
„Dramatische und rapide Veränderungen”
Ein Überblick zur Erforschung der frühkindlichen Bildung und Entwicklung
Die Sichtweise auf die ersten Lebensjahre des menschlichen Lebenslaufs hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch und rapide verändert. Eine Entwicklungsphase, als deren Hauptaufgabe bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts das Überleben angesehen wurde, wird heute als das größte Laboratorium der menschlichen Entwicklung betrachtet. Interdisziplinäre Erkenntnisse verschiedener Disziplinen wie z. B. Psychologie, Ethologie, Neurowissenschaften und Biologie haben die Sichtweisen verändert und neue methodologische Zugangsweisen in Szene gesetzt.
Untrennbare Verknüpfung von Biologie und Umwelt
Zum Zeitpunkt der Geburt ist das Gehirn unreif, nur die Basisfunktionen sind ausgebildet. So spricht der Hirnforscher Wolf Singer von einem „dramatischen Sprung”, der sich in der Wiege ereigne. Die Sinnesorgane beginnen, Signale wie Berührungen, Sprache, Geräusche, Farben und Formen aus der Umwelt aufzunehmen – erst diese Erfahrungen stoßen die Vernetzung im Gehirn an. Von den bei der Geburt angelegten 100 Milliarden Nervenzellen bleiben schließlich diejenigen erhalten, die durch Übung und Erfahrung aktiviert werden. Biologie und Umwelt sind also untrennbar miteinander verknüpft und definieren gemeinsam Entwicklung als das größte Projekt des Lebens. mehr...




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