermögen, um die Zusammenarbeit mit den Eltern positiv gestalten zu können.
  • Dringend erforderlich ist eine verbindliche Formulierung der Erwartungen des Landes Niedersachsen an "seine" Krippen, z.B. in Form einen Krippen-Orientierungsplanes (analog zum KiTa Bereich). Bis zu dessen Fertigstellung und Veröffentlichung haben alle Krippenkonzeptionen einen eher vorläufigen Charakter.
  • Die Mindestvoraussetzungen nach dem KiTa-Gesetz und den entsprechenden Durchführungsverordnungen müssen vor Ort (im Rahmen der Betriebserlaubnis) eingehalten  werden, können aber auch individuell durch die Träger von Krippeneinrichtungen ausgestaltet werden. So gibt es z.B. im Landkreis  Rotenburg das Modell der dritten Fachkraft, die stundenweise das Fachpersonal in der Krippengruppe unterstützt.

 

Nach Angaben von Sandra Rust vom Jugendamt Rotenburg (Wümme), Sachgebiet Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege, bestand generell der Wunsch nach einer Fortführung der Veranstaltungsinhalte in den Arbeitskreisen für Fachkräfte in Krippeneinrichtungen durch die Fachberatung des Landkreises. Die Fortsetzung der Veranstaltungsreihe durch weitere Fachtage - auch zu anderen pädagogischen Themenbereichen - ist im Abstand von zwei Jahren geplant.